Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/roboter-daler-fliegt-und-laeuft-1308-100763.html    Veröffentlicht: 02.08.2013 14:59    Kurz-URL: https://glm.io/100763

Roboter

Daler fliegt und läuft

Daler ist eine Mischung aus Drohne und Roboter, der sich in der Luft und auf dem Boden fortbewegen kann. Er nutzt seine Flügel zum Fliegen und für die Fortbewegung auf der Erde.

Einen Roboter, der sowohl fliegen als auch sich auf dem Boden fortbewegen kann, haben Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) konstruiert. Auf dem Boden werden seine Flügel zu Beinen.

Deployable Air Land Exploration Robot, kurz: Daler, nennen die Entwickler um Ludovic Daler ihre Laufdrohne. Daler ist ein Nurflügelfluggerät, dessen Flügel als sogenannte Whegs dienen. Die Abkürzung kann für Wheel-Legs oder - in diesem Fall - für Wing-Legs stehen.

Die Flügel sind über eine Achse mit dem Rumpf verbunden. Ein Motor dreht die Flügel, so dass sich der Flugroboter auf dem Boden fortbewegt. Die Geschwindigkeit beträgt rund 0,2 Meter pro Sekunde - das entspricht etwa 0,7 Kilometern in der Stunde. Im Flug wird der drehbare Teil der Flügel mit einer Sperre gesichert. Als Antrieb dient ein Propeller.

Geländegängig

Die Fortbewegung ist zwar nicht unbedingt elegant, aber dafür effektiv: Der Roboter komme mit unterschiedlichen Untergründen zurecht, er könne relativ hohe Hindernisse überwinden und komme auch im Gelände gut voran, sagen die Forscher.

Adaptive Morphology, etwa: anpassungsfähige Gestalt, nennen die Schweizer Forscher ihren Ansatz, Teile der vorhandenen Struktur so zu modifizieren, dass sie für verschiedene Bewegungsarten eingesetzt werden können. Vorteil ist, dass keine weitere Struktur für eine zweite Fortbewegungsart benötigt wird, etwa ein Fahrgestell. Das spare Gewicht, was wiederum positiv sei für die Flugeigenschaften der Drohne.

Flügel verändern

Im nächsten Schritt wollen EPFL-Wissenschaftler die Flügel so weiterentwickeln, dass sie die Form ändern können. Und das nicht nur für die Bewegung auf dem Boden, sondern auch in der Luft: Ihre Fläche könnte verkleinert werden, etwa um besser über dem Boden zu schweben.

Ziel des Projekts sei, Roboter für Missionen in schwierigem und unübersichtlichem Gelände zu entwickeln, etwa für die Erkundung der Umwelt und für Rettungsmissionen: Ein Roboter könnte das Terrain überfliegen und sich dort, wo er nicht fliegen kann, etwa in dichter Vegetation oder in halb eingestürzten Gebäuden, auf dem Boden fortbewegen.

Multimodale Fortbewegung

Multimodale Fortbewegung (multi-modal locomotion) nennt sich das Prinzip, das aus der Natur stammt: Viele Tiere - und auch der Mensch - können sich ja auf verschiedene Arten fortbewegen: Verbreitet ist etwa laufen und schwimmen. Vögel können nicht nur fliegen, sondern auch laufen, manche schwimmen zudem. Die Schweizer sind nicht die einzigen, die sich damit beschäftigen, es auf die Technik zu übertragen: Robotiker des Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago haben im vergangenen Jahr Hytaq vorgestellt, der fahren und fliegen kann.

Anders als Daler benötigt Hytaq aber für jede Bewegungsart eine eigene Struktur: Hytaq ist ein Quadcopter, der in einem zylindrischen Käfig aufgehängt ist, der als Rad dient. Der Flugroboter sitzt in dessen Innerem auf einer Achse.  (wp)


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