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Zuschlag erhalten: Infineon und Oxford Ionics bauen mobilen Quantencomputer

Die Cyberagentur hat mehrere Unternehmen mit der Entwicklung mobiler Quantencomputer beauftragt – darunter auch Infineon.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Insgesamt drei Konsortien haben den Zuschlag für die Entwicklung eines mobilen Quantencomputers erhalten. (Bild: Photo by THOMAS KIENZLE/AFP via Getty Images)
Insgesamt drei Konsortien haben den Zuschlag für die Entwicklung eines mobilen Quantencomputers erhalten. Bild: Photo by THOMAS KIENZLE/AFP via Getty Images

Der Münchner Chipkonzern Infineon will einen mobilen Quantencomputer für Militär-, Polizei- und Kriseneinsätze bauen. Wie die Cyberagentur der Bundesministerien des Inneren und der Verteidigung mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , wählte sie Infineon mit dem englischen Partner Oxford Ionics aus, innerhalb von drei Jahren einen solchen superschnellen Rechner zur Verfügung zu stellen.

Konkurrenz bekommen Infineon und Oxford Ionics dabei von der Neqxt GmbH sowie der Quantum Brilliance GmbH, die zusammen mit der Parity Quantum Computing GmbH arbeitet. Sie alle werden zeitgleich entsprechende Lösungen entwickeln. Aus den drei Produkten wählt die Cyberagentur der Bundesministerien des Inneren und der Verteidigung dann ein System zur Weiterentwicklung für den praktischen Einsatz aus.

Das Projekt zielt darauf ab, Deutschland auf dem Gebiet des mobilen Quantencomputings technologisch an die Weltspitze zu bringen, die bereits heute bestehende Spitzenposition in der Erforschung von Quantentechnologie zu sichern und somit die digitale Souveränität Deutschlands zu stärken. Gefördert werden die drei Projekte mit insgesamt mehr als 35 Millionen Euro.

Quantencomputer mobil machen

Weltweit arbeiten Wissenschaftler, Start-ups und Konzerne wie IBM, Google und der chinesische Internetriese Alibaba an solchen Computern. Das Problem bislang: Sie sind riesengroß, mit Beton und Blei vor Strahlung abgeschirmt und stehen gekühlt in Rechenzentren.

Die von der Cyberagentur finanzierten Forschungsteams sollen hingegen einen Quantencomputer so robust, kompakt, leicht und energieeffizient bauen, dass er per Lastwagen oder Schiff transportiert und dann am gewünschten Ort eingesetzt werden kann.

Unterschiedliche Ansätze

Die drei Projektteilnehmer verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze: Während Infineon und Oxford Ionics an einem mobilen Ionenfallen-Quantencomputer mit der Bezeichnung Min-Ion arbeiten, will die Neqxt GmbH beim Projekt Maque "bestehende Technologien in ein kompaktes, modulares, skalierbares sowie mobiles System" integrieren.

Die Quantum Brilliance GmbH und die Parity Quantum Computing GmbH setzen wiederum auf ihr Diamonds-MQC-System. Hier basieren die Qubits, die die Grundlagen für Quantencomputer bilden und zugleich die kleinstmögliche Speichereinheit in der Quanteninformatik darstellen, der Bezeichnung entsprechend auf Stickstoff-Fehlstellen-Zentren in Diamanten.


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