Zu viele illegale Produkte: Temu soll 200 Millionen Euro Strafe zahlen
Die EU-Kommission hat gegen die chinesische Handelsplattform Temu ein Bußgeld in Höhe von 200 Millionen Euro verhängt. Die Plattform habe es versäumt, "die systemischen Risiken illegaler Produkte, die auf seiner Plattform angeboten werden, und den daraus resultierenden Schaden für die Verbraucher in der Europäischen Union sorgfältig zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten", teilte die Brüsseler Behörde(öffnet im neuen Fenster) am 28. Mai 2026 zur Begründung mit.
Damit verstoße Temu gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act/DSA), der sehr großen Onlineplattformen entsprechende Risikobewertungen vorschreibt. Zwar hatte Temu 2024 eine solche Bewertung vorgenommen. Doch diese entspreche nicht den im DSA festgelegten Standards. Nach einer Überprüfung stoßen Verbraucher in der EU "sehr wahrscheinlich auf illegale Gegenstände auf Temu".
Eine sogenannte Mystery-Shopping-Untersuchung(öffnet im neuen Fenster) ergab demnach, dass Käufer auf Temu Produkte angeboten bekämen, die gegen EU-Sicherheitsstandards verstießen. Insbesondere Babyspielzeug und Kleinelektronik erfüllten viele regulatorische Anforderungen nicht.
Das Problem mit illegalen Artikeln ist auf Onlinemarktplätzen weit verbreitet. Einer Auswertung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) zufolge entfernten die fünf größten Shopping-Plattformen in Deutschland allein im November 2025 fast 70 Millionen Artikel. 30 Millionen davon wurden als "unsicher" oder "verboten" eingestuft.
Temu muss Aktionsplan vorlegen
Temu hat nach Angaben der Kommission nun bis zum 28. August 2026 Zeit, einen Aktionsplan nach Artikel 75 des DSA(öffnet im neuen Fenster) vorzulegen. Das Europäische Gremium für digitale Dienste(öffnet im neuen Fenster) hat dann einen Monat Zeit, seine Stellungnahme abzugeben. Innerhalb eines Monats nach Erhalt dieser Stellungnahme entscheidet die Kommission, ob die im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um die Zuwiderhandlung zu beenden oder Abhilfe zu schaffen. Reicht der Aktionsplan nicht aus, können Zwangsgelder erhoben werden(öffnet im neuen Fenster).
Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa kritisierte Temu die Strafe in einem Statement als unverhältnismäßig. Zudem beziehe sich die Entscheidung auf die Risikoabwägung von 2024 und spiegele nicht den aktuellen Stand der Systeme wider.



