Zum Genuino/Arduino Day 2016: Hobby-Elektronik kommt in der Industrie an

Einst von Industrie und Ingenieuren als Spielzeug oder Hobby abgetan, sehen mittlerweile auch sie Vorteile im Ökosystem von Arduino & Co. Eine kurze Bestandsaufnahme zum Arduino/Genuino Day 2016.

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Der Arduino und Genuino Uno R3
Der Arduino und Genuino Uno R3 (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Am meisten überrascht während unseres Rundgangs auf der Embedded World 2016 in Nürnberg hat uns die massive Präsenz der Schlagworte Arduino und Raspberry Pi. Die kleinen, preiswerten Rechner, ursprünglich konzipiert zu Lehr- und Bastelzwecken, verbreiten sich auch unter den Profis.

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Das Schweizer Unternehmen Toradex, spezialisiert auf leistungsstarke, eingebettete Mikrocontroller-Plattformen, stellte sein Aster Carrier Board vor, das Pin-kompatibel mit dem Arduino Uno und dem Raspberry Pi ist. Stephan Dubach, CEO von Toradex, gibt eine nachvollziehbare Begründung: "Es gibt mittlerweile so viele Arten von Arduino-Shields, dass das Prototyping einfach schneller geht". Auch Unternehmen wie Logicals, deren Software sich an professionelle Entwickler von industriellen Steuerungsanlagen richtet, stellte die Unterstützung von Arduino und Raspberry Pi deutlich heraus. Das vor kurzem vorgestellte Dev-Kit für den neuen D2000-Mikrocontroller von Intel kommt scheinbar wie selbstverständlich im Arduino-Formfaktor. Erst die zugehörige Eclipse- und GCC-basierte Entwicklungsplattform macht klar, dass sich das Devkit weniger an den Hobbybastler richtet.

Erfolg keineswegs vorgezeichnet

Selbstverständlich oder gar geplant war dieser Erfolg allerdings nicht. Wie sehr die Entwicklung des Arduino ursprünglich von persönlichen Interessen geleitet war, zeigte Anfang März 2016 ein Bericht von Hernando Barragán, Erfinder des Wiring-Projektes, dem Arduino-Vorläufer. Dass an eine industrielle Nutzung ursprünglich niemand dachte, ist auch am berühmtesten Designfehler des Arduino erkennen, den niemand mehr zu korrigieren gedenkt: die zu kleine Lücke zwischen den beiden oberen Pin-Reihen, womit der Arduino inkompatibel mit Breadboards und handelsüblichen Leerplatinen ist.

Trotzdem ist Arduino inzwischen zum Selbstläufer geworden. Zwar nimmt die Gründerfigur Massimo Banzi immer noch eine zentrale Stellung im Arduino-Projekt ein, doch längst wird die Weiterentwicklung von der Community und verschiedensten Unternehmen getragen. Ob das eine freiwillige Machtabgabe des Gründerteams um Banzi ist, sei dahingestellt. Forciert wurde sie vor allem als Folge eines laufenden Markenrechtsstreites. Der seit Ende 2014 laufende Streit um die Arduino-Marke erschütterte die Community und eine Spaltung, gar Marginalisierung des Arduinos, wurde befürchtet.

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Der Rechtsstreit ist auch der Grund für die Einführung der Marke Genuino durch das Arduino-Gründerteam und den Versuch, diesen Begriff anstelle von Arduino zu etablieren. Ob das notwendig ist, wird sich voraussichtlich ab Juni 2016 zeigen, wenn der erste Gerichtstermin ansteht. Allerdings hatte der Streit bereits auch eine positive Auswirkung: Offizielle Arduinos werden mittlerweile auch in Deutschland produziert.

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