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Zwei Mac Mini mit Haswell im Test: Der eine lahm, der andere teuer

Der kleinste Mac Mini ist günstig und schlecht ausgestattet. Wir vergleichen den Einstiegs- Mac mit einer besseren Konfiguration und klären, wie teuer ein guter Mac Mini eigentlich sein muss.
/ Andreas Sebayang
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Der neue Mac Mini wurde nur intern aktualisiert. (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
Der neue Mac Mini wurde nur intern aktualisiert. Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Mit dem neuen Mac Mini konzipiert Apple erstmals seinen Kleinstrechner als kaum aufrüstbaren Desktoprechner. Wer nicht direkt das passende Gerät kauft, hat sich unter Umständen einen teuren Fehlkauf geleistet. In unserem Test betrachten wir deswegen zwei der neuen Mac Minis mit Intels aktuellem Haswell-Prozessor: den Einstiegs-Mac und ein für unsere Bedürfnisse konfiguriertes und teureres Modell. Uns interessieren dabei die Unterschiede bei der Leistungsaufnahme und die Frage, ob sich der Einstiegs-Mac mit seiner langsamen Festplatte wirklich zum Arbeiten eignet. Anhand einiger Benchmarks schauen wir uns die Unterschiede im Detail an und beurteilen auch die Lautstärke der beiden Testgeräte.

Offiziell heißt der neue Minirechner Mac Mini (Late 2014). Unser Einstiegsgerät dieses Typs entspricht exakt Apples Angaben in den technischen Daten(öffnet im neuen Fenster) : Er hat einen Core i5 der vierten Generation (alias Haswell) mit der Modellnummer 4260U. Damit gehört er zur 15-Watt-Klasse und hat einen Grundtakt von 1,4 GHz. Beide Hyperthreading-fähigen Kerne können bei Bedarf auf 2,4 (Multi-Core) oder 2,7 GHz (Single-Core) hochgetaktet werden. Zudem hat der Einstiegs-Mac eine Festplatte mit 500 GByte Kapazität bei 5.400 U/min. Der fest aufgelötete Arbeitsspeicher hat 4 GByte.

Das Modell, das wir im Vergleich zum Einstiegs-Mac testen, ist besser ausgestattet: Der Core i5-4278U gehört zur 28-Watt-Klasse. Der Grundtakt liegt bei 2,6 GHz, es wird stufenweise auf 2,9 (Multi-Core) oder 3,1 (Single-Core) hochgetaktet. Der Core i5 hat zudem eine etwas schnellere Grafikeinheit. Wer sich die Unterschiede zwischen den beiden Core i5 genauer ansehen will, findet einen Vergleich bei Intel(öffnet im neuen Fenster) . Beim Arbeitsspeicher haben wir uns auf 8 GByte festgelegt. Der Datenträger ist eine Built-to-Order-Option, die nicht überall zu haben ist. Wir haben hier eine SSD mit 256 GByte Kapazität gewählt, die per PCI Express an den Mac angebunden ist.

Die sonstige Ausstattung beider Macs ist identisch, auch anschlussseitig. Das Netzteil ist in den Minirechner integriert. Es gibt zwei Thunderbolt-2-Anschlüsse mit Monitorfähigkeiten und einen HDMI-Ausgang. Vier USB-3.0-Anschlüsse sind für schnelle Datentransfers da. Der Rechner hat zudem einen SDXC-Slot sowie Gigabit-Ethernet per RJ45. Auch aktuelles WLAN nach 802.11ac ist Standard. Ein optisches Laufwerk werden manche Nutzer vermissen. Das gibt es nur als externes Zubehör. Das gilt auch für andere Selbstverständlichkeiten: Tastatur, Maus oder die Infrarotfernbedienung gibt es nur als Option. Das äußerliche Design hat sich seit dem ersten Unibody-Mac-Mini kaum verändert. Der Schacht für das optische Slot-In-Laufwerk ist schon vor Jahren abgeschafft worden.

Apple zeigt neuen Mac Mini
Apple zeigt neuen Mac Mini (00:56)

Die neuen Macs werden nur mit Yosemite ausgeliefert. Die Neuerungen des Betriebssystems OS X 10.10 alias Yosemite haben wir bereits in unserem Test betrachtet und werden sie hier nicht näher erläutern.

