Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/jeri-ellsworth-valve-insiderin-erzaehlt-von-internen-machtkaempfen-1307-100260.html    Veröffentlicht: 08.07.2013 15:21    Kurz-URL: https://glm.io/100260

Jeri Ellsworth

Valve-Insiderin erzählt von Machtkämpfen

In der Öffentlichkeit stellt sich Valve Software als Firma mit traumhaften Arbeitsbedingungen dar. Das stimme nicht, sagt Jeri Ellsworth, ehemalige Leiterin der Hardwareabteilung. Indirekt deutet sie an, dass Valve Projekte wie die Steam Box möglicherweise nicht veröffentlichen möchte.

"Sie haben mir alles versprochen, und mich dann hinterrücks ausgeschaltet", sagt Jeri Ellsworth über ihren ehemaligen Arbeitgeber Valve Software. Der gilt spätestens seit der Veröffentlichung eines internen Handbuchs als Traumarbeitgeber mit flachen Hierarchien. Die ehemalige Leiterin des Hardwarelabors sieht das inzwischen anders, wie sie in einem langen Podcast-Interview von Grey Area erzählt.

<#youtube id="zxRWW4CYLSI"> Ellsworth war im Februar 2013 mit rund 25 Kollegen entlassen worden. Sie berichtet, dass zumindest ihr Team strukturell um gut den Faktor 100 unterbesetzt gewesen sei. Nach ihren Angaben steht bei Valve teure Spezialhardware für mehrere Millionen US-Dollar einfach nur herum, weil es unmöglich sei, einen Mitarbeiter für 40.000 US-Dollar im Jahr anzustellen, der sich um sie kümmern könne.

Auf die Anmerkung der Interviewerin, dass das alles klingen würde, als ob Valve seine Hardwarepläne - in deren Mittelpunkt die Steam Box steht - langsam sterben lassen möchte, antwortet Ellsworth ausweichend. Dafür gebe es zwar keine Belege, aber zumindest ihr Projekt sei beendet worden. Auf nonverbale Art scheint die ehemalige Valve-Mitarbeiterin der These zuzustimmen.

Über die Arbeit bei Valve sagt sie auch, dass kleine Teams tatsächlich gut funktionieren würden. Vieles in dem Handbuch sei wahr. Andererseits: Es gebe keine offizielle Hierarchien, sehr wohl aber verborgene. Wie an der Highschool gebe es "die beliebten Kids, die Macht angehäuft haben, dann die Problemtypen und alle dazwischen. Die dazwischen sind alle okay, aber die Problemtypen arbeiten gegen einen." Diese Firmenstruktur habe dazu geführt, dass sie ihr Team trotz zahlreicher vielversprechender Kandidaten nicht vergrößern konnte, weil jeder neue Mitarbeiter eine Bedrohung für die Etablierten sei.  (ps)


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