Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/huawei-ascend-p6-im-test-duennes-smartphone-mit-duenner-ausstattung-1308-100940.html    Veröffentlicht: 14.08.2013 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/100940

Huawei Ascend P6 im Test

Dünnes Smartphone mit dünner Ausstattung

Mit dem Ascend P6 bietet der chinesische Hersteller Huawei eines der dünnsten Android-Smartphones überhaupt an. Die Hardware kann an manchen Stellen allerdings nicht mit dem Topdesign mithalten.

Das Ascend P6 ist Huaweis aktuelles Topsmartphone und hat ein Gehäuse aus Metall und Glas in schlichter Optik. Mit einem Quad-Core-Prozessor, 2 GByte RAM und IPS-Display scheint das Gerät auf den ersten Blick auch eine solide Hardwareausstattung zu haben. Bei genauem Hinsehen zeigen sich jedoch hier und dort einige Schwächen, zudem gibt es im gleichen Preissegment starke Konkurrenz.

Am IPS-Display des Ascend P6 gibt es kaum etwas auszusetzen. Es hat 4,7 Zoll und eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, was eine Pixeldichte von 312 ppi ergibt. Dementsprechend scharf werden Bildschirminhalte angezeigt, auch feine Details wie kleine Schrift werden gut erkennbar angezeigt. Ein Treppeneffekt ist mit bloßem Auge nicht auszumachen.

Das blickwinkelstabile Display ist mit Gorilla-Glas von Corning gegen Kratzer geschützt. Besonders anfällig für Fingerabdrücke ist es nicht. Farben stellt der Bildschirm des Ascend P6 natürlich dar, der Kontrast ist gut. Das Display ist hell genug, damit Inhalte auch bei hellem Umgebungslicht gut abgelesen werden können.

Wie beim Mediapad 10 FHD reagiert der Lagesensor des Ascend P6 mit einer leichten Verzögerung. Auch hier dürfte der Grund die von Huawei implementierte Animation sein, die den Kippvorgang begleitet. Der Helligkeitssensor reagiert ohne nennenswerte Verzögerung.

Dünnes, leichtes Smartphone

Das Gehäuse des Ascend P6 ist 132,5 x 65 mm groß. Das Smartphone ist mit 6,5 mm derzeit eines der dünnsten Geräte am Markt. Sowohl das HTC One mit 9,5 mm in der Gerätemitte als auch das Nexus 4 mit 9,2 mm sind deutlich dicker. Mit 121 Gramm wiegt das Ascend P6 auch weniger als manche Konkurrenten. Das Nexus 4 bringt es auf 138 Gramm, das HTC One ist mit 142 Gramm ebenfalls deutlich schwerer.

Schlichtes Design, gute Verarbeitung

Das Design des Ascend P6 ist schlicht, lediglich die untere Kante ist auffällig abgerundet. Das Smartphone ist aus Metall und Glas gefertigt, auf Kunststoff hat Huawei weitgehend verzichtet. Die Vorderseite ist aus Glas, die Rückseite mit einem nicht abnehmbaren Metalldeckel abgedeckt. Der Rahmen des Smartphones ist bis auf die untere Rundung aus silberfarbenem Metall.

Das Ascend P6 wirkt sehr hochwertig. Das Gehäuse knarzt nicht und ist äußerst verwindungssteif. Lediglich die Metallfräsung der Micro-USB-Buchse am oberen Rand des Gerätes sieht etwas unsauber aus - wobei wir hier auf hohem Niveau meckern. Generell erinnert das Design etwas an das des iPhone 5, besonders im oberen Bereich. Hier sind der rechte und der linke Rand wie bei Apples Smartphone mit einem kleinen Kunststoffstreifen unterbrochen. Auch die obere Front erinnert auf den ersten Blick etwas an das aktuelle iPhone.

Auf der Vorderseite hat das Ascend P6 keine Hardwaretasten, der Nutzer navigiert durch die Menüs mit den von anderen Android-Geräten bekannten Softwaretasten. Am rechten Rand sind der Einschalter und die Lautstärkewippe angebracht. Hier befinden sich auch die Einschübe für die Micro-SIM- und Micro-SD-Karte.

