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Zuma: Start erfolgreich, Satellit tot

Der letzte Start eines geheimen Militärsatelliten durch SpaceX soll nicht erfolgreich verlaufen sein. Klare Aussagen scheitern an der strengen Geheimhaltung. Golem.de trägt zusammen, was bisher bekannt ist.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Über die geheime Zuma-Nutzlast von Northrop Grumman in der Nutzlastverkleidung ist nichts bekannt.
Über die geheime Zuma-Nutzlast von Northrop Grumman in der Nutzlastverkleidung ist nichts bekannt. (Bild: Screenshot (SpaceX Webcast))

Im vergangenen Jahr begann SpaceX, geheime Missionen für das US-Militär durchzuführen. Im Oktober 2017 erschien dann auf dem ohnehin überfüllten Flugplan von SpaceX plötzlich eine Nutzlast mit einem angekündigten Startfenster schon im November 2017. Die meisten Raketenstarts haben einen Vorlauf von über einem Jahr. Nutzlast und Orbit blieben geheim. Nur die Militärfirma Northrop Grumman wurde als Auftraggeber genannt sowie der Codename Zuma. Die Mission trägt damit den gleichen Namen wie ein Hotel in Miami und der unter Korruptionsverdacht stehende südafrikanische Präsident Jacob Zuma.

Inhalt:
  1. Zuma: Start erfolgreich, Satellit tot
  2. Northrop Grumman kann von schlechter PR für SpaceX profitieren

Der Satellit wurde nach mehreren Verzögerungen in der Nacht zum Montag gestartet. Seitdem gibt es mehrere Berichte, dass die Nutzlast funktionsunfähig oder gar nicht im Orbit sein soll. Bloomberg gibt dabei SpaceX die Schuld, die meisten Berichte belassen es bei neutraler Beobachtung. Über den Zweck der Nutzlast ist wegen der Geheimhaltung nichts zu erfahren gewesen. Zu erfahren war aber, dass der Auftraggeber Northrop Grumman einen eigenen Nutzlastadapter für die Mission benutzen wollte.

Üblich ist, dass der Raketenbetreiber den Adapter zur Verfügung stellt und der Kunde sich darauf einstellt. Die Spezifikationen dafür sind im User Guide der Falcon 9 öffentlich zugänglich. Nutzlast und Orbit waren zwar geheim, aber aus Sicherheitsgründen müssen für jeden Raketenstart Sperrgebiete ausgewiesen werden. Damit war zumindest klar, dass die Rakete in einen stark geneigten Orbit, ähnlich der Bahn der Raumstation ISS, fliegen würde.

Bilder zeigen die Rakete über Afrika

Nach dem Start von Zuma landete die erste Stufe erfolgreich. Wie bei Geheimmissionen üblich, wurde die Übertragung von Livebildern und Telemetrie nach der Abtrennung der zweiten Stufe eingestellt. Im weiteren Verlauf wurde eine erfolgreiche Abtrennung der Nutzlastverkleidung gemeldet, die auch im Livestream ansatzweise zu beobachten war. Aus anderen Missionen ist bekannt, dass SpaceX die Abtrennung mit Kameras an Bord der Rakete beobachtet und überprüft. Nach dem Start gab ein SpaceX-Mitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekannt, dass die Falcon 9 ihren Teil der Mission erfolgreich absolviert hat.

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Es kamen aber nach dem Start widersprüchliche Meldungen auf, dass die Nutzlast verloren sei. Entweder soll Zuma ohne Funktion im Orbit oder zusammen mit der zweiten Stufe abgestürzt sein. Die Geheimhaltung der Mission verhindert aber klare Aussagen, so dass sich diverse Quellen auf Aussagen anonymer Personen beziehen. Beide Aussagen stehen auch nicht im Widerspruch. Ein Versagen der Nutzlastabtrennung wäre nicht die Schuld von SpaceX und ein plausibles Szenario.

Marco Langbroek, der als Amateur Satelliten beobachtet, veröffentlichte auf Twitter Bilder aus Afrika, die zum richtigen Zeitpunkt eine Spirale am Himmel zeigen, die offensichtlich von der Rakete stammen. Sie entsteht, wenn eine Raketenstufe oder ein Satellit in einer Drehbewegung Treibstoff im Weltraum ausstößt. Die zweite Stufe hat nach dem Start noch Treibstoff an Bord, zum einen als Leistungsreserve und zum anderen, um das Triebwerk erneut zu zünden und einen kontrollierten Absturz der Stufe in den Ozean einzuleiten. Die Stufe hat auch Ventile, die nach Missionsabschluss Treibstoff ablassen. Sonst kann der Druck im Inneren eines Tanks im Sonnenlicht unkontrolliert steigen, bis er im Orbit platzt und eine Trümmerwolke hinterlässt.

Northrop Grumman kann von schlechter PR für SpaceX profitieren 
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