Abo
  • Services:

Zweifelhafte Geschäftspraxis: Wie Cloudflare auch DDoS-Erpresser schützt

Der Anti-DDoS-Spezialist Cloudflare schützt offenbar auch DDoS-Erpresser. Ein Problembewusstsein scheint es nicht zu geben. Cloudflares Antwort wirkt fast so, als würde man den Sinn des eigenen Geschäftsmodells infrage stellen.

Artikel veröffentlicht am ,
Cloudflare-CEO Matthew Prince
Cloudflare-CEO Matthew Prince (Bild: Reuters)

Cloudflare bietet einen relativ günstigen Schutz vor DDoS-Angriffen, für viele Kunden soll die Dienstleistung sogar kostenfrei sein. Doch offenbar schützt Cloudflare auch kostenpflichtige Anbieter von DDoS-Dienstleistungen, wie sie zum Beispiel in Untergrundforen aufgelistet werden, wie Spiegel Online berichtet.

Stellenmarkt
  1. Ruhrverband, Essen
  2. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Braunschweig

In den vergangenen Monaten hat die Anzahl von DDoS-Erpressungen gegen Unternehmen und Webdienste wie Protonmail zugenommen. Doch nicht nur die Anzahl der Angriffe steigt, auch das Volumen wird immer größer. Tatsächlich ist es relativ leicht, bei einem Anbieter eine solche Attacke einzukaufen, wobei die großen bekanntgewordenen Angriffe vermutlich über andere Netzwerke laufen. Die Webseite Crimeflare.com sammelt kriminelle Angebote, die sich hinter Cloudflares Schutzschild verstecken.

Prüfung der Kunden findet Cloudflare "gruselig"

Cloudflare wollte sich auf Anfrage von Spiegel Online nicht dazu äußern. Ohne die Zustimmung der Kunden könne man deren Angebote nicht kommentieren. Außerdem würde es pro Tag mehr als 8.000 Neuanmeldungen geben, eine manuelle Prüfung aller Webseiten und Dienstleistungen könne man daher gar nicht vornehmen. Eine spätere Prüfung der Angebote vorzunehmen bezeichnet eine Sprecherin laut Spiegel Online als "gruselig".

Bei der Vielzahl der Opfer müsste Cloudflare aber vermutlich gar keine Prüfung vornehmen. Denn es ist zu vermuten, dass das Unternehmen eine große Anzahl von Abuse-Reports erreicht, diese müssten dann nur bearbeitet werden. Cloudflare antwortet auf die Bedenken mit einer weiteren merkwürdigen Antwort: Es würde ja gar nichts nützen, den Schutz der Webseiten zu stoppen. Denn die Quelle wäre ja weiterhin bei einem anderen Hoster verfügbar. Bezweifelt Cloudflare also den Sinn des eigenen Geschäftsmodells? Tatsächlich kann bei der Abwehr von DDos-Angriffen eine Menge schiefgehen.

Die Anbieter der DDoS-Services sehen kein Problem mit ihrem Geschäftsmodell. Sie versuchen oft, ihre Dienstleistungen als "Stresstest" zu verkaufen. In jüngster Zeit wurden über solche Dienstleister zahlreiche Onlineapotheken in Deutschland angegriffen. Die hinter dem Angriff stehenden Akteure wollen in ihrer Attacke nichts Verwerfliches erkennen: In einem auf Pastebin veröffentlichten Schreiben erklärt die Gruppe Gladius, dass es sich lediglich um eine Nicht-Angriffsgebühr handeln würde, nicht um eine kriminelle Erpressung.

Cloudflare hat auch Stress mit Tor

Cloudflare streitet sich nicht nur mit Opfern von DDos-Erpressungen. Auch die Betreiber und Unterstützter des Tor-Netzwerks sehen Cloudflare in der Pflicht, etwas gegen Captcha-Sperren zu tun. Viele Anbieter, die ihre Dienste mit Cloudflare schützen, aktivieren die Captchas.

