Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/roadmap-intels-verloetete-desktop-cpus-starten-ende-2013-1307-100315.html    Veröffentlicht: 10.07.2013 17:48    Kurz-URL: https://glm.io/100315

Roadmap

Intels neue verlötete Desktop-CPUs starten Ende 2013

Eine inoffizielle und sehr detaillierte Roadmap von Intel zeigt: Prozessoren mit der Silvermont-Architektur, dem Atom-Nachfolger, kommen Ende 2013 in großer Zahl mit den Marken Celeron und Pentium auf den Markt. Sie werden fest verlötet und nicht austauschbar sein.

Von einem russischen Unternehmen und direktem Intel-Kunden stammt eine Roadmap, die bei Myce veröffentlicht wurde. Darin finden sich Details zu der Plattform Bay Trail-D, die auf Intels Silvermont-Architektur basiert. Diese CPUs sind zwar die Nachfolger des Atom, diesen Markennamen verwendet Intel aber nur noch bei wenigen Silvermonts.

So sollen im vierten Quartal auch gleich neun CPUs mit Modellnummern von J1750 bis J2850 für einfache Desktop-PCs erscheinen, die als Nettops mit besonders kompakten Gehäusen vor allem in Schwellenländern immer noch gefragt sind. Bereits mit Monitor und Eingabegeräten versehene Arbeitsplätze lassen sich mit diesen Komponenten für weniger Geld aufrüsten, als ein Notebook kosten würde.

Taktfrequenzen und weitere Daten zu den J-CPUs verrät die Roadmap zwar nicht, sie sind für einige Modelle auch schon bekannt. Aber: Alle neun Prozessoren sollen nur mit BGA-Gehäusen erscheinen. Diese Chip-Packages besitzen an der Unterseite Lötkontakte und müssen ohne Sockel direkt auf einem Mainboard angebracht werden. Ein Wechsel durch den Anwender ist dabei nicht vorgesehen. BGA-CPUs bietet Intel für Desktop-PCs inzwischen nicht nur mit den günstigsten CPUs wie den D-Atoms an, auch die aktuellen Haswell- und später Broadwell-Prozessoren werden immer mehr BGA-Versionen erhalten.

Für PC-Hersteller ermöglichen die verlöteten CPUs eine Kostenersparnis, zudem lassen sich so flachere Gehäuse entwerfen. Vor allem bei All-in-One-PCs sind die BGA-CPUs für die Anbieter damit nützlich. Für solche Geräte hat Intel auch einen eigenen Kühler entworfen, bei dem der Kühlkörper und ein Radiallüfter neben und nicht auf der CPU sitzen - ähnlich wie bei Notebooks.

Nachdem die zunehmende Verbreitung von BGA-CPUs Ende 2012 bekanntwurde, befürchteten viele PC-Selbstbauer, die Sockel würden gänzlich aussterben. Sowohl Intel als auch AMD dementierten das umgehend, und auch die aktuelle Intel-Roadmap sieht bis zum Ende des Jahres 2014 für fast alle Modellreihen gesockelte Versionen vor.  (nie)


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