Zu wenige Antennen: Netzbetreiber werden 5G-Frequenzen entzogen
Weil im 28-GHz-Spektrum statt 15.000 nur 1.650 Antennen stehen, verliert SK Telecom die Lizenz. Die Regulierungsbehörde greift bei fehlenden 5G-Antennen durch.
Das südkoreanische Ministerium für Science und ICT hat dem führenden Mobilfunkanbieter SK Telecom das 28-GHz-Spektrum für den Betrieb von 5G-Diensten wieder entzogen. Das gab die Regulierungsbehörde am 12. Mai 2023 bekannt. SK Telecom hat im Jahr 2018 das Nutzungsrecht des 28-GHz-Bandes erhalten und musste bis Mai 2023 insgesamt 15.000 Antennen installieren.
Nach Angaben des Ministeriums habe SK Telecom jedoch bis zur zweiten Maiwoche nur 1.650 28-GHz-Antennen errichtet und keine weiteren Installationen geplant.
"Das Ministerium hat die Erfüllung der Auflagen durch SK Telecom überprüft und über unsere Entscheidung informiert, die Lizenz zu widerrufen", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.
Samsung hat die Netzbetreiber bei 28 GHz ausgerüstet
Anfang Januar 2023 hat die Regierung bereits KT und LG Uplus das Recht entzogen, die 28-GHz-Frequenzen zu nutzen. SK Telecom bekam die Auflage, bis Ende Mai 2023 15.000 RAN-Standorte bereitzustellen, die das 28-GHz-Spektrum nutzen. Andernfalls würde auch SK Telecom das Recht zur Nutzung des Spektrums vollständig verlieren.
Die koreanische Regierung sucht derzeit nach neuen Betreibern für das 28-GHz-Band. Einem südkoreanischen Pressebericht zufolge können diese neben zinsgünstigen Darlehen, Steuergutschriften und der exklusiven Nutzung der Frequenz für drei Jahre mit einer geringeren Anzahl an Antennen durch die Auflagen rechnen. Das Ministerium plant, den neuen Frequenzzuteilungsplan bis Juni bekannt zu geben und im vierten Quartal 2023 neue Betreiber auszuwählen.
SK Telecom und der Ausrüster Samsung Electronics hatten bereits im August 2015 in dem Millimeterwellenbereich eine erste Anlage errichtet und Feldtests begonnen.