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Zwischenfall nach Andocken: Russisches ISS-Modul Nauka zündet unplanmäßig Triebwerke

Die Nasa verlor zwischenzeitlich die Kontrolle über die ISS , der Kontakt zur Besatzung brach ab.
/ Werner Pluta
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ISS mit dem neuen Modul Nauka (Bild: Nasa)
ISS mit dem neuen Modul Nauka Bild: Nasa

Schreck auf der Raumstation: Das neue russische Modul Nauka hat nach dem Andocken seine Triebwerke gezündet. Dadurch wurde die Internationale Raumstation ISS aus ihrer Bahn verschoben.

Naukas Andockmanöver verlief normal. Anschließend kontrollierten die russischen Besatzungsmitglieder die Verbindung zwischen der Station und dem neuen Mehrzweckmodul (Multipurpose Laboratory Module, MLM). Etwa drei Stunden nach Beendigung des Andockmanövers hätten die Triebwerke von Nauka unplanmäßig gezündet, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit(öffnet im neuen Fenster) .

Durch den Zwischenfall verlor die Nasa rund eine Stunde lang die Kontrolle über die Station. Gut elf Minuten lang war eine Kommunikation mit der Besatzung auf der ISS nicht möglich. Es habe aber keine Gefahr für die Besatzung bestanden. Die ISS und alle ihre Systeme hätten normal funktioniert. Schließlich gelang es, die Kontrolle wieder zu übernehmen und die ISS wieder in die richtige Lage zu bringen.

Nauka hat einen Roboterarm

Das 20 Tonnen schwere Modul war am 21. Juli vom Raketenstartplatz Baikonur in Kasachstan aus gestartet. Nauka – das russische Wort für Wissenschaft – ist in erster Linie als Forschungsmodul gedacht. Dort können aber auch Besatzungsmitglieder wohnen. Außen an Nauka angebracht ist der Europäische Roboterarm (Era). Das Modul hatte bereits 2007 zu ISS fliegen sollen. Der Start hatte sich aber immer wieder verzögert.

Die Mission verlief nicht planmäßig: Zunächst setzt die Proton-Rakete das Modul im Orbit aus, Solarpanele und Antennen wurden ausgeklappt. Dann sollte das Modul aus eigener Kraft zur ISS fliegen. Allerdings fielen die Haupttriebwerke sowie mehrere Manövrierdüsen aus.

Die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos schaffte es aber, Nauka mithilfe der Manövrierdüsen zur ISS zu navigieren. Allerdings kam Nauka dort mit Tagen Verspätung an .

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Durch die Probleme mit Nauka verzögert sich auch der Start des Starliner. Das von dem US-Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing gebaute Raumschiff hätte am heutigen Freitag zur ISS fliegen sollen. Ein erster Testflug im Dezember 2019 musste wegen Softwareproblemen abgebrochen werden.

Die nächste Startmöglichkeit für den Starliner ist laut Nasa(öffnet im neuen Fenster) am 3. August.


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