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Das Leben nach dem Tod: Upload

In Upload geht es um das Hochladen des Menschen in eine digitale Umgebung, um das digitale ewige Leben.

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Klassische Fragen zu dem Thema sind: Kann die Technologie helfen, den Tod zu überwinden? Kann sie der Jungbrunnen sein, von dem die Menschheit immer träumte, der aber auch, würde es ihn geben, zu einer Bevölkerungsexplosion ohnegleichen führen würde? Würde dies das ewige Leben mit immer weiter schwindenden Ressourcen nicht zur ewigen Qual werden lassen?

Diese Probleme gibt es in Upload nicht. Denn Platz ist in der Cloud kein Problem. Die neue Serie von Greg Daniels, der zusammen mit Steve Carrell auch Space Force entwickelt hat, fragt sich, wie es dann mit dem Nachleben aussieht.

In Upload ist die Hauptfigur, Nathan Brown, nach einem Unfall dem Tode nahe, weswegen seine Freundin ihn drängt, sich uploaden zu lassen. Sein Bewusstsein wird in ein virtuelles Hotel transferiert, in dem man nach dem Tod sehr komfortabel die Ewigkeit verbringen kann - wenn ausreichend Geld dafür da ist. Denn die armen Schlucker bekommen keinen Upload oder landen, wenn sie pleite sind, bei den Bewohnern, die keinerlei Extras genießen.

Die im Jahr 2033 spielende Serie punktet nicht nur damit, dass Humor und Tragik nahe beieinander liegen, sondern auch mit faszinierenden Ideen. Es wird sehr konsequent durchdacht, wie dieses Leben nach dem Tod aussehen würde - mit allen guten, vor allem aber auch mit allen Schattenseiten.

Denn Schattenseiten gibt es natürlich auch. So zeigt die Serie, die ihr Thema mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, aber auch mit einem gewissen Hang zum Klamauk angeht, dass die Ewigkeit reichlich eintönig sein kann. Richtig schlimm wird es, wenn man sie sich nicht mehr leisten kann und nicht einmal mehr komplette Bücher zu lesen bekommt, sondern nur noch kostenlose Leseproben.

Die Serie enthält auch einen Diskurs, ob das Uploaden richtig ist oder ob man sich damit nicht den Zugang zu einem echten Nachleben verwehrt. Die Diskussion darüber findet vor allem in den Familien statt: Der Vater will nach dem Tod im Himmelreich wieder mit seiner Frau vereint sein, die Tochter glaubt nicht an das Leben nach dem Tod und drängt ihn zum Uploaden. Das hat auch einen selbstsüchtigen Aspekt, denn natürlich will die Tochter den Vater nicht verlieren. Lässt er sich uploaden, kann sie sich ihm irgendwann anschließen.

Ist die Fettkartusche leer, schmeckt das Essen nicht

In der ersten Staffel noch nicht angesprochen wurde die Frage, ob der hochgeladene Mensch noch er selbst ist oder vielmehr ein Avatar, der aus einer Vielzahl personenbezogener Daten erstellt wurde - also quasi eine Kopie, die nichts davon ahnt, eine zu sein.

Neben dem Upload als großem Science-Fiction-Element der Serie gibt es auch kleinere Elemente. Sehr schön ist die Handy-Technologie, die wie bei Years and Years im Körper eingebaut ist, hier in der Hand, die zur geraden Fläche gestreckt wird, mit abgespreiztem Daumen. Dazwischen erscheint das Display, auf dem dann zum Beispiel der Gesprächspartner erscheint. Will man nicht gesehen werden, ballt man die Hand zur Faust. Eine andere interessante Idee ist, dass die Leute ihr Essen selbst drucken. Wenn die Fettkartusche im Drucker alle ist, schmeckt das Essen halt nach nichts.

Die Idee des Uploadens ist nicht neu. Philip K. Dick, der große Vordenker, hatte schon in seinem Roman Ubik damit gespielt. Im Rahmen des Serienfernsehens wirkt sie jedoch frisch und aufregend. Anders als zu Zeiten von Ubik erscheint sie auch nicht mehr völlig als Science-Fiction.

"Die da oben" gegen die arme Mehrheit

Upload nutzt die Idee auch als Metapher für den Klassenkampf. "Die da oben", das eine Prozent, kann sich die Ewigkeit leisten, der armen Mehrheit wird das Paradies verwehrt. Die Serie macht sich aber auch die Mühe zu zeigen, dass diese Form der Ewigkeit die Gefahr ewiger Langeweile mit sich bringt.

Dennoch hat Upload eine charmante Leichtigkeit, ein positives Moment. Wie übrigens auch bei Years and Years ist die Lage nicht komplett hoffnungslos.

Die dritte Serie, Black Mirror, ist hingegen durch und durch düster. Sie wirft einen pessimistischen Blick auf die Zukunft, der mit einer profunden Angst vor der technologischen Entwicklung einhergeht.

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 Zukunft in Serien: Realistischer, als uns lieb sein kannDie Zukunft ist düster: Black Mirror 
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demon driver 19. Jul 2020

Gute SF, wie ich sie von "guten SF-Autoren" kenne und erwarte, ist normalerweise eben...

demon driver 18. Jul 2020

Sehr schönes Biuch, in der Tat.

Huanglong 13. Jul 2020

Sich über Konzepte in fiktiven Technologien mokieren. Immer wieder schön. Da muss Ich...

Brent_SST 12. Jul 2020

Dann braucht man eine Corona-App um fliegen zu können, oder einkaufen. Hat Black Mirror...

hpARTIST 11. Jul 2020

Sehr schöner Artikel. Mann sieht, dass der Autor kenntnisreich ist. Der Hinweis auf...


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