Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grizzly-gewehr-aus-dem-3d-drucker-getestet-1307-100637.html    Veröffentlicht: 26.07.2013 12:00    Kurz-URL: https://glm.io/100637

Grizzly

Gewehr aus dem 3D-Drucker getestet

Grizzly ist nach Angaben des Herstellers das erste Gewehr, das mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde. Es ließ sich in einem Test abfeuern.

Die nächste Waffe aus dem 3D-Drucker ist aufgetaucht und getestet worden. Das Gewehr ließ sich abfeuern - war danach aber nicht mehr zu gebrauchen.

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Grizzly ist ein Gewehr mit einem kurzen Lauf mit Kaliber 22. Den Namen für die Waffe hat der 3D-Drucker, der sich ThreeD Ukulele nennt, einem kanadischen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg entlehnt. In dem Forum von Defense Distributed hat ein Nutzer Bilder gepostet, die mutmaßlich Grizzly zeigen: Es handelt sich um Risszeichnungen sowie Fotos der gedruckten Teile.

Teil aus dem Liberator

Wie die Pistole Liberator der umstrittenen Gruppe Defense Distributed ist auch Grizzly komplett im 3D-Drucker entstanden - ThreeD Ukulele hat dafür einen Stratasys Dimension 1200es eingesetzt. Er habe auch ein Teil aus dem Liberator verwendet, schreibt ThreeD Ukulele.

Anders als Defense-Distributed-Gründer Cody Wilson beim Liberator-Test hat ThreeD Ukele es vorgezogen, Grizzly beim Test nicht aus der Hand abzufeuern: Das Gewehr war in einen Schraubstock eingespannt. Zu Recht: Der Grizzly habe nur einen Schuss überlebt, berichtet der Waffendrucker am Ende des Videos. Lauf und Griffstück seien gerissen.

Explodierende Waffe

Die Polizei im australischen Bundesstaat New South Wales hatte im Frühling eindringlich vor den Gefahren durch Feuerwaffen aus dem 3D-Drucker gewarnt: Ein von den Beamten hergestellter Liberator war beim Abfeuern explodiert.

Auch die deutschen Behörden wollen sich des Themas annehmen: Die Entwicklung auf dem Gebiet werde "aufmerksam verfolgt", erklärte die Bundesregierung dieser Tage auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke. Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei widmeten sich "aktuell mit hoher Priorität der Thematik". So werde das BKA einen 3D-Drucker anschaffen, "um eigene Tests, insbesondere im Bereich 'Ausdruck von Waffen oder Waffenteilen', durchzuführen".  (wp)


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