Zusage: Stadtwerk will mit FTTH-Verpflichtung Vectoring verhindern
Die Stadtwerke Neumünster (SWN) wollen 27 Prozent aller Gemeinden Schleswig-Holsteins mit Glasfaseranschlüssen bis in jedes Haus oder jede Wohnung (FTTB/H) erschlossen haben. Möglich wird dies durch den Abschluss mehrerer Ausschreibungen und die Kooperation mit kommunalen Zweckverbänden. Das gab der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) am 6. November 2015 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .
Das Gesamt-Investitionsvolumen der Stadtwerke Neumünster beläuft sich – gemeinsam mit Partnern – bis 2022 auf rund 420 Millionen Euro. Allerdings bieten auch die Stadtwerke nur 50 beziehungsweise 100 Mbit/s bei FTTH, was weit unter den Möglichkeiten liegt(öffnet im neuen Fenster) .
Die Stadtwerke Neumünster haben der Bundesnetzagentur nun das Angebot für eine Investitions- und Ausbauzusage abgegeben, in der sie sich zur Einhaltung eines konkreten FTTH-Ausbaus verpflichten wollen, auch für alle Nahbereiche, um die vom Ausbau erfassten 60 Hauptverteiler (HVt). Damit sich der Glasfaserausbau auch in den teils sehr ländlichen Gebieten Schleswig-Holsteins rechnet, erwarten die Stadtwerke von der Regulierungsbehörde die Möglichkeit zum alleinigen Ausbau dieser Nahbereiche und keinen exklusiven Vectoring-Ausbau, den die Deutsche Telekom anstrebt. Vectoring ist FTTH technisch weit unterlegen.
"Anders als bei der kupferbasierten und damit für Gigabit-Bandbreiten ungeeigneten Vectoring-Technik setzen wir auf Nachhaltigkeit – und damit auf den zukunftssicheren FTTH-Ausbau" , sagte SWN-Geschäftsführer und Breko-Vorstandsmitglied Matthias Trunk.
Die Telekom hatte den Entwurf eines konkreten Angebots vorgelegt, in dem sich der Konzern verpflichtet, bundesweit alle Hauptverteiler-Nahbereiche bis Ende 2018 mit Vectoring zu erschließen. Die Telekom will im Nahbereich um 8.000 Hauptverteiler die Vectoring-Technik einsetzen und beantragte dazu bereits vor einiger Zeit bei der Bundesnetzagentur, von der Verpflichtung befreit zu werden, Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern zu ermöglichen.
Kritisch sieht der Breko daran vor allem, dass sich die Telekom nicht ausdrücklich dazu verpflichtet, allen potenziell anschließbaren Haushalten in diesen Bereichen tatsächlich eine Mindestbandbreite von 50 MBit/s zur Verfügung zu stellen. Eine konkrete Minimum-Bandbreite werde nicht garantiert.
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