Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/100-mbit-s-im-kupferkabel-eu-hat-keine-bedenken-zum-vectoring-1308-101128.html    Veröffentlicht: 21.08.2013 19:17    Kurz-URL: https://glm.io/101128

100 MBit/s im Kupferkabel

EU hat keine Bedenken zum Vectoring

Ein Vorschlag aus Deutschland zum Vectoring ist bei der EU praktisch angenommen worden. Eine Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen, so ein Sprecher der Bundesnetzagentur.

Die Deutsche Telekom und andere Betreiber werden Vectoring einsetzen dürfen. "Die Europäische Kommission hat keine ernsthaften Bedenken geäußert", sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur Golem.de. "Sie hat aber noch Vorschläge unterbreitet. Die endgültige Entscheidung wird noch im August 2013 fallen."

Die Regulierungsbehörde hatte ihren Entscheidungsvorschlag der EU-Kommission im Juli 2013 zugesandt. Sofern die EU keine ernsthaften Bedenken äußert, kann die Entscheidung endgültig in Kraft treten.

Durch den Vectoring-Ausbau sollen VDSL-Kunden eine Datenübertragungsrate von 100 MBit/s bekommen. Bisher ist VDSL maximal mit 50 MBit/s erhältlich. Beim Upload verspricht Vectoring bis zu 40 MBit/s.

Die Telekom darf dabei einem Wettbewerber den Zugang zur letzten Meile, der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an einem Kabelverzweiger (KVz), nicht verweigern oder kündigen, wenn dieser eine staatliche Förderung, die dieser für den Breitbandausbau an diesem KVz erhalten hat, ganz oder teilweise zurückzahlen müsste.

Nach Angaben des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) hat die EU vorgeschlagen, den Bestandschutz auf alle Investitionen auszudehnen, die bis zur Verfügbarkeit des beim Vectoring als Ersatz für die physikalische Entbündelung von der Telekom anzubietenden Bitstromprodukts von den Wettbewerbern getätigt werden. Nach Angaben der Telekom werde das Bitstromprodukt aber frühestens 2016 zur Verfügung stehen, so der Breko.

Die EU habe "die Thematik zügig und gründlich aufgearbeitet und schließlich im Dialog mit den Marktteilnehmern für den Fall des Erstausbaus eines Gebietes eine interessengerechte Lösung gefunden", sagte Breko-Präsident Ralf Kleint. "Wenn nun die Bundesnetzagentur den Hinweisen der EU folgt und den Bestandsschutz erweitert, würden Telekom-Wettbewerber Investitionsentscheidungen in den VDSL-Ausbau vorziehen", und so das Ausbautempo deutlich beschleunigen.

Vectoring-fähige Endgeräte seien noch nicht marktreif, sagte Kleint.  (asa)


Verwandte Artikel:
100 MBit/s: 745.000 Haushalte erhalten Telekom-Vectoring   
(08.03.2018, https://glm.io/133224 )
BSA-Studie: Deutschland ist favorisierter Standort für die Cloud   
(06.03.2018, https://glm.io/133175 )
Arbeitskampf: Warnstreiks bei Service und Technik der Telekom   
(09.03.2018, https://glm.io/133252 )
Telekom-Chef: "Sorry! Da ist mir der Gaul durchgegangen"   
(23.02.2018, https://glm.io/132962 )
Telekom: "Glasfaser gibt es nur gemeinsam"   
(09.03.2018, https://glm.io/133245 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/