Unsinnig positionierte Kopfhörerbuchse

Um diese Einschübe zu öffnen, muss der Nutzer mit einem spitzen Gegenstand in eine Öffnung stechen. Praktischerweise liefert Huawei diesen Piekser mit und nennt ihn "Kartenauswurfwerkzeug". Unpraktischerweise ist er als Abdeckung in die Kopfhörerbuchse gesteckt: Nutzer, die ihr Smartphone oft zum Musikhören verwenden und keine Bluetooth-Kopfhörer verwenden, sollten den Piekser wohl direkt zu Hause in eine Schublade packen, da sie ihn sonst jedes Mal in der Hosentasche oder anderswo deponieren müssen und leicht verlieren könnten.

Der Kopfhörereingang sitzt beim Ascend P6 unten links, eine recht ungewöhnliche Stelle. Dass kaum ein anderer Hersteller die Buchse dort platziert, obwohl Huawei selbst die Position als "geschickt" bezeichnet, könnte einen guten Grund haben: Für Linkshänder ist das Ascend P6 mit eingestecktem Kopfhörer nicht mehr bequem zu bedienen. Bei einem geraden Stecker kann das Ascend P6 eigentlich nur noch mit der rechten Hand problemlos gehalten werden.

8-Megapixel-Kamera mit Makro-Linse

Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Fotolicht. Die Farbwiedergabe bei automatischem Weißabgleich und Tageslicht ist relativ warm, aber nicht unrealistisch. Die Farbsättigung ist natürlich, die Kontraste wirken bei sehr hellen Flächen stellenweise etwas zu hart.

Bei Tageslicht aufgenommene Bilder haben kaum sichtbare Artefakte, ein Grundrauschen ist jedoch vorhanden. Bei Aufnahmen in dunkleren Umgebungen werden Artefakte sichtbar, zudem stört das vorhandene Rauschen dann mehr. Details gibt die Kamera des Ascend P6 gut wieder, auch die Schärfe stimmt. Der Unterschied zur Kamera des Galaxy S3 ist hier gering.

Mit dem Ascend P6 können Aufnahmen mit sehr geringem Abstand zum fotografierten Objekt gemacht werden. Während Kameras anderer Smartphone-Modelle wie dem Samsung Galaxy S3, dem HTC One oder dem Nexus 4 nur noch ein unscharfes Foto aufnehmen, stellt das Ascend P6 noch scharf.

Frontkamera mit 5 Megapixeln

Insgesamt überzeugen die mit der Rückkamera des Ascend P6 aufgenommenen Fotos durch eine gute Schärfe und eine angenehme Farbwiedergabe. An die Qualität der Kamera des Galaxy S3 kommt die des Ascend P6 jedoch aufgrund des vorhandenen Grundrauschens, des stellenweise harten Kontrasts und einer etwas weniger guten Detailzeichnung nicht heran.

Die Frontkamera des Ascend P6 hat mit 5 Megapixeln eine deutlich bessere Auflösung als Frontkameras anderer Smartphones. Außer für Videotelefonie eignet sich die vordere Kamera daher auch für Selbstporträts.

Huaweis Kamera-App ist übersichtlich und bietet einige nützliche Funktionen wie einen HDR- und einen Panorama-Modus. Für Serienbilder muss der Nutzer keine separate Funktion wählen, sondern einfach den Finger auf dem Auslöser lassen. Mit zahlreichen Effekten können die aufgenommenen Fotos verschönert werden. Diese kann der Nutzer auch direkt im Sucher anzeigen lassen. Im Verschönern-Modus lässt sich während der Aufnahme ein Weichzeichner aktivieren, der bei Porträts die Haut des Modells glättet.

Durchschnittliche Hardware

Im Ascend P6 ist ein K3V2-Quad-Core-Prozessor von Hisilicon mit einer Taktrate von 1,5 GHz eingebaut. Dieser Prozessor ist bereits ein etwas älteres Modell, er wird beispielsweise in dem bereits zum Mobile World Congress im Februar 2012 vorgestellten Tablet Mediapad 10 FHD verbaut.

Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 8 GByte. Davon stehen dem Nutzer nur 4,7 GByte zur Verfügung. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis 32 GByte ist eingebaut.

