Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/armadillo-t-guerteltierauto-rollt-sich-zusammen-1308-101127.html    Veröffentlicht: 21.08.2013 18:37    Kurz-URL: https://glm.io/101127

Armadillo-T

Gürteltierauto rollt sich zusammen

Drei Autos, die in eine Parklücke passen - das ist das Konzept von Forschern aus Südkorea: das Elektroauto Armadillo-T kann zum Parken auf knapp die Hälfte seiner Länge eingeklappt werden.

Das Auto bringt einen meistens schneller ans Ziel als ein öffentliches Verkehrsmittel. Aber was nützt der Zeitvorteil, wenn der Fahrer ihn anschließend bei der Parkplatzsuche wieder einbüßt? Südkoreanische Forscher haben ein Auto entwickelt, das mit weniger Parkplatz auskommt.

Armadillo-T heißt das Elektroauto, das In-Soo Suh und seine Kollegen vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (Kaist) in Daejeon entwickelt wurde. Es kann sich wie sein Namensgeber, das Gürteltier, zusammenrollen. Wird das Gürteltier bedroht, rollt es sich zusammen, sodass der ledrige Rückenpanzer die weiche Unterseite des Tier schützt. Das T spielt auf Fords Model T an, das erste Auto, das in Massenproduktion gebaut wurde.

Vier Motoren

Armadillo-T ist ein zweisitziges Elektroauto, das von vier Motoren angetrieben wird, die in die Räder integriert sind. Das Auto wiegt 450 Kilogramm und ist im Normalzustand 2,8 Meter lang. Das Auto ist konzipiert für den Stadtverkehr: Es hat eine Reichweite von 100 Kilometern. Der Lithium-Ionen-Akku, der eine Kapazität von 13,6 Kilowattstunden hat, soll an einer Schnellladestation in nur zehn Minuten geladen sein.

Zum Parken wird das Auto eingeklappt: Etwa in der Fahrzeugmitte werden zwei Stützräder ausgeklappt. Dann wird der hintere Teil hochgeklappt, sodass das Dach die Frontscheibe bedeckt. Außenspiegel wären dabei hinderlich. Armadillo-T hat deshalb keine: Sie sind durch Kameras ersetzt. Die haben zudem ein größeres Blickfeld als die Außenspiegel - der Fahrer hat also keinen toten Winkel.

Ein Parkplatz - drei Autos

Ist das Auto zusammengeklappt, ist es nur noch 1,65 Meter lang. Somit passten drei Armadillos auf einen normalen, fünf Meter langen Parkplatz, sagen die Forscher. Das Auto wird per Smartphone in die Parklücke bugsiert. Das Auto könne sich um die eigenen Achsen drehen - das erleichtere auch das Einparken, erklären die Konstrukteure.

"Ich erwarte, dass Stadtbewohner in Zukunft ihre Vorliebe für massige Autos mit Verbrennungsmaschine zugunsten kleinerer und leichterer Elektroautos verändern. Armadillo-T kann eine der Alternativen sein, für die Autofahrer in den Städten sich entscheiden", sagt Suh. Das Auto könne als Privatwagen eingesetzt werden. Denkbar sei aber auch, ihn für Carsharing-Dienste zu nutzen.

Hiriko und EO2

Suh und sein Team sind nicht die einzigen, die sich Gedanken darüber machen, wie Autos künftig platzsparend gestaltet werden können. Forscher am Massachusetts Institute of Technology haben schon 2010 ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Anfang 2012 stellten sie dann den Prototypen des Elektrofaltautos Hiriko vor.

Ebenfalls im vergangenen Jahr präsentierte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen das EO Smart Connecting Car (EO2). Dieses Elektroauto kann allerdings noch mehr als nur platzsparend parken: Bei längeren Fahrten sollen mehrere der Autos zu einer Schlange zusammengekoppelt werden. Vorteil ist, dass nur ein Auto gegen Windwiderstand anzukämpfen braucht. Das soll den Energieverbrauch der Fahrzeuge verringern.  (wp)


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