Zugangsdaten geleakt: Backdoor zur IT von 200 Flughäfen entdeckt
Sicherheitsforscher von CloudSEK haben im Darknet Zugangsdaten entdeckt, mit denen IT-Systeme an etwa 200 Flughäfen hätten gekapert werden können. Angriffspunkt war laut Blogbeitrag der Forscher(öffnet im neuen Fenster) ein Airport-Service-Portal eines namentlich nicht genannten europäischen Dienstleisters, der wiederum Vertragspartner eines anderen IT-Dienstleisters der betroffenen Flughafenbetreiber war.
Die Forscher sprechend aufgrund der Verkettung auch von einem "fourth-party vendor" . Angreifer gelangten offenbar an Zugangsdaten eines Mitarbeiters dieser Firma und veröffentlichten sie im Darknet. Laut Bericht konnte damit auf das Next Generation Operations Support System (NGOSS) des primären IT-Dienstleisters zugegriffen werden.
Hinzu kam jedoch noch ein weiteres Problem, denn die besagte Plattform verfügte über keinerlei Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Angreifer hätten also nach Angaben der Forscher mit den geleakten Zugangsdaten direkt auf das NGOSS-Portal zugreifen und etwa Self-Service- und Gepäckabfertigungssysteme lahmlegen und den Flughafenbetrieb beeinträchtigen können.
Potenziell weitreichende Folgen
Tatsächlich ausgeführt wurde ein solcher Angriff zumindest in diesem Fall wohl nicht. Das Risiko war dennoch enorm und hätte laut CloudSEK an den rund 200 betroffenen Flughäfen Millionenschäden zur Folge haben können. "Bei Ausnutzung hätte der unbefugte Zugriff eine Kette von Ausfällen auslösen können, die sich auf alle wichtigen KPIs des Flughafenbetriebs ausgewirkt hätten" , heißt es.
Als Beispiele nennen die Forscher unter anderem lange Unterbrechungen bei der Gepäckabgabe, beim Boarding und beim Check-in sowie Ausfälle von Flughafen-Arbeitsplatzsystemen, Reputationsschäden, falsch zugeordnete Gepäckstücke und Strafzahlungen wegen Flugausfällen oder Verspätungen.
Den Angaben zufolge wurden die geleakten Zugangsdaten widerrufen, alle übrigen Konten überprüft und im Eilverfahren eine MFA eingeführt. CloudSEK rät überdies dazu, sich niemals auf Sicherheitsversprechen eines Dienstleisters zu verlassen und dessen Zugriffsrechte nach Möglichkeit nur temporär und möglichst granular zu vergeben. "Vertrauen Sie niemals, überprüfen Sie immer" , so die Forscher.
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