Kein LTE, kein NFC

Das Smartphone unterstützt Quad-Band-GSM und UMTS auf den Frequenzen 850, 900, 1.700, 1.900 und 2.100 MHz mit HSDPA bis 21,6 MBit/s und HSUPA bis 5,76 MBit/s. LTE beherrscht das Gerät nicht. WLAN unterstützt das Ascend P6 nach 802.11b/g/n, also nur auf der Frequenz 2,4 GHz. Bluetooth läuft in der Version 3.0, ein GPS-Empfänger ist eingebaut. Das Ascend P6 ist DLNA-fähig, einen NFC-Chip hat es nicht.

Insgesamt ist die Mobilfunkunterstützung des Ascend P6 eher durchschnittlich, Dual-Band-WLAN oder der schnelle Standard ac werden ebenso wenig unterstützt wie die neue Bluetooth-Version 4.0 oder LTE.

Android mit Emotion UI

Das Ascend P6 wird mit Android 4.2.2 ausgeliefert. Darüber installiert Huawei seine eigene Benutzeroberfläche Emotion UI, die in der neuen Version 1.6 vorliegt. Im Test zum Ascend Y300, dem ersten Android-Smartphone von Huawei, das mit der ersten Version von Emotion UI ausgeliefert wurde, haben wir einige Besonderheiten der Benutzeroberfläche bereits ausführlich erklärt.

Emotion UI bietet zahlreiche, mitunter nützliche Zusatzfunktionen, verändert aber den eigentlichen Android-Unterbau merklich. Am deutlichsten wird dies bei der fehlenden App-Übersicht: Bei Emotion UI werden alle Apps wie bei einem iOS-Gerät auf dem Startbildschirm abgelegt. Um die Übersicht zu wahren, empfiehlt es sich, passende Programme in Ordnern zusammenzufassen. Huawei selbst hat im Werkszustand beispielsweise alle Google-Apps in einen Ordner gesteckt.

Nutzerprofile und viele verschiedene Designs

Zu den Stärken von Emotion UI gehören die Nutzerprofile. Die vom Nutzer konfigurierbare Benachrichtigungsleiste ermöglicht schnellen Zugriff auf unterschiedliche Profile. Diese werden über eine eigene App verwaltet und bieten nicht nur Lautstärkeeinstellungen, sondern können auch Funktionen wie den Datenmodus abschalten. Dieser wird beispielsweise im Nacht-Modus deaktiviert, was den Akku schont.

Auch das Design des Android-Systems lässt sich mit Emotion UI schnell ändern. Beim Ascend P6 sind fünf Designs vorinstalliert, sie verändern die Icons, das Hintergrundbild und die Gestaltung des Sperrbildschirms. Auf einer chinesischsprachigen Internetseite zu Emotion UI gibt es zahlreiche weitere Designs zum Download. Diese müssen in den Ordner "HWThemes" auf dem Ascend P6 kopiert werden, danach erscheinen sie als Auswahlmöglichkeit im Designmanager.

Sinnvolle vorinstallierte Apps

Huawei hat auf dem Ascend P6 einige nützliche Apps vorinstalliert. So erhält der Nutzer über den Berechtigungsmanager nach Berechtigungen sortiert einen Überblick, welche Apps welchen Zugriff erhalten. Hier kann er dann eingreifen und bestimmten Programmen den Zugriff auf Kamera, Kontakte und anderes entziehen.

Bezüglich der Berechtigungen bietet das Ascend P6 dem Nutzer generell einen guten Überblick. Versucht Gmail beispielsweise zum ersten Mal, per Push-Funktion E-Mails auf das Smartphone zu schicken, muss der Nutzer dies erst erlauben. Über den Berechtigungsmanager kann er die Erlaubnis später auch widerrufen.

Über einen Energiemanager können verschiedene Stromsparoptionen aktiviert werden. Diese deaktivieren nicht nur bei Bedarf bestimmte Apps, um die Akkulaufzeit zu verlängern, sondern reduzieren auch die CPU-Nutzung und den Zugriff auf Netzwerke. Die Wirkung dieser Optionen macht sich einerseits tatsächlich in einer längeren Akkulaufzeit bemerkbar, andererseits läuft das System aber auch merklich weniger flüssig.