Denn Cloudflare hingegen beschreibt 94 Prozent des Tor-Traffics als bösartig, weil viele Portscans und automatisierte Abfragen nach E-Mail-Adressen über Tor-Exit-Nodes laufen. Daher werden viele Tor-Nutzer präventiv mit Captchas konfrontiert. Bei zahlenden Kunden legt das Unternehmen aber offenbar andere Maßstäbe an.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Fallout 4 GOTY für 26,99€ und Season Pass für 14,99€, Skyrim Special Edition für 17...
  2. (u. a. Logitech G910 + G402 für 99€ und ASUS Dual Radeon RX 580 OC + SanDisk SSD Plus 240 GB...
  3. (aktuell u. a. Corsair CX750 für 64,90€ + Versand)

Proctrap 20. Apr 2016

Schon klar. Ja, nur so manche Firma macht das derzeit sehr exzessiv. Und mein Problem...

Trollmagnet 19. Apr 2016

Genau. Nur Cloudflare kennt die Quelle. So funktioniert der Schutz.

Trollmagnet 19. Apr 2016

Zum Beispiel TMG § 9 Satz 5 könnte hier auf Cloudflare zutreffen.

M.P. 19. Apr 2016

Das vermehrte Auftreten von DDOS Angriffen könnte aber das Interesse an der Nutzung der...


Folgen Sie uns
       


Sony Xperia L3 - Hands on (MWC 2019)

Sony hat das Xperia L3 auf dem MWC 2019 in Barcelona vorgestellt. Das Einsteiger-Smartphone mit Dual-Kamera steckt in einem schmalen 2:1-Gehäuse. Es hat den Fingerabdrucksensor wieder auf der rechten Seite. Das Smartphone erscheint Anfang März 2019 zum Preis von 200 Euro.

Sony Xperia L3 - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Raspi-Tastatur und -Maus im Test: Die Basteltastatur für Bastelrechner
Raspi-Tastatur und -Maus im Test
Die Basteltastatur für Bastelrechner

Für die Raspberry-Pi-Platinen gibt es eine offizielle Tastatur und Maus, passenderweise in Weiß und Rot. Im Test macht die Tastatur einen anständigen Eindruck, die Maus hingegen hat uns eher kaltgelassen. Das Keyboard ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Bastelprojekte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bastelcomputer Offizielle Maus und Tastatur für den Raspberry Pi
  2. Kodi mit Raspberry Pi Pimp your Stereoanlage
  3. Betriebssystem Windows 10 on ARM kann auf Raspberry Pi 3 installiert werden

Fitbit Versa Lite im Test: Eher smartes als sportliches Wearable
Fitbit Versa Lite im Test
Eher smartes als sportliches Wearable

Sieht fast aus wie eine Apple Watch, ist aber viel günstiger: Golem.de hat die Versa Lite von Fitbit ausprobiert. Neben den Sport- und Fitnessfunktionen haben uns besonders der Appstore und das Angebot an spaßigen und ernsthaften Anwendungen interessiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Smartwatch Fitbit stellt Versa Lite für Einsteiger vor
  2. Inspire Fitbits neues Wearable gibt es nicht im Handel
  3. Charge 3 Fitbit stellt neuen Fitness-Tracker für 150 Euro vor

Swobbee: Der Wechselakku kommt wieder
Swobbee
Der Wechselakku kommt wieder

Mieten statt kaufen, wechseln statt laden: Das Berliner Startup Swobbee baut eine Infrastruktur mit Lade- und Tauschstationen für Akkus auf. Ein ähnliches Geschäftsmodell ist schon einmal gescheitert. Dieses kann jedoch aufgehen.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Elektromobilität Seoul will Zweirad-Kraftfahrzeuge und Minibusse austauschen
  2. Rechtsanspruch auf Wallboxen Wohnungswirtschaft warnt vor "Schnellschuss" bei WEG-Reform
  3. Innolith Energy Battery Schweizer Unternehmen entwickelt sehr leistungsfähigen Akku

    •  /