Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nsa-skandal-jimmy-schulz-macht-cryptoparty-fuer-bundestagsabgeordnete-1308-101203.html    Veröffentlicht: 26.08.2013 18:11    Kurz-URL: https://glm.io/101203

NSA-Skandal

Jimmy Schulz macht Cryptoparty für Bundestagsabgeordnete

Auf einer Cryptoparty sollen Bundestagsabgeordnete sichere Kommunikation mit End-To-End- und Festplattenverschlüsselung lernen. Viele nutzen ungeschützte externe E-Mail-Konten für dienstliche Kommunikation.

Der FDP-Innenexperte Jimmy Schulz hat eine Cryptoparty für Bundestagsabgeordnete angesetzt. "Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich an Mitglieder des Deutschen Bundestages, ihre Mitarbeiter und insbesondere auch an Journalisten", heißt es in der Einladung, die Golem.de vorliegt. Das "Fachgespräch vertrauliche Kommunikation" (Cryptoparty) findet am 3. September 2013 im FDP-Fraktionssaal statt.

"Ein Team aus Experten möchte Ihnen gemeinsam mit mir unterschiedliche Arten aufzeigen, wie Sie Ihre Kommunikation und Ihre Daten schützen können. In entspannter Atmosphäre werden wir uns den Themen Datei- und Festplattenverschlüsselung, sicheres und anonymes Surfen, E-Mail-Verschlüsselung und Telefonieverschlüsselung annehmen und diese verständlich aufbereiten", so Schulz. Besucher der Cryptoparty sollten ihr eigenes Notebook, wenn möglich mit Surfstick, mitbringen.

Das Interesse an der Veranstaltung sei groß. "Jeden Tag kommen neue Anmeldungen", so eine Sprecherin von Schulz auf Anfrage von Golem.de.

Laut einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, an der sich 126 Politiker aller Fraktionen beteiligten, setzen 71 Prozent bei der täglichen Arbeit keine Verschlüsselung ein.

Im Bundestag wird E-Mail-Kommunikation mit S/Mime angeboten. Für die Kommunikation der Abgeordneten untereinander, mit Ministerien, dem Bundesverfassungsgericht oder obersten Behörden wie der Bundesbank wird das "Netz des Bundes" genutzt, das die Regierungsnetze IVBB und IVBV/BVN in einer gemeinsamen Netzinfrastruktur zusammenfasst.

In der FAZ-Umfrage gaben 54 Prozent an, für dienstliche Mails auch externe E-Mail-Konten zu verwenden. 12 Prozent nutzen US-Anbieter wie Google-Mail.  (asa)


Verwandte Artikel:
BND-Gesetz: Journalisten klagen gegen Überwachung   
(30.01.2018, https://glm.io/132478 )
Bundeshack: Ausländischer Geheimdienst soll Regierung gewarnt haben   
(02.03.2018, https://glm.io/133112 )
Spionage: Angriff auf Bundesregierung dauert noch an   
(01.03.2018, https://glm.io/133075 )
Electronic Arts: Bundestagsabgeordnete machen PR für Sim City   
(26.06.2013, https://glm.io/100032 )
Staatstrojaner und Quick-Freeze: Österreich verschärft frühere Überwachungspläne   
(22.02.2018, https://glm.io/132940 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/