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Aus Mary Kenneth Keller wird Schwester Kenneth

Trotz aller Aktivitäten erlebte Mary Kenneth Keller jedoch keine unbeschwerten Studienjahre. Die 1929 beginnende Wirtschaftskrise sowie ein Krankheitsfall in der Familie führten dazu, dass sie ihre Highschool-Ausbildung vernachlässigen musste.

Mit 18 Jahren trat sie im Herbst 1932 schließlich in das Kloster ein, ihr Name war ab diesem Zeitpunkt Schwester Mary Kenneth – alle Nonnen im Orden hießen Mary mit Vornamen, Kenneth war der identifizierende Teil.

So konnte Sister Kenneth bis 1936 zwei ebenfalls vom BMV-Orden betriebene Frauencolleges besuchen, wo sie schließlich ihre Ausbildung zur Lehrerin abschloss. Insgesamt sollte sie 29 Jahre an diversen Schulen lang unterrichten.

1940 legte sie ihr Gelübde ab und wurde festes Mitglied des Ordens, was ihr noch mehr Bildung in Summer Schools ermöglichte. In dieser Zeit machten die Ordensschwestern ihre akademischen Ausbildungen während der Ferien ihrer Schülerinnen. Schwester Kenneth erreichte so 1943 ihren Bachelor of Arts und sechs Jahre später den Master-Abschluss, beides in Mathematik.

Ein Computer weist den Weg

Mit 48 Jahren nahm ihr Leben eine entscheidende Wendung, die sie später so beschrieb: "Ich ging eines Tages einfach los, um mir einen Computer anzusehen, und kam danach nie wieder zurück."

Sie hatte nämlich einen der ersten Workshops in Computer Education am Dartmouth College belegt, in dem Lehrern zehn Wochen lang die Grundzüge des Computings an LGP-30-Rechnern beigebracht wurden. Die LGP-30 waren 1956 eingeführte Röhrenrechner mit Magnettrommelspeicher, die als erschwingliche "Schreibtisch-Computermaschine" für kleine Firmen, Labore und Universitäten entwickelt wurden.

Schwester Kenneth war begeistert: "Für mich sah es so aus, als würde der Computer das revolutionärste Werkzeug werden, das ich für die Mathematik bekommen können würde."


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