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Die Klett-Familie investiert

"Das ist keine tiefe AI, da müssen wir bescheiden sein", fügt er noch hinzu. "Aber in Grundzügen entspricht sie moderner künstlicher Intelligenz und darauf sind wir stolz. Wichtig ist, dass beim Lösen keine Schleifen - kein Ping-Pong-Effekt - entstehen. