Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/disney-research-algorithmus-macht-raeumlich-aus-flach-1307-100717.html    Veröffentlicht: 31.07.2013 17:11    Kurz-URL: https://glm.io/100717

Disney Research

Algorithmus macht räumlich aus flach

Ein von Disney Research entwickelter Algorithmus errechnet aus Fotos hochaufgelöste 3D-Ansichten. Für den Testlauf sind die Fotos noch einheitlich aufgenommen worden, künftig sollen aber beliebige Bildersammlungen verarbeitet werden können.

Entwickler von Disney Research in Zürich haben einen Algorithmus entwickelt, der aus zweidimensionalen Abbildungen dreidimensionale erstellt. Gedacht ist der Algorithmus unter anderem für die Produktion von Filmen und Computerspielen.

Das Prinzip, aus Fotos 3D-Bilder zu generieren, ist nicht neu: Ein Objekt wird aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiert und die Bilder zu einer 3D-Ansicht montiert. Programme wie Photosynth von Microsoft oder Project Photofly von Autodesk leisten das bereits.

Gestaffelte Gegenstände

Allerdings seien diese Konzepte an ihre Grenzen gekommen, wenn es um komplexe Situationen gehe, sagen die Entwickler von Disney Research in Zürich um Alexander Sorkine-Hornung - wenn also etwa Gegenstände gestaffelt hintereinander stehen und dieses Motiv in hoher Auflösung abgebildet werden soll. Ihr Algorithmus könne die dafür nötigen Datenmengen besser verarbeiten, da er diese nicht ständig im Speicher behalten müsse.

Der Algorithmus vergleicht die verschiedenen 2D-Ansichten und errechnet für jedes Pixel eine Tiefenabschätzung. Diese Berechnungen werden für die Kanten von Objekten durchgeführt. Das Ergebnis seien gut erkennbare Silhouetten, erklären die Forscher.

100 Fotos

Als Test haben die Forscher ihren Algorithmus mit 100 Fotos gefüttert, die sie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) vom Typ Canon EOS 5D Mark II aufgenommen hatten. Aus den Fotos, die eine Auflösung von 21 Megapixeln hatten, ließen sie dann 3D-Ansichten auf einem Standard-Grafikprozessor errechnen.

Für die Testaufnahmen hätten sie die Kamera auf einen motorisierten Lineartisch vom Typ Zaber T-LST1500D montiert, berichten die Entwickler von Disney Research. So hätten die Bilder eine einheitliche Geometrie gehabt, was die Verarbeitung vereinfacht habe. Sie wollen ihren Algorithmus aber so weiterentwickeln, dass er einen beliebigen Satz Bilder, die auch aus der Hand aufgenommen sein können, verarbeitet.

Film- und Computerspielbranche

Als Anwendungsgebiet sehen die Forscher vor allem die Film- und Computerspielbranche. Der Bedarf an hochauflösenden 3D-Aufnahmen in dem Bereich steige ständig. In der Postproduktion von Filmen seien etwa hochaufgelöste 3D-Ansichten nötig, um am Computer erzeugte Bilder oder Effekte in Realbilder einzufügen.

Die Entwickler von Disney Research haben ihr System kürzlich auf der Siggraph vorgestellt.  (wp)


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