Zwickau: VW testet Schnellladepark aus alten E-Auto-Akkus
Batteriemodule ausgedienter Elektroautos könnten künftig als Stromspeicher in Ladeparks ein zweites Leben führen. Ein entsprechendes Projekt hat Volkswagen nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am 14. Juli in seinem Zwickauer Werk gestartet.
Konkret wurden 96 Module aus Vorserienfahrzeugen des ID.3 und ID.4 zu einer Powerbank zusammengefügt. Sie wird den Angaben nach mit Strom aus seiner Solaranlage gespeist und hat eine Kapazität von 570 Kilowattstunden.
An dem Schnellladepark können bis zu acht Fahrzeuge gleichzeitig mit einer Leistung von 75 Kilowatt geladen werden. Insgesamt sind drei solcher Stationen auf dem Werksgelände geplant. Nach Unternehmensangaben könnten über solche Stromspeicher künftig Schnellladestationen vergleichsweise kostengünstig errichtet werden, wo es das vorhandene Stromnetz bisher nicht hergibt.
Außerdem könnten sie als Puffer dienen, wenn zu bestimmten Tageszeiten ein erhöhter Strombedarf für das Laden von Elektroautos besteht. "Die Weiterverwendung von Batterien ist ein wichtiges Zukunftsthema, das eng mit dem Hochlauf der Elektromobilität verbunden ist" , betonte die Finanzgeschäftsführerin von Volkswagen Sachsen, Karen Kutzner.
Auch Audi und BMW setzen auf gebrauchte Akkus
Auch andere Autobauer nutzen bereits ausgediente Batterien als Stromspeicher. So eröffnete Audi voriges Jahr in Nürnberg einen Charging Hub, der auf gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien aus demontierten Erprobungsfahrzeugen beruht.
BMW nahm schon 2017 in Leipzig eine sogenannte Speicherfarm in Betrieb. Auf dem Werksgelände erleben dabei bis zu 700 Batterien des Elektroautos i3 eine zweite Nutzung nach ihrem Einsatz in den Autos. Der Speicher wird aus vier werkseigenen Windrädern mit Strom gespeist. Er dient dazu, die Produktion mit Strom zu versorgen, ist aber auch ans öffentliche Stromnetz angeschlossen.
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