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Zugangsdaten im Visier: Hacker beim Datenklau über Hotel-WLANs erwischt

Eine russische Hackergruppe kapert wohl WLAN-Ausrüstung in Einrichtungen, um systematisch Microsoft-Zugangsdaten abzugreifen.
/ Marc Stöckel
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Wer über ein öffentliches WLAN arbeitet, sollte seinen Traffic besser mit einem VPN schützen. (Bild: pexels.com / Geordie McLeod)
Wer über ein öffentliches WLAN arbeitet, sollte seinen Traffic besser mit einem VPN schützen. Bild: pexels.com / Geordie McLeod

Sicherheitsforscher von Reliaquest haben eine Angriffskampagne aufgedeckt, bei der Hacker WLAN-Netze in Hotels, Tagungszentren und anderen öffentlichen Einrichtungen missbrauchen, um Zugangsdaten für Microsoft-Konten abzugreifen. Laut Blogbeitrag der Forscher(öffnet im neuen Fenster) kompromittieren die Angreifer dafür die Wi-Fi-Gateways der jeweiligen Einrichtungen und leiten anschließend den Traffic der Nutzer über eigene Systeme.

Die Gateways werden den Angaben zufolge unter Ausnutzung von Sicherheitslücken in den jeweiligen Management-Portalen kompromittiert. Anschließend nutzen die Angreifer diesen Zugriff, um DNS-Anfragen zu manipulieren und Nutzer, die auf Microsoft-Dienste zugreifen wollen, stattdessen auf Phishingseiten umzuleiten.

Diese Seiten sind den offiziellen Webportalen von Microsoft nachempfunden und sollen Anwender dazu bringen, sich dort mit den Zugangsdaten ihrer Microsoft-Konten anzumelden. Wenig überraschend erfolgt damit aber keine Authentifizierung bei Microsoft. Stattdessen landen die Zugangsdaten in den Händen der Angreifer.

Verbindung zu russischer Hackergruppe

Laut Reliaquest läuft die beschriebene Angriffskampagne schon mindestens seit Juni. "Ziel der Angriffe ist es, die Microsoft-365-Konten von Unternehmensmitarbeitern unbemerkt zu kompromittieren, ohne deren Geräte zu berühren oder auch nur eine einzige Phishing-E-Mail zu versenden", schreiben die Forscher.

Die kompromittierten Gateways wurden in verschiedenen Regionen gesichtet, allen voran in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Hinter den Angriffen vermuten die Forscher die berüchtigte Hackergruppe APT28 (auch bekannt als Fancy Bear oder Forest Blizzard), welche dem russischen Militärgeheimdienst zugeordnet wird und zuvor schon ähnliche Angriffskampagnen mit kompromittierten Routern ausgeführt haben soll.

Die Sicherheitsforscher von Reliaquest empfehlen Mitarbeitern, vor der Eingabe ihrer Zugangsdaten stets die URL der jeweiligen Anmeldeseite zu prüfen und ihren Traffic bei der Nutzung öffentlicher WLAN-Zugangspunkte möglichst immer über die VPNs ihrer Arbeitgeber zu leiten. "Ein Full-Tunnel-VPN leitet den gesamten Datenverkehr, einschließlich DNS, über das Unternehmensnetzwerk und stoppt den Angriff somit bereits an der Quelle", so die Begründung.


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