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Zurück in die Zukunft: Wieso Crispin Glover in Teil 2 und 3 nicht dabei war

Crispin Glover war ein wichtiger Teil von Zurück in die Zukunft, für den zweiten und dritten Teil wollte Robert Zemeckis ihn aber nicht mehr - sein Aussehen aber schon.
/ Peter Osteried
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Am Ende hatte Crispin Glover gut lachen. (Bild: Universal)
Am Ende hatte Crispin Glover gut lachen. Bild: Universal

Während der Dreharbeiten von Zurück in die Zukunft erwarb sich Crispin Glover den Ruf, schwierig zu sein. Zumindest verbreiteten Regisseur Robert Zemeckis und Autor Bob Gale dies, was damals auch gerne geglaubt wurde, weil der Schauspieler mit seiner exzentrischen Art durchaus anecken konnte. Streit entflammte jedoch, weil Glover der Meinung war, dass das Ende des Films die falsche Botschaft präsentierte. Die McFlys waren nach der Veränderung der Zeit reich und glücklich. Glover störte sich daran, dass hier Reichtum mit Glück gleichgesetzt wurde und merkte das gegenüber dem Autor und Regisseur auch häufiger an. Zemeckis war davon schon richtiggehend genervt. Laut Glover wurde Zemeckis richtig wütend, weil er nicht von einem Schauspieler infrage gestellt werden wollte. (öffnet im neuen Fenster)

Ein erstaunlich niedriges Honorar

Als Glover im zweiten und dritten Teil nicht dabei war, hieß es von Zemeckis und Gale, es hätte einen Disput wegen der Höhe des Honorars gegeben. Eine Geschichte, die Gale über Jahrzehnte aufrechterhielt. Laut ihm hätte Glover eine Million Dollar verlangt - das gleiche Honorar, das Michael J. Fox bekam. Aber Glover sagt: "Sie boten mir 150.000 Dollar [insgesamt, für beide Fortsetzungen] ... aber Lea Thompson verdiente etwa 650.000 Dollar und Tom Wilson etwa 325.000 oder 350.000 Dollar, es war also weniger als die Hälfte dessen, was meine Schauspielerkollegen verdienten, die für ähnlich große Rollen zurückkamen. Und meine Agenten wussten, dass das nicht fair war."

Glover führte das noch weiter aus: "Ich habe nicht gesagt, dass ich mehr Geld brauche. Im Grunde wollte ich zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen nur fair entlohnt werden. Mein Agent sprach mit den Produzenten, die dann sagten: 'Das Angebot ist jetzt 125.000 Dollar.' Sie gingen 25.000 Dollar runter! Es war ganz klar, dass sie mich nicht in dem Film haben wollten."

Ein Präzedenzfall

Sein Aussehen aber schon. Denn Jeffrey Weissman wurde per Prosthetics so hergerichtet, dass er wie Crispin Glover aussah. Er verstellte auch seine Stimme, um wie Glover zu klingen. Anders als etwa bei Martys Freundin Jennifer, wo die Umbesetzung einfach stattfand, ohne dass man versuchte, beide Frauen gleich aussehen zu lassen, wollte man das bei George McFly nicht. Das erzürnte Glover zu Recht, der einen Rechtsstreit gegen das Studio anstrengte. Der Streit wurde außergerichtlich geeinigt - Universal bezahlte ihm 760.000 Dollar. Fast die Million, die Bob Gale ihm unterstellt hatte. Dies war aber auch ein Präzedenzfall, der heute umso stärker nachwirkt, denn Filmemacher können das Aussehen von Schauspielern nicht ohne deren Erlaubnis nutzen - etwas, das in Zeiten von KI-Doubles und Deepfakes heute bedeutsamer ist als in den frühen 90er Jahren.

Glover und Zemeckis schienen später das Kriegsbeil begraben zu haben. Der Regisseur besetzte Glover als Grendel in seinem Film Beowulf.


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