Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/virtualisierung-virgil-soll-qemu-3d-beschleunigung-bescheren-1307-100499.html    Veröffentlicht: 19.07.2013 12:27    Kurz-URL: https://glm.io/100499

Virtualisierung

Virgil soll Qemu 3D-Beschleunigung bescheren

Eine virtuelle GPU namens Virgil für Qemu soll dort installierten Gastsystemen 3D-Beschleunigung bieten. Virgil soll zunächst OpenGL unterstützen, später aber auch Direct3D.

Mit dem Projekt Virgil will der Red-Hat-Mitarbeiter und Kernel-Entwickler David Arlie 3D-Beschleunigung in Qemu verfügbar machen. Virgil soll als virtuelle GPU umgesetzt werden und dabei zunächst eine OpenGL-Schnittstelle für Gastsysteme bieten. Später soll eine Direct3D-Schnittstelle hinzukommen, die auch Windows-Gäste nutzen können. Er arbeite bereits seit acht Monaten an Virgil, schreibt Arlie. Nun hofft er auf die Unterstützung von weiteren Entwicklern.

Virgil besteht aus einer virtuellen GPU für Qemu, dessen OpenGL-Schnittstelle auf Gallium3D und seiner TGSI-Schnittstelle basiert. Zunächst sollen GL 2.1 und GLSL 1.20 unterstützt werden. Für die Kommunikation zwischen Gastsystem und Host kommt VirtIO zum Einsatz. Auf dem Host werden keine Treiber benötigt, Virgil soll direkt mit der GPU dort kommunizieren können, sofern diese ebenfalls OpenGL unterstützt.

Jetzt X.org, später Wayland

Für das Gastsystem hat das Projekt Virgil einen Direct-Rendering-Manager-Treiber (DRM), der als Schnittstelle zum Linux-Kernel dient, etwa zu dessen Speicherverwaltung. Dazu kommt dann noch ein X.org-DDX-Treiber sowie ein Mesa beziehungsweise ein Gallium3D-Treiber, den Desktops und 3D-Anwendungen nutzen können. Gegenwärtig fehlt auch die Unterstützung für Vblank, weshalb Wayland beziehungsweise Weston noch nicht unterstützt werden. Auch diese Funktion will Arlie nachreichen.

Damit könnten KVM/Qemu im Vergleich zu anderen Virtualisierungslösungen aufholen, denn Virtualbox und VMware bieten längst eine 3D-Beschleunigung in ihren virtuellen Maschinen an.

Virgil begann als Forschungsprojekt, wie Arlie in seinem Blog schreibt. Der Code sei gegenwärtig keinesfalls für den produktiven Einsatz gedacht. Er habe aber bereits einige 3D-Spiele zum Laufen gebracht, darunter Openarena und die Gnome-Shell.  (jt)


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