Zu große Unzuverlässigkeit: Apple begründet lange Verzögerung bei KI-Siri
Apple hat zum ersten Mal ausführlicher erklärt, warum die neue Version der Sprachassistentin Siri noch nicht erschienen ist. Eigentlich sollte Siri längst mit Fähigkeiten künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet sein, aber mangelnde Zuverlässigkeit hat das Ganze verzögert.
Das Unternehmen habe zwar bereits funktionierende Siri-Prototypen mit KI gehabt. "Aber wir konnten sie nicht so schnell verlässlich machen, wie wir dachten" , sagte Apples Software-Chef Craig Federighi dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) am Rande der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC 2025.
Das Unternehmen hatte bei der WWDC 2024 im Juni 2024 eine stark verbesserte Siri-Variante mit künstlicher Intelligenz vorgestellt. Der Plan von Apple ist, dass Siri künftig für die Kundschaft besonders hilfreich werden soll, weil die Software Zugang zu persönlichen Informationen der Kunden erhält und quer über verschiedene Apps aktiv sein kann.
Siri mit KI auf unbestimmte Zeit verschoben
Vor einem Jahr wurden bereits konkrete Szenarien dafür vorgestellt. Doch im März 2025 räumte Apple ein, dass das Unternehmen dafür länger brauche. Erst schätzungsweise im "kommenden Jahr" wird eine KI-fähige Siri-Version zu erwarten sein .
"Ich würde diese Entscheidung wieder treffen" , sagte Marketing-Chef Greg Jozwiak dem Wall Street Journal. Er widersprach der Darstellung, dass Apple vor einem Jahr gar keine funktionierende KI-Siri gehabt habe.
Federighi erklärte, beim internen Einsatz habe das Unternehmen festgestellt, dass die Software nicht verlässlich genug funktioniere, um ein Apple-Produkt zu sein, wenn das Unternehmen "ausgetretene Pfade" verließ. Er wollte auf Nachfrage keinen konkreten neuen Termin für das Erscheinen der KI-Siri nennen – weil das Unternehmen erst die Probleme in den Griff bekommen wolle.
Apple im Kampf mit der Konkurrenz
Der Konkurrent Google ist gerade dabei, seine KI-Software Gemini tiefgreifend in Android-Smartphones zu integrieren. Gemini könnte eine ähnliche Rolle spielen, wie sie Apple für Siri auf den iPhones vorschwebt. KI-Systeme wie Gemini oder ChatGPT von der Entwicklerfirma OpenAI lassen ursprüngliche Sprachassistenz-Software wie Siri, den Google Assistant oder Amazons Alexa veraltet aussehen.
Apple fasste seine KI-Angebote im vergangenen Jahr unter dem Namen Apple Intelligence zusammen. Bisher kann die Software unter anderem Texte umformulieren und zusammenfassen sowie neue Emoji aus Beschreibungen der Kunden erstellen.
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