Keine Bloatware

Kontakte, Nachrichten und Anrufe können über Cloudsync mit anderen Huawei-Geräten abgeglichen werden. Außerdem ermöglicht die App dem Nutzer, sein Smartphone zu lokalisieren, wenn es verloren gegangen ist. Zu den weiteren vorinstallierten Apps gehören ein Filmschneideprogramm, die Office-Software Polaris Office und ein Tool zur Datensicherung.

Erfreulich ist, dass Huawei beim Ascend P6 keine sogenannte Bloatware installiert, also nicht deinstallierbare Apps bestimmter Anbieter. Der Nutzer findet auf dem Smartphone weder die eBay-App noch die HTS-Hotelreservierungs-App. Einzig die Bitcasa-App ist vorinstalliert: Über den Onlinespeicherdienst stellt Huawei den Käufern des Ascend P6 20 GByte kostenlosen Speicher zur Verfügung.

Benchmark-Ergebnisse und Leistung

Im Gerätebenchmark Geekbench 2 erreicht das Ascend P6 1.627 Punkte. Damit liegt es hinter dem Galaxy S3 mit 1.838 Punkten, etwas deutlicher ist es vom Nexus 4 mit 2.317 Punkten und dem HTC One mit 2.650 Punkten entfernt. Grund für die etwas niedrige Punktzahl dürfte der betagte Prozessor sein.

Beim Grafiktest GFX Benchmark 2.7.2 erreicht das Smartphone beim Onscreen-Test Egypt HD 22 fps. Das ist ein durchschnittlicher Wert, der jedoch deutlich unter den Werten anderer aktueller Quad-Core-Smartphones wie dem Nexus 4 (44 fps) und dem HTC One (34 fps) liegt.

Beim Grafik-Benchmark 3DMark erreicht das Ascend P6 im Ice-Storm-Test 2.898 Punkte, im Extreme-Test 1.580 Punkte. Dies sind verglichen mit anderen aktuellen Geräten wie dem Nexus 4 und dem HTC One eher schlechte Ergebnisse: Das Nexus 4 erreicht jeweils 11.396 und 6.373 Punkte, das HTC One 10.770 und 6.369 Punkte.

Ruckler im Energiesparmodus

Das Ascend P6 reagiert schnell und zuverlässig auf Eingaben und läuft flüssig in den Menüs. Auch bei mehreren geöffneten Apps wird das System nicht merklich langsamer. Im Browser werden Internetseiten ohne Ruckler angezeigt.

Schaltet der Nutzer jedoch in den Energiesparmodus, reagiert das Smartphone aufgrund der niedrigeren CPU-Taktung nicht mehr ganz so flüssig. Internetseiten im Browser ruckeln dann leicht, insgesamt sind die Einschränkungen aber zu verschmerzen.

Besonders grafikintensive Spiele bringen das Ascend P6 an seine Grenzen. Das Jetski-Rennspiel Riptide GP 2 beispielsweise ruckelt auch im normalen Energiemodus bei besonders detailreichen Stellen deutlich, flüssig spielen lässt es sich erst, nachdem die Grafikdetails heruntergeregelt wurden. Mit dem bereits etwas älteren First-Person-Shooter Modern Combat 4 hat das Huawei-Smartphone hingegen weniger Probleme.

Durchschnittliche Akkulaufzeit

Der nicht ohne weiteres wechselbare Lithium-Polymer-Akku des Ascend P6 hat eine Nennladung von 2.000 mAh. Huawei gibt eine Sprechdauer von 28,2 Stunden im 2G- und 14,5 Stunden im 3G-Modus an. Die Standby-Zeit soll bei 2G knapp über 17 Tage betragen, bei 3G 13 Tage.

Bei alltäglicher Nutzung hält der Akku des Ascend P6 in unseren Tests im Normal-Modus einen Tag durch, am Abend betrug die Ladung noch knapp 20 Prozent. Dabei haben wir Facebook und Twitter genutzt sowie ab und zu gesurft und E-Mails abgefragt, Videos oder Spiele liefen nicht.

