Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/prototyp-notebook-schaut-dem-anwender-in-die-augen-1306-100022.html    Veröffentlicht: 26.06.2013 09:37    Kurz-URL: https://glm.io/100022

Prototyp

Notebook schaut dem Anwender in die Augen

Tobii und Synaptics haben ein Konzept für Notebooks entwickelt, das Eyetracking und ein besonderes Touchpad miteinander als Eingabeschnittstellen verbindet. Das Gerät erkennt, wohin der Anwender schaut und das Touchpad spürt die Druckintensität der Finger.

Von den Unternehmen Tobii und Synaptics stammt ein neuartiges Eingabekonzept für Notebooks. Dabei steuert Tobii die Blickrichtungserkennung Tobii Gaze mit, die eine Augensteuerung des Rechners ermöglicht.

Die Erkennung der Augen geschieht mit Leuchtdioden (LED) und Kameras. Die LEDs senden Infrarotlicht aus, das vom Augapfel des Nutzers reflektiert wird. Die Kameras erfassen diese Reflexionen. Eine Software berechnet dann aus den Kameradaten, wohin der Nutzer schaut und führt den Mauszeiger an die entsprechende Stelle. Die Erkennung ist laut Tobii bis auf etwa einen halben Zentimeter genau.

<#youtube id="MiVeC3bgYp4"> Genau wie ein Touchpad allein ist auch das Eye-Tracking-System Gaze nicht dazu gedacht, die Tastatur als Eingabegerät zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Gaze kann genutzt werden, um beispielsweise automatisch durch einen Text zu scrollen.

Von Synaptics stammt das Forcepad Touchpad, das bis zu 64 Druckstufen und fünf Finger gleichzeitig erkennt. Dadurch sollen nicht nur neue Gesten zur Steuerung des Rechners ausgeführt, sondern auch Anwendungen zum Malen und Zeichnen naturgetreuer werden. Vor allem ist eine Gesteneingabe auch möglich, wenn der Finger nicht mehr über die Oberfläche gleitet, sondern nur noch fester aufgedrückt wird.

"Die Kombination von Blick- und Touchsteuerung definiert die Mensch-Computer-Interaktion für Notebook und Desktop-PC-Nutzer neu und schafft ein intuitives Benutzererlebnis", meint Stan Swearingen, Entwicklungschef bei Synaptics.

Der Prototyp ist ein Ultrabook, das noch im Sommer 2013 vorgeführt werden soll. Für Entwickler der Eyetracking-Funktion hatte Tobii auf der CES im Januar ein Entwicklerpaket bestehend aus Hard- und Software vorgestellt.

Intel hatte im ersten Quartal 2012 einen zehnprozentigen Anteil vom schwedischen Unternehmen Tobii gekauft, berichtete die schwedische Computerzeitschrift Computer Sweden.

Das Thema Gestensteuerung ist ein branchenweiter Trend - allerdings werden unterschiedlichste Sensoren eingesetzt. Bei der Kinect wird eine Kamera verwendet, um den Anwender zu erkennen. Der Leap Motion Controller zum Nachrüsten von PC und Mac stellt ebenfalls eine berührungslose Gestensteuerung dar.  (ad)


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