Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xbox-one-ueberwachungsgeraet-muss-doch-nicht-angeschlossen-sein-1308-100938.html    Veröffentlicht: 13.08.2013 10:20    Kurz-URL: https://glm.io/100938

Xbox One

"Überwachungsgerät" muss doch nicht angeschlossen sein

Die Xbox One funktioniert auch ohne Kinect: Das hat Microsoft bekanntgegeben und damit erneut eine dramatische Kehrtwende bei der Vermarktung seiner Konsole hingelegt. Eine Xbox One ohne Kinect solle es aber nicht geben - sagt der Hersteller jedenfalls derzeit.

Microsoft hat bekanntgegeben, dass die Xbox One auch ohne den angeschlossenen Späh- und Lauschsensor funktioniert. Er kann also nicht nur in den Optionen deaktiviert, sondern auch vollständig ausgestöpselt sein. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte die bei der Xbox One mitgelieferte Kinect 2.0 als "Überwachungsgerät" bezeichnet, weil das Gerät nach bisherigem Stand immer an die Xbox One angeschlossen sein musste und ins Wohnzimmer lauschen konnte, ob da nicht jemand "Xbox Einschalten" sagt.

Die Angelegenheit wirft ein schlechtes Licht auf die Entscheidungs- und Kommunikationsprozesse bei Microsoft. Bisher hatte der Hersteller betont, dass die Xbox One nur funktioniert, wenn die Kinect 2.0 angeschlossen ist. Bei einer Frage-und-Antwort-Runde hat ein Ingenieur auf die Frage, was passiere, wenn die Kinect 2.0 kaputt sei, laut Arstechnica.com nach einigem Zögern gesagt, dass die Xbox One dann trotzdem laufen würde. Nach mehreren Nachfragen durch die US-Presse hat dann Microsoft-Manager Albert Penello verkündet: "Wir wollten, dass sich die Kunden zu 100 Prozent wohlfühlen, deswegen erlauben wir, dass der Sensor nicht angeschlossen ist".

Die nächste logische Frage lautet: Wird Microsoft vielleicht irgendwann eine günstigere Version der Xbox One ohne Kinect anbieten? Kotaku hat sie gestellt und ein klares Nein zur Antwort bekommen. Immerhin gibt es bei der Verwendung der Konsole ja immerhin sofort gewisse Einschränkungen, wenn Hardware oder Software auf Funktionen zurückgreifen, die eigentlich eine Kinect benötigen. Trotzdem dürfte die Frage nach einer Art Einsteiger-Xbox-One-Paket ab sofort ein Dauerthema sein - schließlich könnte Microsoft damit den Preis der Playstation 4 vermutlich deutlich unterbieten; bislang kostet die PS 4 rund 400 und die Xbox One rund 500 Euro.

Die Kinect-Kehrtwende ist bereits die zweite grundsätzliche Änderung der Vermarktungsstrategie der Xbox One. Bereits vor einigen Wochen hatte Microsoft nach massivem Protest der Community darauf verzichtet, die Konsole mit einer Onlinepflicht und einer Gebrauchtspiel-Verkaufssperre auszustatten. Für Microsoft könnte es ein Problem sein, falls Käufer im Warten auf eine dritte Kehrtwende ihre Kaufentscheidung hinauszögern, um eine Kinect-lose Xbox One zu bekommen.  (ps)


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