Der Motor bleibt ein Differenzierungsmerkmal

Golem.de: Motoren sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei Autos. Wenn Zylinder und Hubraum wegfallen: Was wird in Zukunft das Unterscheidungsmerkmal sein?

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Steiner: Neben dem Motor ist auch anderes relevant für die Differenzierung. Bei uns sind es das Porsche-typische Fahrwerk, die Fahrdynamik, das Design, aber auch die Ergonomie: Wie sitze ich im Auto, wie bediene ich das Auto? Die Schnittstelle zwischen dem Fahrer und dem Fahrzeug wird mit Sicherheit morgen mindestens genauso spezifisch und differenzierend sein. Wir wollen eine typische Porsche-Bedienungsphilosophie - auch im Zeitalter der Elektromobilität.

  • Michael Steiner mit einem Porsche 911, hier als Turbo (Foto: Porsche)
  • Die Serie ist das dem Erfolgsmodell von Porsche. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es gibt sie seit über 50 Jahren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Ein Porsche soll auch auf einer Rundstrecke eine angemessene Performance zeigen, sagt Steiner. Das Bild entstand wie das vorige beim Stadtparkrennen in Hamburg. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • 2013 präsentierte Portsche den 918 Spyder, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... einen Hybridsportwagen mit knapp 900 PS. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Von dem Auto wurden nur 918 Stück gebaut. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Porsche kann auch rein elektrisch: Der Mission E ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... wurde 2015 vorgestellt und soll noch in diesem Jahrzehnt auf den Markt kommen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auch ein Porsche mit E-Antrieb werde Emotionen wecken, sagt Steiner. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Porsche war auch immer im Rennsport engagiert, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... unter anderem sehr erfolgreich in Prototypenserien. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Zuletzt mit einem Hybridrenner. Damit ist Schluss: Künftig tritt Porsche ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... in der Formel E an (Symbolbild). (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Umstieg auf Elektroantriebe ist aber nur eine Herausforderung, sagt Steiner. Der Vernetzung der Autos ist noch wichtiger. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Porsche kann auch rein elektrisch: Der Mission E ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Um auf den Motor einzugehen: Da sehe ich - wenn auch nicht in der Anzahl der Zylinder - deutliche Differenzierungspotenziale. E-Maschinen können auf verschiedene Arten und Weisen gebaut werden. Man kann sie kompakt und relativ leicht bauen oder eher schwer, größer, einfacher und damit auch günstiger. Wir verwenden beim Mission E permanent erregte Motoren. Die sind etwas teurer in der Herstellung, aber bieten Potenzial in Bezug auf ihre Größe, auf ihr Gewicht und auf das Dauerleistungsvermögen.

Die Leistungselektronik, die Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Motor transformiert, ist relevant. Ebenso - auch im Bereich der Elektromobilität - die Frage nach dem Getriebe: Will ich sehr hohe Geschwindigkeiten fahren, brauche ich dazu möglicherweise ein Getriebe mit einem oder mehreren Gängen?

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Wir wollen, dass auch unsere Elektrofahrzeuge künftig typische Porsche sind, die nicht nur einmal, sondern mehrfach schnell von 0 auf 100 km/h beschleunigen und auch auf einer Rundstrecke eine angemessene Performance zeigen.

Golem.de: Tesla wurde anfangs belächelt, hat als Newcomer die Branche aber durcheinandergewirbelt. Was lässt sich aus dem Erfolg von Tesla lernen?

Steiner: Es lohnt sich nicht und es empfiehlt sich auch nicht, über einen Wettbewerber zu lächeln. Das tun wir nicht. Für uns, die wir den Wettbewerb sehr genau beobachten, war das inspirierend. Es macht auch Freude zuzusehen, wie schnell sich der genannte Wettbewerber entwickelt, auch wie anregend das für die Industrie ist.

Unabhängig von dem Erfolg haben wir schon relativ früh mit dem Mission-E-Konzeptauto gezeigt, dass wir uns für die Elektrifizierung interessieren. Wir waren die ersten im Premiumsegment, die in die Plugin-Hybrid-Technologie investiert haben. Uns interessiert an erster Stelle, wie eine Technologie hilft, unsere Fahrzeuge sportlich, Porsche-typisch performant zu machen. Bei der E-Mobilität beispielsweise glauben wir, dass wir mit Themen wie der 800-Volt-Ladetechnik einen Beitrag leisten, um die Technologie weiter voranzubringen.

Wir überlegen uns, wann der Zeitpunkt der richtige ist, um in eine neue Technologie zu investieren. Beim Mission E war für uns das Timing richtig - obwohl wir wissen, dass es Hersteller gab, die früher unterwegs waren. Es wird auch welche geben, die später unterwegs sind.

Golem.de: Der Spaß bei Porsche, die Emotion, wird bisher über Motor und Klang transportiert. Wenn wir in Zukunft alle vernünftig werden und elektrisch fahren, wie will Porsche die Emotion in die Zukunft transportieren?

Steiner: In der Tat ist es so, dass nicht nur der Kopf, sondern der Mensch als Ganzes Auto fährt, zumindest ist das bei vielen so. Und ein Aspekt - aber wirklich nur ein Aspekt - ist die Akustik des Fahrens: Wir haben gelernt, dass die Dynamik des Motors, die Schaltvorgänge, all diese Dinge, sich akustisch wahrnehmen lassen.

Das ist aber nicht alles. Zum Fahrspaß gehört auch, dass das Fahrzeug präzise auf Lenkbefehle und Bremskommandos gehorcht, dass es sich exakt so verhält, wie man sich das wünscht. Das soll ein Elektroauto von Porsche auch tun.

Wir machen uns aber schon Gedanken, wie es klingen soll. Elektromaschinen, Getriebe machen Geräusche, und es gibt einen Gestaltungsspielraum, um diese Geräusche zu beeinflussen. Wir werden versuchen, das in eine Richtung zu lenken, die wir als markentypisch und auch als emotional und angenehm betrachten. Mit Sicherheit werden die Elektromotoren ganz anders klingen als Verbrennungsmotoren. Aber die Emotion werden wir uns da auch erschließen.

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