Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/petition-protest-gegen-drosselung-noch-nicht-erfolgreich-1308-100769.html    Veröffentlicht: 02.08.2013 16:59    Kurz-URL: https://glm.io/100769

Petition

Protest gegen Drosselung noch nicht erfolgreich

Der Petent Malte Götz zieht nach drei Kampagnenmonaten gegen die DSL-Drosselungspläne der Telekom eine Zwischenbilanz: "Ich bin begeistert und enttäuscht zugleich." Immerhin sei die Senkung auf eine Datenübertragungsrate von 2 MBit/s erreicht worden.

Der Schüler Malte Götz, der die Change.org-Petition gegen die Telekom gestartet hat, zieht eine Zwischenbilanz über den Widerstand gegen die Drosslungspläne. Mehr als 200.000 Menschen haben seine Petition unterschrieben.

"Ich bin begeistert und enttäuscht zugleich. Die Deutsche Telekom hat die Drosselung nicht zurückgenommen und die Politik hat bisher kein Gesetz zur Sicherung der Netzneutralität auf den Weg gebracht. Trotzdem hat unser Protest einiges erreicht. Wir waren laut und man hat uns gehört", so Götz.

Nach Kritiken der Telekommunikationskonzerne soll die vom Bundeswirtschaftsministerium geplante Verordnung für Netzneutralität vor der Wahl im September 2013 nicht mehr im Bundeskabinett zur Abstimmung kommen, hatte der IT-Branchendienst Heise.de aus Regierungskreisen berichtet.

"Letztlich waren wir noch nicht erfolgreich", resümiert Götz. "Doch es ist fraglich, ob die Telekom ohne unseren lauten Protest das gedrosselte Datenvolumen auf 2 MByte angehoben hätte."

Ab 2016 will die Telekom Vielnutzer ihrer Internetanschlüsse mehr zahlen lassen und bei Überschreiten bestimmter Datenvolumen die Geschwindigkeit drosseln. Am 12. Juni 2013 kündigte die Telekom an, die Drosselung auf eine Datenübertragungsrate von 2 MBit/s statt 384 KBit/s heraufzusetzen. Die Telekom hält aber daran fest, bestimmte Dienste bevorzugt zu behandeln. Entertain soll weiterhin von der Drosselung ausgenommen werden. Dabei handele es sich um eine lineare Fernsehplattform, nicht um einen Internetdienst. Wie mit dem Video-on-Demand-Dienst Videoload verfahren werden soll, der sowohl über Entertain als auch als normaler Internetdienst angeboten wird, lässt die Telekom weiterhin offen. Der künftige Vorstandschef der Telekom, Timotheus Höttges, hatte am 19. Juni 2013 eine weitere Lockerung der Drosselungsgrenzen beim Datenvolumen der DSL-Anschlüsse in Aussicht gestellt.  (asa)


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