Zu hohe Temperaturen: Tesla entlässt gehörlosen Mitarbeiter nach Versetzungsgesuch

Der in Teslas Gigafactory in Austin angestellte Fabrikarbeiter Hans Kohls hat Klage gegen Tesla eingereicht, da das Unternehmen ihn in diskriminierender Art und Weise gekündigt haben soll. Kohls ist dem Independent(öffnet im neuen Fenster) zufolge gehörlos, kann aber mit Hörgeräten Alarme wahrnehmen und sich mit seinen Kollegen verständigen.
Kohls wurde innerhalb der Gigafactory an die Gussmaschinen versetzt, an denen eine Temperatur von 660 Grad Celsius herrscht. Diese Temperatur führte dazu, dass seine Hörgeräte ausfielen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt – Kohls wäre dann nicht mehr in der Lage, Alarme oder Hinweise seiner Kollegen zu hören.
Er bat daher um eine Versetzung in einen anderen Bereich der Gigafactory, freie und für ihn passende Stellen soll es der Klage zufolge gegeben haben. Gut eine Woche nachdem Kohls das Versetzungsgesuch eingereicht hatte, entließ Tesla ihn aus medizinischen Gründen.
Temperaturen oberhalb des Industriestandards
Der Klage zufolge überschreiten die Temperaturen in der Abteilung den Industriestandard erheblich. Kohls hatte zuvor bei einem anderen Arbeitgeber ebenfalls in warmen Umgebungen gearbeitet und dort keine Probleme gehabt. Tesla habe von der Gehöreinschränkung gewusst, unter anderem soll Kohls auch in Personalgesprächen darauf angesprochen worden sein.
Dem Anwalt Kohls zufolge verstößt die Kündigung gegen die US-amerikanischen Bestimmungen zum Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz. Kohls bewarb sich nach der Kündigung auf zwei andere Stellen bei Tesla, wurde aber abgelehnt. Der Fabrikarbeiter wurde bei Tesla selbst ausgebildet und soll bei der abschließenden Prüfung ein sehr gutes Ergebnis erzielt haben.
Kohls klagt nun auf Wiedereinstellung bei Tesla in einer für ihn geeigneten Position. Außerdem soll das Gericht feststellen, dass Tesla gegen die Anti-Diskriminierungsvorschriften verstoßen habe. Alternativ verlangt Kohls eine Abfindung und Entschädigungszahlungen.