Reine Mac-Mini-Benchmarks lassen keine eindeutige Empfehlung zu

Betrachtet man nur die Benchmarks, ist eine Entscheidung für oder gegen den kleinsten Mac Mini schwierig. Mit einem Basistakt von 1,4 GHz (Core i5-4260U) für den kleinen und 2,6 GHz (Core i5-4278U) für den mittleren Mac erwarteten wir eigentlich deutliche Unterschiede. Doch die sind weder in den CPU-Benchmarks noch im Praxiseinsatz so deutlich zu sehen. Auch in der Arbeitsgeschwindigkeit oder der Leistungsaufnahme ist nicht der Prozessor der bestimmende Faktor.

CPU-Benchmarks zeigen wenig Unterschiede

Natürlich ist der Mini mit dem 28-Watt-Prozessor immer schneller als das Einstiegsgerät. Doch ist das die 200 Euro Aufpreis wert? Für sich gesehen sicher nicht, wäre in dem Aufpreis nicht automatisch die doppelte RAM-Menge verbaut, die in der Praxis spürbare Unterschiede bei der Leistung bringt.

Benchmarks des Mac Mini mit Haswell-CPU (Core i5-4200U)
Mac Mini (Einstieg) Mac Mini (mittleres Modell)
Core i5-4260U (1,4 bis 2,7 GHz) Core i5-4278U (2,6 bis 3,1 GHz)
Luxmark 2.1 (Sala, CPU+GPU) 486 591
Cinebench R15 (xCPU) 237 274
Geekbench 3.2.2 (x64) Single/Multi 2.843/5.451 3.215/6.826

Dass beide Macs so dicht beieinanderliegen, liegt an Intels Turboboost. Der Core i5-4260U (TDP: 15 Watt) und der i5-4278U (TDP: 28 Watt) erreichen per Turboboost bei Multithreading 2,4 beziehungsweise 2,9 GHz. Das liegt schon deutlich näher aneinander als die Basistakte von 1,4 beziehungsweise 2,6 GHz. Bei Single-Thread-Aufgaben sind sogar 2,7 beziehungsweise 3,1 GHz möglich. Bei kurzen Rechenaufgaben schaffen diese Prozessoren innerhalb ihres thermalen Limits eigentlich immer eine so hohe Taktung. Der vermeintlich langsame kleine Core i5 verdoppelt dadurch nahezu seine Taktfrequenz und kommt deswegen sehr nah an den schnelleren Core i5 heran.

Wer viel mit dem Mini arbeitet, merkt allerdings, dass sich die Geräte durchaus unterscheiden. Das liegt allerdings an den restlichen verbauten Komponenten wie der SSD, auf die wir später noch kommen.

Überraschung mit dem 2011er Mac Mini

Für einen Vergleich haben wir uns kurz auch einen etwas älteren Mac Mini angesehen. Der ist Baujahr 2011 und war damals ein High-End-Modell. Zu den Benchmarks muss allerdings gesagt werden, dass diese nur unter Vorbehalt vergleichbar sind: Der Rechner wurde aus Produktivitätsgründen noch nicht auf OS X 10.10 Yosemite aktualisiert und hat auch kein frisch installiertes Betriebssystem. Trotzdem kommen die Ergebnisse überraschend nah an die aktuellen Systeme heran. Im Inneren arbeiten ein Core i7-2620M sowie eine separate Grafikeinheit in Form einer Radeon HD 6630.

Das System kommt in Cinebench-Grafiktest noch auf rund 21 fps und erreicht im xCPU-Test 265 Punkte. Damit kann sich selbst der neue Haswell-Mac-Mini kaum vom drei Jahre alten Modell absetzen. Im Luxmark mit dem Sala-Test (CPU+GPU) sind die Werte allerdings deutlich schlechter. Hier reichte es nur für 356 Zähler. Vermutlich liegt das an der schlechten OpenCL-Leistung des separaten Grafikchips. Eines zeigen die Tests: Wer sich 2011 einen High-End-Mac-Mini geleistet hat, braucht sich über den neuen Mac Mini wenig Gedanken zu machen. Das Gerät hat neben einer SSD auch eine Festplatte mit im Gehäuse. Das Volumen hat sich seither nicht geändert. Ein großer Nachteil des alten Minis: Er ist unter Last ziemlich laut.

