Zu provokant für Instagram: Wiener Museen zeigen erotische Kunstwerke bei Onlyfans

Mehrere Wiener Museen präsentieren Werke provokanter Künstler ab sofort bei Onlyfans, um der Zensur von Instagram & Co. zu entgehen.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Bei Onlyfans gibt es jetzt erotische Kunst, die zu freizügig für Instagram ist.
Bei Onlyfans gibt es jetzt erotische Kunst, die zu freizügig für Instagram ist. (Bild: Tristan Fewings via Getty Images)

Das vor allem für pornografische Inhalte bekannte Internet-Portal Onlyfans.com wird zur Anlaufstelle für Kunstliebhaber. Vier Wiener Museen haben gemeinsam einen Kanal auf der Plattform eröffnet, um die Werke provokanter Künstler unzensiert im Netz präsentieren zu können. Der Schritt markiert in erster Linie einen Seitenhieb auf die gängigen sozialen Netzwerke.

Wie der Wiener Tourismusverband auf seiner Website schreibt, seien kulturelle Institutionen in der Vergangenheit mehrfach von Instagram, Facebook und Tiktok gesperrt worden, weil sie Gemälde und Statuen von nackten Menschen auf ihren Kanälen gezeigt hatten. Dieser "neuen Welle der Prüderie" wolle die Wiener Kunstszene nun mit einer Offensive begegnen.

Unter dem Motto Wien unzensiert - Vienna strips on Onlyfans stellen das Leopold Museum, das Kunsthistorische Museum Wien, das Naturhistorische Museum sowie das Albertina Museum auf ihrem gemeinsamen Onlyfans-Kanal Bilder und Skulpturen besonders provokanter Künstler aus. Dazu gehören etwa Egon Schiele, Richard Gerstl, Koloman Moser und Amedeo Modigliani.

Künstler wurden schon vor 100 Jahren zensiert

Allen Künstlern gemein ist der Umstand, dass sie mit ihren Werken sehr frei den nackten menschlichen Körper inszeniert haben. Das brachte ihnen bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts viel Kritik und Ärger mit der Zensur ein. Das freizügige Image der Onlyfans-Plattform nutzen die Museen nun bewusst, um sich gegen das restriktive und rückwärts gewandte Handeln der Social-Media-Dienste zu stellen.

Wer sich die als 18+-Inhalte beworbenen Kunstwerke ansehen möchte, muss den Onlyfans-Kanal gegen eine Gebühr abonnieren. Im Gegenzug erhalten Abonnenten ohne Aufpreis wahlweise eine Vienna City Card zu freien Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bei einem touristischen Aufenthalt in Wien oder eine Eintrittskarte für eines der an der Aktion teilnehmenden Museen.

Onlyfans dürfte der kulturelle Zugewinn gelegen kommen. Das Unternehmen hatte erst im August 2021 versucht, sich vom Porno-Image zu lösen und entsprechende Inhalte auf der Plattform zu verbieten. Nach heftigem Protest aus der Community ruderte es jedoch kurze Zeit später zurück.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Prypjat 19. Okt 2021

Dann hat sich der Post des TE's ja gelohnt. ^^

angrest 18. Okt 2021

... dass Golem dann zwar Instagram, nicht aber onlyfans verlinkt. Angst vor Pornografie...

Sharra 18. Okt 2021

In den USA spawnt instant ein Lynchmob, sobald öffentlich eine Brust mit Nippel zu sehen...

xxsblack 18. Okt 2021

Bei Instagram kann man doch sicherlich auch Verlinkungen setzen, warum also nicht auf...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Künstliche Intelligenz
So funktioniert ChatGPT

Das mächtige Sprachmodell ChatGPT erzeugt Texte, die sich kaum von denen menschlicher Autoren unterscheiden lassen. Wir erklären die Technologie hinter dem Hype.
Ein Deep Dive von Helmut Linde

Künstliche Intelligenz: So funktioniert ChatGPT
Artikel
  1. Streamer: Rocket Beans muss in Kurzarbeit
    Streamer
    Rocket Beans muss in Kurzarbeit

    Der Gaming-Kanal Rocket Beans hat wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit, einige Sendungen entfallen.

  2. i4: BMW lässt sich am Berg nicht updaten
    i4
    BMW lässt sich am Berg nicht updaten

    Die Besitzerin eines BMW i4 hat die Fehlermeldung entdeckt, ihr Parkplatz sei zu steil für ein Update der Bordsoftware.

  3. Volker Wissing: Schienengüterverbände sind gegen Autobahnausbau
    Volker Wissing
    Schienengüterverbände sind gegen Autobahnausbau

    Für den Güterverkehr sollte vermehrt auf die Bahn gesetzt werden und nicht auf mehr LKW. Für die gebe es eh nicht genug Fahrer, meinen Verbände.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RAM im Preisrutsch - neue Tiefstpreise! • Powercolor RX 7900 XTX 1.195€ • AMD Ryzen 7 5800X3D 329€ • Nur noch heute TV-Sale mit bis 77% Rabatt bei Otto • Lenovo Tab P11 Plus 249€ • MindStar: Intel Core i7 13700K 429€ • Logitech G915 Lightspeed 219,89€ • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /