Zu provokant für Instagram: Wiener Museen zeigen erotische Kunstwerke bei Onlyfans

Das vor allem für pornografische Inhalte bekannte Internet-Portal Onlyfans.com wird zur Anlaufstelle für Kunstliebhaber. Vier Wiener Museen haben gemeinsam einen Kanal auf der Plattform eröffnet, um die Werke provokanter Künstler unzensiert im Netz präsentieren zu können. Der Schritt markiert in erster Linie einen Seitenhieb auf die gängigen sozialen Netzwerke.
Wie der Wiener Tourismusverband auf seiner Website(öffnet im neuen Fenster) schreibt, seien kulturelle Institutionen in der Vergangenheit mehrfach von Instagram, Facebook und Tiktok gesperrt worden, weil sie Gemälde und Statuen von nackten Menschen auf ihren Kanälen gezeigt hatten. Dieser " neuen Welle der Prüderie " wolle die Wiener Kunstszene nun mit einer Offensive begegnen.
Unter dem Motto Wien unzensiert - Vienna strips on Onlyfans stellen das Leopold Museum, das Kunsthistorische Museum Wien, das Naturhistorische Museum sowie das Albertina Museum auf ihrem gemeinsamen Onlyfans-Kanal Bilder und Skulpturen besonders provokanter Künstler aus. Dazu gehören etwa Egon Schiele, Richard Gerstl, Koloman Moser und Amedeo Modigliani.
Künstler wurden schon vor 100 Jahren zensiert
Allen Künstlern gemein ist der Umstand, dass sie mit ihren Werken sehr frei den nackten menschlichen Körper inszeniert haben. Das brachte ihnen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts viel Kritik und Ärger mit der Zensur ein. Das freizügige Image der Onlyfans-Plattform nutzen die Museen nun bewusst, um sich gegen das restriktive und rückwärts gewandte Handeln der Social-Media-Dienste zu stellen.
Wer sich die als 18+-Inhalte beworbenen Kunstwerke ansehen möchte, muss den Onlyfans-Kanal gegen eine Gebühr abonnieren. Im Gegenzug erhalten Abonnenten ohne Aufpreis wahlweise eine Vienna City Card zu freien Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bei einem touristischen Aufenthalt in Wien oder eine Eintrittskarte für eines der an der Aktion teilnehmenden Museen.
Onlyfans dürfte der kulturelle Zugewinn gelegen kommen. Das Unternehmen hatte erst im August 2021 versucht, sich vom Porno-Image zu lösen und entsprechende Inhalte auf der Plattform zu verbieten. Nach heftigem Protest aus der Community ruderte es jedoch kurze Zeit später zurück.