Für die Grafikeinheit lohnt sich ein Upgrade nicht

Wer hofft, mit dem Mac Mini einen kompakten Rechner mit schneller Grafik zu bekommen, wird enttäuscht. Egal, welches der Modelle wir betrachten, ob nun mit Intels HD 5000 oder der sogenannten Iris-Grafik: Die GPUs des Core i5 sind langsam. Die Unterschiede zwischen dem Einstiegs-Mac und dem mittleren Mac-Modell rechtfertigen allein nicht das Upgrade zum besseren Modell. Leider gibt es auch kein Modell mit einer etwas schnelleren, aber dafür separaten Grafikeinheit. Früher hat Apple diese noch in die Minis quetschen können, allerdings zulasten des Lärmbudgets.

Spiele sind aber durchaus spielbar, wenn an den Einstellungen gearbeitet wird. World of Warcraft konnten wir auf mittleren Einstellungen gut spielen. Beim kleinen Mac sind um die 25 Bilder pro Sekunde möglich. Das besser ausgestattete Modell liegt um die 28 fps. Das wohlgemerkt bei einem Bildschirm mit 1.920 x 1.200 Pixeln. Anspruchsvoller ist der Flugsimulator X-Plane , den wir in der neuen Version 10.31 (64 Bit) gestartet und abgesehen von der Auflösung nicht weiter manipuliert haben. Im Areal von Seattle konnten wir mit 11 bis 13 Bildern pro Sekunde mit dem kleinen Mac starten. 14 bis 16 fps waren es beim anderen Gerät. Ein paar Bäume herauszunehmen reicht, um den Flugsimulator oberhalb der 20 fps zu fliegen. Für ein Großraumflugzeug bei ruhigem Wetter genügt das, da man eine Boeing 747-400 nicht wie in einem Actionspiel landet.

Die Festplatte bremst den Mac aus

Die SSD macht sich in der Praxis sehr bemerkbar. Nicht nur, dass der Rechner in nur 17 statt 45 Sekunden bootet, auch datenintensive Operationen erledigt die SSD erheblich schneller. Ein Scan des X-Plane-Verzeichnisses für ein Update von 10.30 auf 10.31 dauerte mit der SSD nur wenige Sekunden. Beim Festplatten-Mac langweilten wir uns gut eine Minute vor dem Bildschirm. Beim Spielen macht sich das insbesondere beim Nachladen von Texturen nach einem Flughafenwechsel bemerkbar. X-Plane wurde zudem zusätzlich durch den Mangel an Arbeitsspeicher ausgebremst, was das ganze Betriebssystem verlangsamte. Der Einstiegs-Mac macht keinen Spaß.

Bei World of Warcraft brachte die Festplatte sogar das Video-Intro des Spiels mehrfach zum Stocken. Hier zeigt sich, wie unzeitgemäß eine Festplatte ist, erst recht, wenn sie kein Hybridmodell ist oder nur 5.400 U/min bietet. Das Spiel ist immerhin ein gutes Jahrzehnt alt und bringt den neuen Mac leicht an seine Grenzen. Dass die Ladezeiten mit dem Festplattenmodell unangenehm lang werden können, versteht sich von selbst.

Nicht ganz so deutlich war der Unterschied beim Packen des gesamten Spieleverzeichnisses. Immerhin über 33.000 Dateien, die zusammen 5,79 GByte Speicher belegen, waren in ein Zip-Paket zu komprimieren. Der SSD-Mac mit dem schnelleren Prozessor brauchte dafür 5 Minuten und 24 Sekunden. Der kleine Mac mit seiner lahmen Festplatte brauchte nur etwa eine Minute mehr Zeit: 6 Minuten und 30 Sekunden.

