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Zusatzfunktionen: Apps erschleichen gute Bewertungen

Einige App-Anbieter belohnen gute Kundenbewertungen mit Zusatzfunktionen. Die Verbraucherzentrale rät, so abgegebene Bewertungen nachträglich zu ändern.
/ Achim Sawall , dpa
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Der Google Play Store (Bild: Golem.de)
Der Google Play Store Bild: Golem.de

Manche Apps für Smartphones versprechen ihren Käufern für eine gute Bewertung direkt nach dem Kauf Extrafunktionen. "Das ist fragwürdig" , sagte Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen(öffnet im neuen Fenster) der Nachrichtenagentur dpa. So entstünden unrealistisch gute Bewertungen.

Wenn ein Programm nicht hält, was es verspricht, können Nutzer ihre bereits abgegebenen Bewertungen aber noch nachträglich ändern. Dazu reicht es in der Regel aus, das Programm erneut zu bewerten. "Wichtig ist, dass man zumindest den anderen Verbrauchern den Gefallen tut, sie davor zu warnen" , sagte Bradler.

Bewertungen beim Onlineshopping

Auch beim Onlineshopping versuchen viele Händler, Bewertungen zu manipulieren. So wird bisweilen versucht, Kunden mit Geldgeschenken zur Rücknahme negativer Bewertungen zu bewegen.

Einer Verbraucherzentrale lag im Jahr 2013 ein Arbeitsvertrag einer Firma vor , bei der der Beschäftigte "die Bewertungseingabe für Onlineshops auf verschiedenen Bewertungsplattformen im Internet" übernehmen sollte. Dem Arbeitsvertrag war ein Leitfaden beigefügt, der den "Bewertern" nahelegt, sich mehrere E-Mail-Adressen anzulegen und darauf zu achten, auf den verschiedenen Plattformen einen unterschiedlichen Satzbau zu verwenden. Weiter solle immer die volle Punkt- beziehungsweise Sterneanzahl bei den Bewertungen eingegeben werden.

Boris Wita, Jurist der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, empfiehlt, dass beim Onlineshopping nicht nur eine Bewertung zur Kaufentscheidung führen sollte, sondern mehrere Bewertungen anderer Käufer oder auch unabhängige Tests der Stiftung Warentest.


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