Zukunftsforscher: Autohersteller könnten zu Zulieferern degradiert werden

Zukunftsforscher Stephan Rammler gibt der deutschen Autoindustrie keine Chance, wenn der Verkehr massenhaft auf Elektroautos umgestellt werde. Chinesische Unternehmen könnten dann konkurrenzfähige Autos bauen.

Artikel veröffentlicht am ,
Borgward BX7 - ein Auto aus chinesischer Produktion
Borgward BX7 - ein Auto aus chinesischer Produktion (Bild: Borgward)

In einem Gespräch mit der Zeitschrift Auto, Motor und Sport (AMS) hat Zukunftsforscher Stephan Rammler skizziert, weshalb deutsche Autohersteller in der jetzigen Form im Elektromobilitätszeitalter keine Überlebenschance hätten. Auch Unternehmen aus Asien könnten gute Elektroautos bauen. Wenn sich die asiatische Autoindustrie mit Unternehmen des Silicon Valley verbündete, könnte eine Marktmacht entstehen, der die hiesige Industrie nichts entgegensetzen könne. "Das Szenario, dass Automobilhersteller zu Zulieferern degradiert werden, ist sehr ernst zu nehmen", betonte Rammler. Mit dieser Einschätzung ist Rammler nicht allein. Andere Beobachter formulieren allerdings nicht so scharf.

Sollte das Elektroauto den Verbrenner verdrängen, kommen auf Motorspezialisten Probleme zu. Bei Mercedes sorgt sich der Betriebsrat um Arbeitsplätze, weil Elektroautos viel weniger Bauteile brauchen. Die FAZ berichtete, dass bei Elektroautos nur noch ein Siebtel des Arbeitsumfangs im Vergleich zu Verbrennungsfahrzeugen nötig sei. Die damit verbundenen Folgen dürften nicht nur bei Daimler auf die Belegschaft zukommen, sondern auch bei anderen Autoherstellern und ihren Zulieferern.

Der BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Schoch wies darauf hin, dass ein 8-Zylindermotor 1.200 Teile habe, die zusammenmontiert werden müssten, ein Elektromotor nur 17 Teile.

Die Automobilindustrie in Deutschland will anderen Ländern das Feld aber nicht einfach so überlassen. So plant Volkswagen eine Aufholjagd bei Elektroautos und will 2025 Weltmarktführer in dieser Sparte sein. "Ab 2020 starten wir unsere große Elektro-Offensive. Als Volumenhersteller wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen: Wir zielen nicht auf Nischenprodukte, sondern auf das Herz des Automarktes. Bis 2025 wollen wir eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen und Weltmarktführer in der Elektromobilität sein. Unsere künftigen Elektroautos werden das neue Markenzeichen von Volkswagen", sagte der Vorsitzende der Marke Volkswagen, Herbert Diess.

Stephan Rammler ist Gründungsdirektor des Instituts für Transportation Design (ITD) und Professor für Transportation Design & Social Sciences an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


quineloe 29. Nov 2016

Dann ist das Whinging der Autoindustrie, dass durch die E-Autos so viele Arbeitsplätze...

berritorre 28. Nov 2016

Deswegen sagte ich ja auch: haben sie teilweise ja schon.

mainframe 28. Nov 2016

Das ist das Henne-Ei Problem... Ohne Ladeinfrastruktur kauf ich kein E-Auto... Ich bau...

mainframe 28. Nov 2016

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es an den ganzen Lobbyisten im Hintergrund liegt...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /