Fahrzeuge dürfen nicht selbst lernen
Doch lassen sich automatisierte Fahrzeuge überhaupt zuverlässig überprüfen, wenn die Systeme angeblich selbstlernend sein sollen und auf Basis der aufgezeichneten Verkehrssituationen eigene Regeln bilden könnten? Köster ist in diesem Punkt sehr skeptisch: "Angenommen, man hat ein intelligentes System, das ein bestimmtes Verkehrsregelwerk in Frage stellen würde, weil es das Durchfahren einer Kreuzung in engeren Bögen viel 'schöner' findet und hierbei zum Beispiel Spurmarkierung und andere Regularien einfach mal außer Acht lassen würde. Das kann ich mir nicht vorstellen, das will ich mir in solcher naiven Form nicht vorstellen."
Die Hersteller wiegeln ebenfalls ab. "Maschinelles Lernen bedeutet, dass 'offline' eine sehr große Zahl von Situationsdaten rechnerisch simuliert wird und automatisiert ein Satz geeigneter Algorithmen erstellt wird. Dieser Satz von Algorithmen wird danach in das Fahrzeug übertragen und während der Fahrt nicht verändert. Damit ist gewährleistet, dass sich ein Fahrzeug immer reproduzierbar verhält", sagt BMW. Volkswagen und Audi sehen derzeit den Einsatz von lernenden Algorithmen, die das Fahrverhalten während der Fahrzeugnutzung ändern können, nicht vor. Ebenso wie Daimler nutzen sie allerdings sogenannte Deep-Learning-Methoden auf Basis von Convolutional Neural Networks bei der Entwicklung.
Verhalten bleibt deterministisch
Zudem wenden sich die Hersteller entschieden gegen den Einsatz von Zufallsgeneratoren in ihren Autos. "Auf der Ebene des Gesamtfahrzeugs muss ein deterministisches Verhalten, im Rahmen technisch üblicher Parameterstreuungen, gewährleistet sein", sagt BMW. Dabei könnte es in manchen Situationen durchaus sinnvoll sein, beispielsweise per Zufallsgenerator eine Route zu wählen. Wenn bei einem Stau alle Fahrzeuge dieselbe Ausweichstrecke wählen, ist das Verkehrschaos praktisch programmiert. Aber auch für den Volkswagen-Konzern gilt: "Aktuell gibt es aus unserer Sicht keinen Nutzen für den Einsatz von Zufallsgeneratoren bei Fahrfunktionen."
Auch diese Entscheidung dürfte wohl im Sinne der Zulassungsbehörden sein. Denn wie soll man eine Funktion genehmigen, wenn man im Zweifel gar nicht weiß, wie sie sich verhält? Zudem stellt sich die Frage, wie künftig mit den Änderungen an der Fahrzeugsoftware umgegangen wird. Muss jeder neue Algorithmus wieder umfangreich geprüft werden? Und woher sollen die Behörden wissen, was tatsächlich an der Software verändert wurde? Vor allem vor dem Hintergrund der VW-Dieselaffäre sollten die Behörden gegenüber den Beteuerungen der Hersteller skeptischer geworden sein.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Tesla testet im Realverkehr | Wer darf den Quellcode sehen? |










Die Statistik besagt bspw. ein Mensch baut alle xxx Mio Kilometer einen Unfall. Und alle...
Nö. Die Leute denken, dass die Piloten da drin sitzen, um im Notfall eingreifen zu können.
ohje. Da sollte sich mal jemand schlau machen was Fahrzeugassistenzsysteme heute schon...
Hmm, eine Antwort willst du jetzt nicht wirklich,oder?