Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/nukemap3d-atomkrieg-bei-google-earth-1307-100592.html    Veröffentlicht: 24.07.2013 17:04    Kurz-URL: https://glm.io/100592

Nukemap3D

Atomkrieg bei Google Earth

Nukemap3D ist ein Webangebot, das Nutzern die Kraft von Atomwaffen verdeutlichen soll. Die Nutzer können sich die Auswirkungen einer solchen Explosion auf einer Google-Karte anzeigen lassen.

Welche Zerstörungen richtet eine Atombombe an? Wie viele Opfer fordert sie? Wie weit treibt der Fallout? Eine Website zeigt die Auswirkungen.

Nukemap3D heißt das Angebot des Wissenschaftshistorikers Alex Wellerstein. Auf einer Google-Karte kann eine Atomexplosion dargestellt werden. Auf der Karte werden zudem die Auswirkungen angezeigt: Welchen Radius hat der Feuerball? Wo wirken die Druck- und die Hitzewelle? In welchem Bereich herrscht tödliche Strahlung? Und schließlich: Wo ist mit dem Niederschlag radioaktiven Materials, dem sogenannten Fallout, zu rechnen?

Feuerball, Druckwelle, Strahlung

In einer Google-Karte wählt der Nutzer einen Ort sowie den Sprengkopf, mit dem er diesen virtuell sprengen will. Zur Auswahl stehen die Atombomben, die die USA 1945 über Hiroshima und Nagasaki abwarfen, das aktuelle Arsenal der USA und Russlands, die sowjetische Wasserstoffbombe AN602 - die größte jemals gezündete Bombe - und Bomben der übrigen Atommächte, darunter Nordkorea, Indien und Pakistan. Auch ein Terroranschlag mit einer kleinen Atombombe lässt sich simulieren.

Nukemap3D zeigt wahlweise die Auswirkungen, den Atompilz, eine Animation der Explosion inklusive der Entwicklung des Atompilzes an. Eine weitere Version von Nukemap war nur zweidimensional und entsprechend weniger spektakulär.

Auswirkungen auf bekannte Orte

Die Zeitungen berichteten praktisch täglich über Atomwaffen, schreibt Wellerstein. "Aber die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon, was die Explosion einer Atombombe anrichten kann. Manche glauben, sie zerstören auf einmal alles auf der Erde, andere glauben, sie unterschieden sich nicht sehr von konventionellen Waffen." Nukemap solle zum Verständnis beitragen, was eine solche Waffe anrichten könne. Zu der Erkenntnis soll betragen, dass sich die Nutzer die Auswirkungen auf einer Google-Karte an einem Ort, den sie kennen, anzeigen lassen können.

Alex Wellerstein ist Wissenschaftshistoriker am American Institute of Physics in College Park im US-Bundesstaat Maryland und beschäftigt sich mit dem Thema Atomwaffen. Unter anderem führt er das Blog Restricted Data.  (wp)


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