Das Ergebnis überraschte uns, reagiert die SSD doch sonst sehr flott. Mit Leseraten von 680 MByte/s und Schreibraten von 720 MByte/s ist die PCIe-SSD rasend schnell. Um die Daten so schnell woandershin zu transferieren, braucht es Fibrechannel oder 10-Gigabit-Ethernet. Beide Transfertechniken lassen sich problemlos an den Mac Mini anschließen. FC- und 10GbE-Adapter für Macs sind jedoch extrem teuer und setzen auf die Thunderbolt-2-Schnittstellen des Mac Mini, die selbstverständlich auch direkt genutzt werden können. Abseits professioneller Anwendungen ist aber bereits USB 3.0 für die meisten Anwender ausreichend, auch wenn die interne SSD schneller ist.

Leiser Mac mit sehr niedriger elektrischer Leistungsaufnahme

Der Prozessor bestimmt in vielen Fällen gar nicht die Leistungsaufnahme des Mac Mini. Die beiden Modelle nehmen sich hierbei nur wenig, wie der folgenden Tabelle zu entnehmen ist. Insgesamt sind die Rechner beim Nichtstun sehr energiesparend. Auch ein abgeschalteter Mac liegt mit 0,3 bis 0,4 Watt in einem akzeptablen Standby-Bereich. Die folgenden Werte wurden mit identischer Ausstattung an einem DVI-D-Monitor mit 1.920 x 1.200 Pixeln gemessen. Sie unterscheiden sich minimal von Monitor zu Monitor. Ein kurzzeitig angeschlossener 17-Zoll-Monitor mit 1.280 x 1.024 Pixeln reduzierte den besten Idle-Wert beispielsweise auf nur noch 4,5 Watt.

Leistungsaufnahme des Mac Mini mit Haswell-CPU (Core i5-4200U)
Mac Mini
(Einstieg)
Mac Mini
(mittleres Modell)
Core i5-4260U
(1,4 bis 2,7 GHz)
Core i5-4278U
(2,6 bis 3,1 GHz)
Idle (BT-Maus/WLAN aktiv) 7,2 Watt 6,7 Watt
Idle (USB-Maus/WLAN aktiv) 5,6 Watt 5,1 Watt
Idle (USB-Maus/GBit-Ethernet) 7 Watt 6,7 Watt
Safari 8-12 Watt 8-14 Watt
X-Plane 10.31 42 Watt 53 Watt
Luxmark 2.1 38 Watt 50 Watt

Überraschend sind allerdings einige Einzelwerte. So ist der Betrieb über das WLAN grundsätzlich mit weniger Strombedarf verbunden als per Ethernet. Auch ein aktives Bluetooth-Modul zieht gerne mal ein Watt extra, was zudem immer wieder schwankt. Das kann an unserer Umgebung liegen, da wir das 2,4-GHz-Band etwas stärker belasten.

Gerade im Leerlauf zeigt sich zudem, dass der eigentlich schnellere Mac Mini mit doppelt so viel Arbeitsspeicher und höherem CPU-Grundtakt trotzdem weniger Leistung aufnimmt. Leider konnten wir nicht einfach Komponenten tauschen. Es liegt aber nahe, dass der PCIe-Speicher bei der Leistungsaufnahme Vorteile gegenüber einer 5.400-U/min-Festplatte hat. In allen anderen gemessenen Szenarien ist der schnellere Mac Mini allerdings auch der Rechner, der mehr elektrische Leistung benötigt.

Leise sind sie beide

Unter Last wird einzig unser besser ausgestatteter Mac Mini hörbar, schließlich muss er bis zu 53 Watt abführen. Aber auch das ist noch angenehm, und selbst auf mittleren Einstellungen übertönt der Lautsprecher des Mac Minis noch die Lüftergeräusche. Zudem reicht eine Reduktion der Last auf einen Wert um die 20 Watt, um den Mac mit wenigen Sekunden Verzögerung wieder leise zu bekommen.

Bei typischen Büroarbeiten sind beide Macs äußerst leise und empfehlen sich damit für lärmempfindliche Personen. Allerdings gilt das mittlerweile für zahlreiche Rechner und ist damit kein Alleinstellungsmerkmal. Für das Wohnzimmer eignet sich der Mac auch. Vorteilhaft ist hier zudem der HDMI-Ausgang. Ein Fernseher lässt sich mit ihm unproblematisch anschließen. Im 1080p-Modus gelang das ohne Anpassungen. Nur bei der 720p-Ausgabe mussten wir den Underscan-Slider in der Bildschirmkonfiguration leicht anpassen. In der Standardeinstellung war das Bild zu groß.

