Zurück zu den Wurzeln: Intel stellt Altera wieder als eigene Marke vor
Nach der Übernahme sollten FPGAs Teil von Intels eigenem Portfolio werden. Mittlerweile sind beide Bereiche wieder klar getrennt.
Intel hat Altera wieder als eigene Marke für FPGAs (Field Programmable Gate Array) vorgestellt. Der Hersteller hatte den FPGA-Spezialisten im Jahr 2015 übernommen und anfangs versucht, FPGAs in die bestehenden Produktlinien für Server und Rechenzentren zu integrieren. Der Name Altera verschwand damit zunächst. Richtig gelöst hat er sich aber nie, umgangssprachlich existierte er bis heute weiter.
Zunächst gliederte Intel den FPGA-Bereich in eine eigene Abteilung, die PSG (Programmable Solutions Group) aus. Der Schritt zur eigenen Marke ist damit vor allem formell, für die Organisation ändert sich wenig. CEO bleibt Sandra Rivera, die zuvor die Abteilung DCAI (Data Center und KI) leitete. Am Donnerstag bekam die Abteilung den Namen Altera zurück.
Die Produkte unter den Namen Agilex, Arria und Stratix sollen in den nächsten Monaten weitergeführt werden. Unter der eigenen Marke will der Hersteller das Produktportfolio zudem erweitern. Für die nächsten fünf Jahre prognostiziert Altera einen Anstieg des FPGA-Geschäfts um 30 Prozent auf 13 Milliarden US-Dollar Umsatz bis zum Jahr 2028. Vor einigen Monaten kündigte Intel mehrere neue Produkte an.
Einige FPGAs müssen in den USA hergestellt werden
Für die USA hat Altera zudem eine strategische Bedeutung, unabhängig vom Firmennamen. Einige der Chips sollen statt bei TSMC wieder bei Intel Foundry produziert werden oder wurden bereits auf Intel Nodes umgestellt. Das US-Militär nutzt FPGAs unter anderem zur Bildverarbeitung in Flugzeugen und Drohnen und lässt sensible Technik nach Möglichkeit nur im eigenen Land herstellen.
Analog zu Mobileye könnte Intel das Unternehmen nach seiner Ausgliederung langfristig sogar an die Börse bringen. Wirtschaftlich läuft das FPGA-Geschäft seit Jahren gut, Intel dürfte also ebenfalls ein Interesse daran haben, auch zukünftig wirtschaftlich mit Altera verbunden zu sein.
Besonders der verstärkte Einsatz von KI in verschiedenen Gerätekategorien führt dazu, dass immer mehr Daten von Sensoren und Kameras in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. FPGAs finden daher in vielen Produkten einen Platz, vom PC-Monitor mit G-Sync bis zu selbstfahrenden Autos oder Drohnen aus dem militärischen Bereich.