Zwangsgeld: Telefónica verpasst erneut Ziel für LTE-Netzausbau

Wegen Lieferschwierigkeiten in der Coronakrise schafft Telefónica einen Zwischenschritt Ende Juni nicht. Die Bundesnetzagentur dürfte wieder milde reagieren.

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Das obligatorische LTE-Antennenbild
Das obligatorische LTE-Antennenbild (Bild: Telefonica)

Telefónica Deutschland wird den für Ende Juni vorgeschriebenen Ausbau des LTE-Netzes um 3.040 neue Standorte nicht schaffen. Das räumte die Firma in einem Brief an den Beirat der Bundesnetzagentur ein, über den die Rheinische Post berichtet. Telefónica bittet in dem Schreiben darum, vom angedrohten Zwangsgeld verschont zu bleiben.

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2.005 neue Stationen seien seit Januar freigeschaltet worden. 1.151 Stationen seien noch nicht so weit - wegen der Coronakrise. Sie würden aber bis Ende Juli aktiviert werden, versicherte Telefónica.

Die Bundesnetzagentur machte in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage, dass ab Beginn des laufenden Jahres 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen sind. Die Hauptverkehrswege müssen vollständig versorgt werden. Alle drei Mobilfunknetzbetreiber erhielten nach Nichteinhaltung eine Frist zur Nachbesserung der verfehlten Versorgungsauflagen, erklärte die Bundesnetzagentur am 14. April. Die Behörde hatte die Unternehmen aufgefordert, die Auflagen spätestens bis 31. Dezember 2020 vollständig zu erfüllen. Hierbei wurden auch Teilfristen für Meilensteine im Juni und September gesetzt.

Telefónica: Corona ist schuld

Telefónica-Sprecher Klaus Schulze-Löwenberg erklärte Golem.de auf Anfrage, dass man jedoch das Ziel, bis Jahresende 7.600 LTE-Stationen umzurüsten oder zu bauen, erreichen werde. Allerdings rücke auch das Zwischenziel näher, wonach 40 Prozent der Anlagen bis Ende Juni fertiggestellt sein sollen.

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"Zum Ende des Monats Juni werden etwas über 2.200 neue LTE-Stationen am Netz sein und 1.150 Standorte wurden bereits so vorbereitet, dass sie 'nearly on air' sind. Sie können fertiggestellt werden", sobald aktuell fehlende Bauteile wieder verfügbar seien, erklärte Schulze-Löwenberg. In der Coronakrise sei es bei der Lieferung von Schlüsselkomponenten zu starken Beeinträchtigungen gekommen. Telefónica Deutschland rechne daher "mit einer leicht verspäteten Erreichung des ersten Meilensteins in der letzten Juliwoche".

Die Bundesnetzagentur hat ein mögliches Zwangsgeld nicht bestätigt. "Wir erwarten für Anfang Juli die förmliche Meldung von Telefónica zum Stand der Umsetzung der Versorgungsauflagen. Dann werden wir die Situation bewerten und über weitere Schritte entscheiden", sagte Behördensprecher Fiete Wulff Golem.de auf Anfrage.

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