Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/stromausfall-it-der-gesamten-berliner-verwaltung-abgestuerzt-1307-100720.html    Veröffentlicht: 31.07.2013 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/100720

Stromausfall

IT der gesamten Berliner Verwaltung abgestürzt

Weil die unterbrechungsfreie Stromversorgung im Rechenzentrum nicht funktionierte, stürzten am Wochenbeginn nach einem kurzen Spannungsausfall fast alle Rechner in der Berliner Verwaltung und bei der Polizei ab. Es war der größte IT-Ausfall seit mehr als 30 Jahren.

Wegen Spannungsschwankungen im Berliner Stromnetz kam es am 29. Juli 2013 gegen 14 Uhr im Hochsicherheitsrechenzentrum des IT-Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ Berlin) zu technischen Ausfällen. Das gab das ITDZ Berlin bekannt. Weil die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) nicht richtig funktionierte, kam es zu Abstürzen fast aller Computer in der Berliner Verwaltung. Eine Sprecherin sagte dem Tagesspiegel: "Es ist der größte IT-Ausfall seit mehr als 30 Jahren."

Betroffen waren Teile der Polizei, der Finanzverwaltung, Gerichte und öffentliche Bibliotheken.

Bislang sei noch ungeklärt, wie es trotz regelmäßiger Wartungsarbeiten und Belastungstests im vierwöchigen Rhythmus zu dem Ausfall der USV-Komponenten kommen konnte. Den Technikern des ITDZ Berlin sei es aber gelungen, einen Großteil der Systeme über Nacht wieder anzufahren und zu stabilisieren.

Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ Berlin: "Trotz zahlreicher Vorsorgemaßnahmen kam es zu den Ausfällen, die wir sehr bedauern. Wir arbeiten jetzt daran, den Fehler zu reproduzieren, und tauschen die betroffenen Bauteile aus."

Bei den Gerichten brach das Computerprogramm Aulak zusammen. Im Amtsgericht Schöneberg war die IT erst am Mittag des kommenden Tages wieder voll nutzbar, die Arbeiten an der Beseitigung verbleibender technischer Probleme dauerten noch an.

Kurze Spannungsschwankungen im Netz in Berlin-Wilmersdorf seien der Auslöser gewesen. Nach einer halben Stunde sei das Problem behoben gewesen, sagte eine Vattenfall-Sprecherin Golem.de.

Entgegen der ersten Annahme war nicht die Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) der Firma APC schuld an dem Ausfall, erklärte die ITDZ Berlin am 2. August 2013.  (asa)


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