Zu klein, zu teuer, zu langsam: Vodafone nennt seine Ausschlussgründe für Open Access
Langsame Abläufe beim Partner sind bei Open Access der größte Killer für Vodafone. Sven Müller, Geschäftsleitung Vodafone Deutschland und Director Strategy, sagte(öffnet im neuen Fenster) am 19. Mai 2026 auf der Kongressmesse Anga Com in Köln: "Der größte Pain-Point, den wir da wirklich haben, ist tatsächlich die Zeit, die dazwischen verstreicht, dass der Kunde 'Ja' sagt, bis der Anschluss in der Wohnung funktioniert."
Dies gelte unabhängig davon, ob das auf einem Netz der Deutschen Telekom stattfinde, oder bei einem Wettbewerber, erklärte Müller. "Das ist etwas, das dauert zwischen 2 und 24 Monaten. Das ist leider die Spanne, die man da hat. Das ist natürlich ein katastrophales Kundenerlebnis.". Das ginge allen ISPs in Deutschland so und sei laut Müller der größte Hemmschuh bei Open Access-Partnerschaften.
Eine DSL-Leitung oder Kabel-Wholesale ließe sich laut Müller sehr schnell schalten. "Und bei Glasfaser kann ich meinem Kunden sagen, in den nächsten 9 Monaten kommt jemand und macht einen Hausanschluss. Das ist nicht gut und da springen auch Kunden wieder ab."
"Ball liegt in erster Linie auf der Seite von Netzbetreibern"
Die Verzögerung habe verschiedene Ursachen. Müller erklärte: "Das fängt damit an, dass manche Netzbetreiber nicht ganz hundertprozentig sauber dokumentiert haben, wo ihr Netz eigentlich wirklich liegt." Für eine Nachverdichtung werde zudem ein Ökosystem an Dienstleistern benötigt, bestehend aus Hausanschlüssen und bei Mehrfamilienhäusern auch noch die Netzebene für die Inhouse-Verkabelung.
"Und bis das dann alles passiert und jeweils mit den Gebäude-Eigentümern abgeklärt ist – das haben die meisten noch nicht im Griff. Der Ball liegt in erster Linie auf der Seite von Netzbetreibern", sagte Müller.
Zudem seien sehr kleine Footprints von 10.000 Haushalten bei den Partnern nicht attraktiv. Müller sagte: "Da ist die Daumenregel natürlich: größer und komplementär zu dem, was wir haben, ist besser. Jemand, der vor allem unser Kabel zuvor überbaut hat, ist für uns weniger attraktiv."
Zudem seien für den zweitgrößten Festnetzbetreiber Deutschlands die kommerziellen Konditionen wichtig: "Wir müssen ja mit den Kunden auch Geld verdienen können. Da gibt es teilweise auch sehr abenteuerliche Vorstellungen im Markt, was da ein angemessener Vorleistungspreis ist." Zudem schaue sich Vodafone den Partner an, und bewerte, ob es ihn in fünf Jahren auch noch gibt.
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