Zurück in die Zukunft: Blitz statt Atombombe

Vor 35 Jahren reiste Marty McFly zurück in die Zukunft - vom Jahr 1985 ins Jahr 1955. Wir machen eine Zeitreise zurück ins Jahr 1985, als dieser Meilenstein der Popkultur zum phänomenalen Erfolg wurde.

Artikel von Peter Osteried veröffentlicht am
Zurück in die Zukunft kam am 3. Oktober 1985 in die deutschen Kinos.
Zurück in die Zukunft kam am 3. Oktober 1985 in die deutschen Kinos. (Bild: 20th Century Fox)

Erfolg lässt sich nicht planen und schon gar nicht voraussehen. George Lucas' Star Wars wurde von den meisten Studios abgelehnt, Zurück in die Zukunft erging es nicht anders. Regisseur Robert Zemeckis und Autor Bob Gale hatten schon mehrmals für Produzent Steven Spielberg gearbeitet, ihre Filme waren aber ziemlich erfolglos. Sie wollten ihr neues Projekt Zurück in die Zukunft nun ohne Spielbergs Hilfe an den Mann bringen. Aber jedes Studio, dem sie das Projekt antrugen, lehnte ab. Weil Teeniekomödien in jener Zeit schlüpfrig sein mussten, so wie die erfolgreiche Porky's-Reihe. Und weil Zeitreisefilme mehrheitlich schlecht liefen.

Aber dann zeigte Disney Interesse an dem Projekt. Allerdings missfiel dort die Szene, in der Marty seine Mutter in der Vergangenheit des Jahres 1955 küsst - die inzestuösen Vibes, die davon ausgingen, ließen im Haus der Maus die Alarmglocken schrillen.

Zemeckis hatte zwischenzeitlich jedoch mit Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten Erfolg. So waren Gale und er zuversichtlich, nun doch mit Spielberg arbeiten zu können, ohne Gefahr zu laufen, als seine Protegés angesehen zu werden, die ohne ihn nichts auf die Reihe brachten. Mit Spielberg als Produzent im Spiel schlug Universal bei dem Projekt schließlich zu.

Wäre man mit dem eigenen Vater befreundet?

Die Idee zu Zurück in die Zukunft fußt auf einem Besuch, den Bob Gale bei seinen Eltern in St. Louis machte. Er stieß im Keller auf die alten High-School-Jahrbücher seines Vaters und fragte sich: Wäre ich als Teenager mit ihm befreundet gewesen?

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Gale erzählte Zemeckis davon. Beide wollten schon lange eine Geschichte mit Zeitreisen machen, suchten aber den richtigen Ansatz. In die Prähistorie zu reisen, mag faszinierend sein, doch was gab es Besseres, als seine eigenen Eltern als Teenager zu erleben? Mit diesem Ansatz begannen beide, das Drehbuch zu schreiben.

Anfangs war vieles noch anders als im endgültigen Film. So war die Zeitmaschine kein DeLorean, sondern eher eine Kammer. Als die Idee aufkam, sie in ein Auto zu verfrachten, befreite das die Geschichte selbst auch. Denn mit dem Wagen konnte man nicht nur Zeit, sondern auch Raum überwinden.

Die richtige Zeitmaschine

Etwas, das viele Zeitreisegeschichten falsch machen: Sie lassen ihre Protagonisten in die Vergangenheit reisen, dann aber auch auf wundersame Weise von Los Angeles etwa ins mittelalterliche England kommen. Der DeLorean ermöglichte es, Strecke zurückzulegen - auch wenn es für diese Geschichte gar nicht so relevant war.

In den ersten Fassungen war die Zeitmaschine auf der Ladefläche eines Pick-up-Trucks angebracht und man benötigte den Blast einer Atombombenexplosion, um sie zu starten. Doch Marty und Doc Brown irgendwo bei einem nuklearen Testgelände herumsitzen und warten zu lassen, erschien den beiden Autoren nicht gerade spannend. So kamen sie auf die Idee des Blitzes, der die Zeitmaschine im Jahr 1955 aufladen sollte.

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Schimpanse zu Hund

Andere Änderungen waren eher kleiner Natur: Doc Brown sollte zuerst einen Schimpansen namens Shemp haben, bevor man sich entschied, einen Hund namens Einstein daraus zu machen. Universal-Präsident Sid Sheinberg bestand darauf, weil es nach seiner Recherche nie einen erfolgreichen Film mit einem Schimpansen gegeben hatte.

Er wollte übrigens auch den Titel ändern - in Spaceman from Pluto. Das bezog sich auf das Comicheft des Jungen, für den Marty wie ein Außerirdischer erscheint. Die beiden Bobs waren unglücklich darüber und baten Spielberg zu intervenieren. Der sandte ein Memo raus, in dem er erklärte, wie großartig Sheinbergs Witz mit dem Titel sei und dass alle herrlich gelacht hätten. Er wusste, dass Sheinberg zu stolz war, zuzugeben, dass er den Titel ernsthaft gewollt hatte.

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Der richtige Marty für Zurück in die Zukunft 
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packansack 06. Okt 2020

Ah ja, danke für die Erklärung.

schueppi 06. Okt 2020

Ich hab unsere Mitarbeiter mit einem Print darauf hingewiesen und am Abend den Film...

Kein Kostverächter 05. Okt 2020

Und das ist nach aktuellen Erkenntnissen wohl die exakteste Beschreibung von Zeit, die...

ko0815 05. Okt 2020

Lineares TV in den 80ern? Hattet ihr damals keinen Videorekorder oder Videotheken (die...



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