Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/suchmaschinenverbot-google-nervt-nutzer-mit-vermehrten-captcha-abfragen-1308-100875.html    Veröffentlicht: 08.08.2013 19:03    Kurz-URL: https://glm.io/100875

Suchmaschinenverbot

Google nervt Nutzer mit vermehrten Captcha-Abfragen

Google Deutschland setzt wieder Captcha-Abfragen ein. Wer die "falsche" IP-Adresse hat, wird mitunter ganz von der Nutzung der Suche ausgeschlossen. Die Unternehmenssprecher äußern sich nicht zu Captchas.

Seit mehreren Wochen sind Google-Nutzer wieder mit Captcha-Abfragen bei der Nutzung der Google-Suche konfrontiert. Zwischen zwei und fünf Captchas hintereinander werden bei Suchanfragen vorgeschaltet. Auch die Golem.de-Redaktion ist wieder massiv betroffen.

"Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt", erklärt Google auf der Captcha-Seite. Weiter lautet die Meldung: "Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden." Wer die Suche nutzen will, wird aufgefordert, ein Captcha zu lösen, also eine verzerrte Buchstabenkombination zu erkennen und einzugeben.

In einzelnen Fällen wurde die Suche gar nicht mehr ausgeführt. Dann blendete Google einen englischen Text ein, der erklärte, dass "wegen möglicher automatischer Abfragen an Google" von der IP-Adresse "leider derzeit keine Abfrage möglich" gewesen sei. Doch dass ein Computer oder ein Telefon in dem Netzwerk automatisch Daten an Google sendet, kann im Falle von Golem.de ausgeschlossen werden. Vermutlich wurde die IP-Adresse vorher von einem anderen Computer verwendet, der durch Schadsoftware verseucht war und ungewöhnlich viele Google-Suchanfragen stellte.

Nachfragen von Golem.de an die Google-Pressestelle zu der Captcha-Problematik blieben bisher grundsätzlich unbeantwortet. Während Google zu Fragen wie Google Fiber oder zum Leistungsschutzrecht schnell und engagiert reagiert, scheint sich der Konzern beim Thema Captcha ganz auf seine Marktmacht zu verlassen. Hier ist für ihn eine Reaktion nicht nötig, was einem Missbrauch der Marktposition gleichkommt.

Einzig die Agentur von Google antwortete Golem.de mit dem freundlichen Hinweis: "Leider kann so etwas passieren, wenn aus Ihrem Netzwerk ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt werden. Einen persönlichen Ansprechpartner können wir Ihnen leider nicht vermitteln", aber über ein Formular könne Google auf das Problem aufmerksam gemacht und um Freischaltung gebeten werden. Wer das Formular nutzt, wird kurzfristig verschont, dann geht der Captcha-Terror weiter.  (asa)


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