Abo
  • Services:

Astronomisch lange Teststrecken

Sollten diese Kriterien feststehen, ist immer noch nicht klar, wie die automatisierten Funktionen möglichst umfassend überprüft werden müssen. Paradoxerweise ist die Zahl der theoretischen Testkilometer umso größer, je sicherer die Verkehrssituation ist. Entscheidend ist schließlich, wie sich Fahrzeuge in kritischen Situationen verhalten. Wenn es diese, wie auf der Autobahn, nur selten gibt, müssten theoretisch umso mehr Testkilometer gefahren werden.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. DAN Produkte Pflegedokumentation GmbH, Siegen

Denn ein hochautomatisierter Autobahnpilot ist weit mehr als ein Abstandsregeltempomat, der zusätzlich überholen kann. Er muss auch dann selbständig lenken, wenn ein Reifen platzt, der Vordermann plötzlich Ladung verliert oder ein Reh auf die Fahrbahn springt. Ein unerwartetes Stauende ist da noch die leichteste Übung. Zudem reichen die Sensoren noch längst nicht so weit wie das menschliche Auge.

Sind die Testanforderungen nicht zu erfüllen?

Nach Überlegungen des Darmstädter Fahrzeugtechnikexperten Hermann Winner hängt die Zahl der Testkilometer davon ab, nach wie vielen gefahrenen Kilometern es einen tödlichen Unfall gibt. "Für den Autobahnpiloten folgt aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein Vergleichswert von 662 Millionen Kilometern zwischen zwei Unfällen mit Getöteten. Dementsprechend müssten 6,62 Milliarden Testkilometer auf der Autobahn absolviert werden, um den dargestellten Bedingungen zu entsprechen", schreibt er in einer Studie von 2015.

Diese Distanz entspricht 44 mal der Entfernung zwischen Erde und Sonne. Zum Vergleich: Vor der Freigabe der Assistenzsysteme in der früheren Mercedes-Benz E-Klasse (W212) wurden "lediglich" 36 Millionen Testkilometer absolviert. Nur ein halbes Prozent der von Winner geforderten Distanz. Die statistischen Überlegungen zeigten, "dass die Freigabe zur Herausforderung, wenn nicht sogar zur Falle für das autonome Fahren werden kann", sagt Winner. Dabei fällt auf, dass der Darmstädter Professor die Zahl der Testkilometer in den vergangenen Jahren immer höher gesetzt hat.

Waren es 2014 noch 240 Millionen Kilometer, nannte er zuletzt sogar 13,3 Milliarden Kilometer. Für diese Strecke bräuchte ein Lichtstrahl mehr als 13 Stunden. Eine wahrhaft astronomische Distanz.

Das perfekte Auto wird es nicht geben

Ganz gleich, wie groß diese Zahlen sind: Die Hersteller können sie unter wirtschaftlichen Bedingungen kaum noch mit realen Fahrzeugen testen. Zudem soll es nicht das Ziel sein, das "perfekte" selbstfahrende Auto zu entwickeln. "Technik ist in den seltensten Fällen vollkommen perfekt. Und wenn Sie das anstreben wollen, müssen Sie einen enorm hohen Aufwand betreiben, der praktisch gesehen für einen einzelnen Nutzer oft gar keinen messbaren Mehrwert bringt, sondern nur die Theorie befriedigt", erläutert Köster. Dabei stelle sich die Frage: "Was ist das Güteniveau, das Sie für die Fahrzeuge erreichen müssen?"

Das Problem: Die Zahl der möglichen Verkehrssituationen ist unbegrenzt, doch das Auto soll ebenso wie der menschliche Fahrer mit möglichst allen zurechtkommen. "Da sind einige Dinge, die sind hochrelevant, weil sie oft in der Praxis erlebt werden. Da gibt es aber auch Ereignisse, die passieren nur sehr selten oder in der Theorie, so dass sie diese wahrscheinlich nie mit einem Fahrzeug erleben werden", sagt Köster. Die Forschung müsse daher viel Energie investieren, um die relevanten Situationen zunächst zu ermitteln.

 Zulassung autonomer Autos: Die längste Fahrprüfung des UniversumsSimulation als Ausweg 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 12,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt
  2. (-78%) 8,99€
  3. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt

Jan Martin 06. Nov 2016

Die Statistik besagt bspw. ein Mensch baut alle xxx Mio Kilometer einen Unfall. Und alle...

Berner Rösti 06. Nov 2016

Nö. Die Leute denken, dass die Piloten da drin sitzen, um im Notfall eingreifen zu können.

nasenweis 05. Nov 2016

ohje. Da sollte sich mal jemand schlau machen was Fahrzeugassistenzsysteme heute schon...

Ugly 05. Nov 2016

Hmm, eine Antwort willst du jetzt nicht wirklich,oder?

nasenweis 05. Nov 2016

Da kann ich nichts mehr hinzufügen +1


Folgen Sie uns
       


Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live

Mit Command & Conquer Rivals wollte sich die Golem.de-Community so gar nicht anfreunden, da haben Anthem und Unraveled Two mehr überzeugt.

Electronic Arts E3 2018 Pressekonferenz - Live Video aufrufen
Raumfahrt: Großbritannien will wieder in den Weltraum
Raumfahrt
Großbritannien will wieder in den Weltraum

Die Briten wollen eigene Raketen bauen und von Großbritannien aus starten. Ein Teil des Geldes dafür kommt auch von Investoren und staatlichen Investitionsfonds aus Deutschland.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Esa Sonnensystemforschung ohne Plutonium
  2. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  3. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder

Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land
Garmin Fenix 5 Plus im Test
Mit Musik ins unbekannte Land

Kopfhörer ins Ohr und ab zum Joggen, Rad fahren oder zum nächsten Supermarkt spazieren - ohne Smartphone: Mit der Sport-Smartwatch Fenix 5 Plus von Garmin geht das. Beim Test haben wir uns zwar im Wegfindungsmodus verlaufen, sind von den sonstigen Navigationsoptionen aber begeistert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Garmin im Hands on Alle Fenix 5 Plus bieten Musik und Offlinenavigation

Razer Huntsman im Test: Rattern mit Infrarot
Razer Huntsman im Test
Rattern mit Infrarot

Razers neue Gaming-Tastatur heißt Huntsman, eine klare Andeutung, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen soll. Die neuen optomechanischen Switches reagieren schnell und leichtgängig - der Geräuschpegel dürfte für viele Nutzer aber gewöhnungsbedürftig sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huntsman Razer präsentiert Tastatur mit opto-mechanischen Switches
  2. Razer Abyssus Essential Symmetrische Gaming-Maus für Einsteiger
  3. Razer Nommo Chroma im Test Blinkt viel, klingt weniger

    •  /