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"Zweite Erde": Wolken auf Exoplanet nachgewiesen

Der wahrscheinliche Nachweis von Zirruswolken auf einem jupiterähnlichen Planeten zeigt, wie bewohnbare Exoplaneten entdeckt werden könnten.
/ Mario Petzold
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Künstlerische Darstellung von Epsilon Indi Ab mit Wolken im Sternbild Indus (Bild: E. C. Matthews, MPIA / T. Müller, HdA)
Künstlerische Darstellung von Epsilon Indi Ab mit Wolken im Sternbild Indus Bild: E. C. Matthews, MPIA / T. Müller, HdA

Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Astronomie(öffnet im neuen Fenster) in Heidelberg hat gezeigt, dass ein Nachweis von Wolken auf einem Exoplanet möglich ist. Entdeckt wurden die potenziellen Wassereiswolken auf einem jupiterähnlichen Planeten namens Epsilon Indi Ab(öffnet im neuen Fenster) in 11,9 Lichtjahren Entfernung.

Die benötigten detaillierten Aufnahmen anzufertigen, wurde überhaupt erst mit dem Start des James-Webb-Weltraumteleskops denkbar. Genutzt wurde dafür das Mittelinfrarot-Instrument (Miri) an Bord des Teleskops, mit Aufnahmen zunächst bei 10,6 Mikrometern, anschließend bei 11,3 Mikrometern.

Auf diese Weise konnte die Menge des vorhandenen Ammoniaks abgeschätzt werden, die überraschenderweise wesentlich niedriger ausfiel als erwartet. Die plausibelste und wahrscheinlichste Erklärung dafür ist laut des Forschungsteams das Vorhandensein von Wolken in den oberen Atomsphärenschichten.

Warten auf bessere Aufnahmen

Noch beruhen die Annahmen, die in Earth and Planetary Astrophysics(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurden, auf Computersimulationen und den Vergleichen mit den im Sonnensystem vorhandenen Planeten, die wesentlich einfacher und präziser beobachtet werden können.

Wobei Epsilon Indi Ab nur bedingt mit Jupiter vergleichbar ist. Er ist viermal so weit von einem Zentralstern entfernt, wiegt annähernd das Achtfache und besitzt eine höhere Oberflächentemperatur. Dennoch war die einzig stimmige Simulation der Planetatmosphäre jene, in der die Existenz von Wolken miteinbezogen wurde.

Ob es am Ende doch eine andere Erklärung geben könnte, lässt sich vielleicht schon in ein, zwei Jahren feststellen. Nach aktuellem Plan soll im September 2026 das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop starten, benannt nach der ehemaligen Chefastronomin der Nasa.

Neben der Nasa ist auch das Max-Planck-Institut für Astronomie daran beteiligt. Mit dessen Instrumenten könnte erstmals das reflektierende Licht der Eiswolken aufgenommen werden, sofern sie wirklich existieren. Für kleinere, erdähnliche Planeten genügt die Auflösung allerdings noch nicht.


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