Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alcatel-lucent-wie-1-gbit-s-ueber-kupferkabel-moeglich-ist-1307-100236.html    Veröffentlicht: 07.07.2013 08:00    Kurz-URL: https://glm.io/100236

Alcatel-Lucent

Wie 1 GBit/s über Kupferkabel möglich ist

Ein Techniker von Alcatel-Lucent erklärt, was G.Fast ist und warum die Technologie noch stärker auf Vectoring angewiesen ist. Statt VDSL2, das Frequenzen bis 17 MHz nutzt, sind bei G.Fast Frequenzen bis 212 MHz im Gespräch.

G.Fast ist eine Technologie, die 1 GBit/s über Kupferkabel ermöglichen soll. Golem.de hat mit dem Breitbandexperten Thomas Schroeder von Alcatel-Lucent darüber gesprochen.

"G.Fast ist ein neuer Übertragungsstandard, die Standardisierung ist aber noch nicht abgeschlossen", sagte Schroeder. "Vom Konzept her ist es vergleichbar mit DSL, wobei aber wesentlich höhere Frequenzen für die Übertragung der Daten hergenommen werden. Das heute handelsübliche VDSL2 der Deutschen Telekom nutzt beispielsweise Frequenzen bis 17 MHz, bei G.Fast sind Frequenzen bis 212 MHz im Gespräch."

Das erweiterte Spektrum lasse zwar die Übertragung von mehr Daten zu, es ergäben sich aber Einschränkungen bei den Kupfer-Zweidraht-Leitungen. So seien die Wege, die mit den hohen Frequenzen zurückgelegt werden könnten, eher gering. Schroeder erklärte: Der G.Fast-Standard peile Datenraten von 500 MBit/s bis 100 Meter und 1 GBit/s unterhalb der 100-Meter-Marke an. Bei 250 Metern seien es dann immerhin noch 250 MBit/s. Dafür sei es notwendig, mit dem G.Fast Zugangsknoten sehr nahe an den Kunden heranzukommen. "Die Nutzung der Kabelverzweiger, die heute für VDSL verwendet werden, sind dafür - statistisch - zu weit vom Kunden entfernt. Für Fiber-to-the-Building sind die Längen aber ideal. Die Umsetzung eines Demarkationspunktes zwischen Kabelverzweiger und Teilnehmergebäude wäre eine eigene Herausforderung."

Das zweite Problem hoher Frequenzen auf ungeschirmten Leitungen ist das Übersprechen. Bei VDSL2 soll Vectoring dafür sorgen, dass dieses verhindert wird. "Bei G.Fast tritt dieser Effekt sogar noch stärker auf, und Vectoring ist zwingend notwendig, soll das Leistungspotenzial auch tatsächlich verfügbar machen. Die Tests, über die in der Presse zu lesen war, zeigen genau den Effekt, dass G.Fast ohne Vectoring nur geringen Nutzen bringt, mit Vectoring jedoch sehr hohe Bandbreiten auf der alten Kupferinfrastruktur ermöglicht", erklärte Schroeder.

Doch Vectoring bei G.Fast sei ungleich anspruchsvoller als bei VDSL2, da wesentlich mehr Träger berechnet werden müssen. Alcatel-Lucent ist im Bereich Vectoring seit längerer Zeit aktiv.  (asa)


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