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Samsung XS1715

SSD mit 3 GByte/s und 740.000 IOPS dank NVM Express

Samsung hat seine ersten SSDs vorgestellt, die auf NVM Express setzen. Die ersten Modelle nutzen die ebenfalls neue SFF-8639-Schnittstelle. Die XS1715-Serie bietet viel Speicherplatz, hohe Geschwindigkeiten und sehr hohe IOPS-Werte. Später sollen NVMe-SSDs auch in Ultrabooks eingesetzt werden.

Samsungs NVMe SSD XS1715 ist ein 2,5-Zoll-Flashspeicher mit der neuen SFF-8639-Schnittstelle, die zum SATA-Express-Standard gehört. Der Anschluss überträgt Daten per PCI Express und nicht etwa mit dem SATA-Transport-Link. Zudem unterstützt die SSD den dritten Express-Standard: NVM Express.

NVM Express soll möglichst AHCI ablösen, da AHCI als Flaschenhals bei IOPS-Werten gilt, worüber wir bereits vom IDF 2012 berichteten. Auch wenn es sich bei der XS1715 um eine 2,5-Zoll-SSDs handelt: Sie gehört nicht etwa in Notebooks, sondern in Server. Dabei ist die SFF-Schnittstelle für hohe Bandbreiten und NVM Express für hohe IOPS-Werte zuständig. Beides erreicht Samsung mit seinen neuen Modellen.

Schneller als LSIs Warpdrive

Samsung veröffentlicht von der XS1715 noch nicht alle Daten. Sie soll lesend im besten Fall 3 GByte/s übertragen. Das ist weder mit der aktuellen SATA-Generation noch mit SAS12 möglich. Rekorde bricht Samsung damit trotzdem nicht. LSIs Warpdrive schafft für fast 30.000 US-Dollar immerhin 4 GByte/s als PCI-Express-3.0-Karte. Beeindruckend sind dafür die angegebenen IOPS-Werte, die für Serveranwendungen besonders wichtig sind. 740.000 IOPS soll die XS1715 erreichen. LSIs Warpdrive kommt gerade einmal auf Werte im Bereich der 200.000 IOPS.

Samsung nutzt NVM Express, weil es besser für Flashspeicher geeignet ist. Mit AHCI können nur 32 Kommandos für den Datenträger in eine Queue abgelegt werden, was dem typischen Platter-Spindel-Kopf-Design einer Festplatte genügt. SSDs hingegen haben die Limitierung durch die Kopfbewegungen nicht. Der Speicher muss nicht erst den Lesekopf bewegen, was AHCI genug Zeit zum Abarbeiten und Sortieren der Kommandos gibt.

Per NVM Express sind es 64.000 Queues mit jeweils 64.000 Kommandos. Samsung erreicht zudem eigenen Angaben zufolge deutlich geringere Latenzen: Per AHCI schafft Samsung nur eine Latenzzeit von 7 Mikrosekunden auf einer PCIe-SSD. Mit NVM-Express konnte Samsung den Wert auf 1 Mikrosekunde reduzieren.

Redundante PCIe-Anbindung

Die SSD ist auf Ausfallsicherheit ausgelegt. Die XS1715 unterstützt vier PCIe-Lanes (PCIe 3.0 x4), die der Nutzer unterschiedlich verwenden kann. Entweder er arbeitet mit 2 x x2 und bindet die SSD damit redundant an das System an oder es werden alle vier Lanes (x4) genutzt, um höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Die SSD ist zudem Hot-swappable, um sie im Notfall während des Betriebs auszutauschen.

Die XS1715 ist in drei Varianten geplant: 400 GByte, 800 GByte und 1,6 TByte. Sie werden erst 2014 auf den Markt kommen. Samsung plant die SSDs aber noch vor einem SAS12-Angebot einzuführen. Preise nannte Samsung auf seiner Vorstellung in Südkorea noch nicht. Die NVM-Express-SSDs brauchen neue Treiber, die erst in die neuen Betriebssysteme integriert werden müssen.

NVM-Express-SSDs sollen auch in Ultrabooks Verwendung finden. Samsung machte Andeutungen, dass dies im M.2-Format passieren wird, das in einigen Haswell-basierten Ultrabooks, wie dem Vaio Pro, bereits zum Einsatz kommt. Im Falle von Sonys Ultrabook jedoch noch als mSATA-Ausführung. Eine NVMe-SSD im M.2-Format würde hingegen vier PCIe-Lanes verwenden und damit die Geschwindigkeitsbegrenzung durch SATA mit 6 GBit/s überwinden. Samsung plant, nach der XS1715, also im Laufe des Jahres 2014, NVMe-M.2-SSDs auf den Markt zu bringen.

Zusammen mit SATA Express und dem M.2-Format, zuvor als NGFF bekannt, wird die alte SATA-Technik damit bald abgelöst. Von SATA bleibt, bis auf den Namen, in Zukunft nichts mehr übrig. SATA Express ist nur der Marketingname für PCIe-SSDs und definiert die Formfaktoren.  (ase)


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