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Apple Watch ist nicht nur eine Uhr

Der Fitness-Fan Tim Cook erkannte frühzeitig, dass eine Smartwatch nicht nur zum Anzeigen der Zeit und von Benachrichtigungen taugt, sondern ein Selbstoptimierungswerkzeug ist. Man muss die Kunden nur davon überzeugen, dass man sich auch optimieren will – etwa durch spielerische Elemente wie die berühmten Fitness-Ringe der Apple Watch. Der Schritt zum Fitness-Abo ist dann nur noch ein kleiner.

Dazu kamen über die Jahre weitere Apple-Dienste. Neben dem dank Provisionen und seiner zentralen Stellung im Ökosystem sehr profitablen App Store sind das etwa der Bezahldienst Apple Pay, Apple Music oder auch Apple TV. 2025 war dem Unternehmen zufolge ein Rekordjahr, was die Dienstleistungen angeht.

Tim Cook diversifizierte zudem iPads und iPhones: Mittlerweile gibt es zahlreiche Versionen der Geräte für unterschiedliche Anwendungszwecke und Geldbeutel. Auch vor einem Eingabestift für das iPad schreckte Cook nicht zurück, obwohl Steve Jobs dagegen gewesen war. Im Nachhinein stellte sich das nicht als die schlechteste Idee heraus.

Apple Silicon krempelt den Markt um

Ebenfalls unter Cooks Ägide erfolgte bei den Mac-Rechnern der Umstieg von Intel-Chips auf Apple Silicon. Apples M-Chips gehören seitdem zu den leistungsfähigsten am Markt und haben das Unternehmen weiter von Konkurrenten wie Intel unabhängig gemacht. Mittlerweile hat Apple auch eigene Modem-Chips entwickelt, um sich von Qualcomm zu lösen – ein Schritt, der für viele womöglich unter dem Radar vollzogen wurde.

Apple war nicht das erste Unternehmen, das ARM-basierte SoCs für Computer entwickelte. Dank der Verbindung aus geschlossenem Hardware- und Software-System hatte der Hersteller aber eine andere Ausgangslage als etwa Qualcomm, das immer auf Partner wie Microsoft angewiesen ist (und mit seinen Snapdragon-Elite-Chips immer noch auf der Suche nach Erfolg ist).

Kurz vor der Ankündigung seines Abgangs schlug Tim Cook der Konkurrenz im Laptop-Bereich noch ein letztes Schnippchen: Mit dem Macbook Neo brachte Apple ein preiswertes Notebook mit iPhone-SoC heraus, das nicht nur in Schulen in den USA erfolgreich sein dürfte. Dass das Macbook Neo veröffentlicht werden konnte, lag auch an der Basis, die Cook in den 2000ern mit der Etablierung von festen Lieferketten geschaffen hatte. Apple produziert seit 2010 Smartphones mit eigenen, sehr leistungsstarken Chips.

Tim Cook ist nicht alles gelungen

In den 15 Jahren als CEO gelang Tim Cook aber nicht alles. So verantwortete er auch das VR-Headset Vision Pro, das Apple als Zukunft des Computings bewarb. Am Ende stellte sich heraus, dass die meisten Nutzer keine Lust haben, acht Stunden am Tag mit einem schweren Headset auf dem Kopf zu arbeiten. Auch scheinen viele oft keine Lust zu haben, sich zum Schauen eines Films oder zum Spielen ein Headset aufzusetzen, wenn man doch stattdessen einfach so auf der Couch herumlümmeln kann.

Das waren absehbare Probleme, welche die Konkurrenz im VR-Headset-Markt seit Jahren plagen. Tim Cook dachte womöglich, dass er eine Lösung gefunden habe – was sich am Ende allerdings nicht bestätigte. Auch die Einführung von Apples KI-Werkzeugen, Apple Intelligence, war ein Misserfolg.

Zu Kritik an Cook führten außerdem einige seiner politischen Entscheidungen. 2019 wurde eine App in Hongkong aus dem App Store entfernt, die von pro-demokratischen Aktivisten verwendet wurde. Bereits 2016 wurde unter Cooks Führung eine Abmachung mit der chinesischen Regierung unterzeichnet, die zu Zensur führte. Tim Cook ist nicht als großer Kritiker Chinas bekannt, weil er wusste, dass er bei der Produktion der Apple-Produkte auf China angewiesen ist.


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