Wer übrigens hofft, dank Haswell-Prozessor drei Bildschirme an den Mac anschließen zu können, den müssen wir enttäuschen. Zwar unterstützt der Prozessor offiziell den Betrieb von drei digitalen Displays(öffnet im neuen Fenster) , doch Apple erlaubt maximal die Ansteuerung von zwei Displays. Es gelang uns dementsprechend nicht, drei Displays gleichzeitig in Betrieb zu nehmen. Zudem ist der HDMI- Anschluss so nah an den Thunderbolt-Anschlüssen, dass wir Schwierigkeiten hatten, drei Kabel anzuschließen.

Ein paar Fehler durch das Betriebssystem

Ausgerechnet auf dem besser ausgestatteten Mac-Modell nervten uns kleinere Bugs, die mit Yosemite einhergehen. Warum das nur dieses Modell betraf, konnten wir nicht nachvollziehen. Ab und an ließ sich der Mac nicht herunterfahren. Er hatte auch Schwierigkeiten bei der Erkennung unserer deutschen Apple-Tastatur. Die funktioniert an anderen Geräten ohne Probleme.

Problematisch war zudem der Transfer per Airdrop zwischen den beiden Macs. Große Transfers brachen mehrfach mit Fehlermeldung ab. Beim Versuch, das gesamte X-Plane-Verzeichnis zu kopieren, meldete der Mac zwar Erfolg. Doch auf dem zweiten Mac fehlten reproduzierbar gut 5.000 Dateien. Wir gehen von einem Fehler des Betriebssystems aus.

Ein brauchbarer Einstiegs-Mac-Mini kostet um die 900 Euro

Wer sich einen Mac Mini kauft, sollte das sehr bewusst tun und keinesfalls spontan ein Gerät im Laden mitnehmen. Gerade die Einstiegsgeräte aus dem Laden sind schlecht ausgestattet und können schon nach wenigen Monaten zu langsam sein. Der günstige Preis von 519 Euro ist damit eigentlich eine Mogelpackung. Der Arbeitsspeicher ist zu klein und verlötet. Die Festplatte dreht ihre Platter nur mit 5.400 U/min und ist nicht einmal ein Hybridlaufwerk (SSHD). Mit solchen Hybridlaufwerken haben wir auch unter Mac OS X gute Erfahrungen gemacht. Apple bietet sie als kostengünstige Alternative aber einfach nicht an. Der Konzern verhindert sogar die Aufrüstung .

Ob die Festplatte ausgebaut werden darf - ohne Garantieverlust -, hat uns Apple nicht beantwortet. Apples Einstiegskombination ist ohne Umbau nicht mehr zeitgemäß. Gerade Besitzer älterer, gut ausgestatteter Minis der letzten Generationen sollten tunlichst das Upgrade auf den günstigsten neuen Mac Mini vermeiden und beispielsweise lieber die Festplatte im alten Rechner durch eine SSD austauschen.

Minirechner mit Windows lassen sich leichter aufrüsten

Eine nachhaltige Investition ist der Einstiegs-Mac erst mit einem Fusion Drive sowie 8-GByte-RAM-verlötetem Speicher. Alternativ bietet sich das mittlere Modell mit dem Fusion Drive oder - wie bei unserem Gerät - dem PCIe-SSD-Speicher mit 256 GByte Kapazität an. Damit kostet der Einstiegs-Mini allerdings schon 869 Euro und der mittlere Mac Mini 919 Euro. Im Vergleich dazu kosten professionelle Kleinstrechner von Lenovo ( Thinkcentre Tiny ) und HP ( Elitedesk Mini ) um die 600 Euro und sind leicht aufzurüsten.

Allerdings hilft ein Windows-Gerät keinem Anwender, der auf OS X angewiesen ist. Er schaut aber neidisch auf die Möglichkeiten der Minirechner des Windows-Lagers. Die gibt es sogar mit Quad-Core-Optionen, die Apple mit dem neuen Angebot gestrichen hat. Zudem ist die Aufrüstung der Windows-Rechner simpel, da der Anwender nicht ausgesperrt wird. Außerdem gibt es bei den Business-Rechnern drei Jahre Garantie. Die kostet bei Apple nochmal extra.