Im gleichen Testszenario schnitt das Smartphone bei der Intelligent-Einstellung des Stromsparmodus etwas besser ab. Hier betrug der Ladestand am Ende des Tages knapp über 35 Prozent. Das System läuft dann allerdings nicht mehr so flüssig wie bei voller Prozessorbelastung.

Unter Volllast des Prozessors hält der Akku des Ascend P6 2,5 Stunden durch. In unserem Videotest konnte das Gerät ein 1080p-Video 4,5 Stunden lang abspielen, bevor der Akku leer war. Beides sind durchschnittlich gute Werte.

Ungewöhnlich starke Hitzeentwicklung

Die Rückseite des Ascend P6 wird bei starker Auslastung des Prozessors sehr warm, stellenweise sogar heiß. An einer Stelle des Rückdeckels haben wir während unserer Auslastungstests Temperaturen bis 43 Grad Celsius gemessen, das Smartphone gab uns mehrfach Überhitzungswarnungen. Auch der Metallrahmen wird mit über 40 Grad Celsius ungewöhnlich heiß.

In der alltäglichen Benutzung muss das Ascend P6 zwar mit voll ausgelastetem Prozessor längere Zeit benutzt werden, um diese Temperaturen zu erreichen. Bei rechenintensiven Apps wie bestimmten Spielen wird die Rückseite aber bereits nach kurzer Zeit ebenfalls merklich warm. Ausschlaggebend für die schnelle Hitzeentwicklung dürfte die ultraschlanke Bauweise des Ascend P6 sein.

Verfügbarkeit und Fazit

Das weiße Huawei Ascend P6 ist im Onlinehandel für 360 Euro erhältlich. Die schwarze Variante kostet 370 Euro, ebenso das rosafarbene Modell.

Fazit

Das Ascend P6 ist ein schickes, leichtes und vor allem dünnes Android-Smartphone. Die Verarbeitung ist Huawei wirklich gut gelungen. Die Nutzeroberfläche Emotion UI bietet durch die Möglichkeit, unkompliziert Anpassungen vorzunehmen, tiefgreifende Profileinstellungen, eine wirksame Energiesteuerung und sinnvolle vorinstallierte Apps einen echten Mehrwert. Gestört haben uns die für Linkshänder absolut fehlplatzierte Kopfhörerbuchse und die merkliche Hitzeentwicklung.

Zudem ist die Hardware des Smartphones nur Mittelklasse. Huawei verbaut einen anderthalb Jahre alten Prozessor, Single-Band-WLAN, UMTS und mit HSDPA bis maximal 21,6 MBit/s und verzichtet auf Technologien wie LTE und NFC. Diese Ausstattung ist nichts Besonderes und passt nicht recht zu einem Topsmartphone.

Das Ascend P6 kostet jedoch auch deutlich weniger als die Topgeräte von Samsung, HTC oder Sony. Allerdings krankt das Smartphone am gleichen Problem wie Huaweis 10-Zoll-Tablet Mediapad 10 FHD: Als dieses Ende 2012 erschien, gab es bereits bessere Konkurrenzprodukte im gleichen Preissegment.

Für 350 Euro ist beispielsweise aktuell das Samsung Galaxy S3 erhältlich. Hier erhält der Nutzer ein Gerät mit besserem Prozessor, mehr internem Speicher, Dual-Band-WLAN und NFC-Chip. Ebenfalls für 350 Euro ist die 16-GByte-Version des Nexus 4 von Google erhältlich. Dieses Gerät hat zwar wie das Galaxy S3 kein LTE, aber dafür HSDPA mit 42 MBit/s, Dual-Band-WLAN, NFC und ebenfalls einen besseren Prozessor. Mit dem Optimus G von LG ist für momentan unter 350 Euro auch ein LTE-fähiges Smartphone mit Quad-Core-Prozessor, Dual-Band-WLAN und 13-Megapixel-Kamera erhältlich.

Wer das Ascend P6 nicht unbedingt wegen seines Designs und des dünnen Gehäuses haben möchte, auf die Benutzeroberfläche Emotion UI verzichten kann und kein musikliebender Linkshänder ist, findet im gleichen Preissegment also bessere Alternativen. Damit dürfte es das Ascend P6 auch im oberen Mittelklassebereich schwer haben.  (tk)


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