Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schutzschirmverfahren-flachbildschirmhersteller-loewe-droht-das-geld-auszugehen-1307-100410.html    Veröffentlicht: 16.07.2013 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/100410

Schutzschirmverfahren

Flachbildschirmhersteller Loewe droht das Geld auszugehen

Loewe musste Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Apple soll 2012 ein Übernahmeangebot für Loewe vorgelegt haben. Wenn ein strategischer Partner gefunden werde, soll es künftig auch TV-Geräte "im Einstiegsbereich der Premiummarke", Bediener-Interfaces und TV-Apps von Loewe geben.

Loewe hat einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Wie der Fernseherhersteller am 16. Juli 2013 bekanntgab, haben Vorstand und Geschäftsführung beim Amtsgericht Coburg ein "Schutzschirmverfahren" beantragt. "Wie die gesamte Branche belastet die aktuelle Marktschwäche bei TV-Geräten auch unser Geschäft schwer", sagte Loewe-Chef Matthias Harsch. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im oberfränkischen Kronach.

Der Hersteller hatte im Juni 2013 erklärt, dass mehr als die Hälfte seines Grundkapitals aufgebraucht seien. In den vergangenen Monaten wurden bereits 180 Stellen abgebaut.

Loewe sucht nach strategischen Interessenten und Finanzinvestoren. Gewünscht sei eine "Kapitalerhöhung unter Einbeziehung bestehender und neuer Investoren".

Harsch sagte, das Unternehmen wolle "verstärkt Geräte auch im Einstiegsbereich der Premiummarke" anbieten. Zudem wolle sich Loewe im Bereich Smart Entertainment mit Bedienerinterfaces, TV-Apps, Connectivity und Softwareservices neu positionieren.

Investor-Relations-Sprecher Axel Gentzsch erklärte Golem.de: "Nein, wir sind nicht zahlungsunfähig. Es war wichtig vor Gericht, damit dem Antrag auf Schutzschirmverfahren stattgegeben wird, dass die Zahlungsfähigkeit nachgewiesen wird. Wir sind nicht insolvent." Ein Sprecher des Amtsgerichts Coburg bestätigte Golem.de, dass für die Loewe AG und ihre Tochtergesellschaft Loewe Opta heute ein Schutzschirmverfahren beantragt worden sei. "Der Gesetzgeber hat das Schutzschirmverfahren als eigenständiges Sanierungsverfahren in der Insolvenzordnung geregelt. Es gibt dabei eine Eigenverwaltung, wie bei der Insolvenz in Eigenverwaltung, es darf keine Zahlungsunfähigkeit vorliegen, sondern nur eine drohende Zahlungsunfähigkeit und innerhalb von drei Monaten muss ein Sanierungsplan vorliegen, sonst endet das Verfahren." Ein Insider beim Gericht sagte, dass mit einem Schutzschirmverfahren vor allem Zeit gewonnen werden soll.

Im Mai 2012 wurde von dem Onlinemagazin Appleinsider berichtet, dass Apple ein Übernahmeangebot für Loewe abgegeben habe. Der US-Konzern soll ein vertrauliches Angebot über 87,3 Millionen Euro unterbreitet haben, ein leichter Aufschlag auf den letzten Aktienkurs des Unternehmens. Der japanische Elektronikkonzern Sharp und Apple-Partner ist mit 28,83 Prozent größter Anteilseigner von Loewe.

"Es ist natürlich nie ausgeschlossen, dass ein interessierter Investor über einen Anker-Aktionär andocken möchte. Uns als Unternehmen sind keine Absichten bekannt, dass sich Apple an Loewe beteiligen will", sagte Gentzsch.  (asa)


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