1 TByte SSD-Speicher kostet bei Apple 800 Euro extra

Ob sich die teilweise enormen Mehrkosten für einen besser ausgestatteten Built-To-Order-Mac (BTO-Mac) lohnen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer die nächsten drei bis vier Jahre seinen Rechner abschreiben muss, möchte vielleicht lieber 16 GByte RAM verlötet haben und den Flash-Speicher auf 1 TByte erhöhen. Doch allein die RAM-Option kostet einzeln zwischen 200 und 300 Euro. Das entsprechende SSD-Upgrade kostet stolze 800 Euro. Zum Vergleich: Samsung verlangt für seine 1-TByte-SSD, zugegebenermaßen mit SATA statt PCIe-Anbindung, unter 400 Euro.

Die Preise für eine bessere Ausstattung sind beim vermeintlich günstigsten Mac so hoch, dass sich die Überlegung lohnt, den Rechner jeweils durch einen besser ausgestatteten der nächsten Generation auszutauschen. Aber gerade beim Mac Mini hat der Anwender kaum Planungssicherheit, wie die schlechte Updatepflege der vergangenen Jahre zeigte. Er kann also nicht davon ausgehen, dass Nachfolger auch wirklich besser ausgestattet sein werden.

Nicht jede Erweiterung ist mit jedem Mac Mini verfügbar

Ein weiteres Problem sind besondere Beschränkungen bei der Bestellung. Bei Apple ist es üblich, bestimmte Optionen erst bei höheren Grundmodellen zu erlauben. Den besonders sparsamen Einstiegs-Mac kann der Interessent beispielsweise nicht mit einer PCIe-SSD kombinieren. Und die Terabyte-SSD gibt es erst als 800-Euro-Option beim High-End-Modell, das alleine schon über 1.000 Euro kostet. Der einzige Vorteil dieser Variante ist die minimal schnellere CPU, die kaum einem Anwender Vorteile bringen wird.

Verfügbarkeit des Mac Mini mit Haswell-Prozessor und Fazit

Apples neuer Mac Mini ist im Handel gut verfügbar. Das gilt allerdings nur für die Standardmodelle. Unser Einstiegs-Mac ist so ein Modell und kostet 519 Euro. Das Vergleichsgerät in diesem Test kostet bereits 919 Euro und gehört nicht zu den Standardmodellen. Einige wenige Händler bieten diese BTO-Geräte trotzdem an. In der Regel ist es jedoch ein Angebot von Apple direkt.

Fazit

Auf den ersten Blick sieht der Mac Mini für 519 Euro wie ein verlockendes Angebot aus. Doch was der Anwender dem Gerät nicht ansieht, ist die veraltete Hardware im Inneren. Eine lahme Festplatte, viel zu wenig Arbeitsspeicher und mangelnde Aufrüstbarkeit lassen nur eine Empfehlung zu: Finger weg vom Einstiegs-Mac!

Mit dem neuen Mac Mini werden die Geräte zur schwierig aufrüstbaren Wegwerfware. Der Anwender kann die Lebenszeit der Geräte kaum durch eigene Investitionen verlängern. Für Apple ist das natürlich gut, da die Geräte dann häufiger gekauft werden und sich die Produktunterstützung vereinfacht.

Brauchbar ist ein Mac Mini erst in den teureren Konfigurationen. Erst die Macs, die aufgerüstet rund 900 Euro kosten, können wir empfehlen. Der Arbeitsspeicher sollte unter OS X 8 GByte groß sein, und auf eine SSD oder ein Fusion Drive würden wir nicht verzichten wollen.

In diesen besser ausgestatteten Varianten ist der Mac Mini eine gute Wahl. Nutzer bekommen einen kompakten, leisen und energiesparenden Rechner mit vielen direkten Anschlüssen für Zubehör. Dass diese teuren Konfigurationen teilweise nicht einmal bei allen Händlern zu haben sind, ist allerdings ärgerlich.


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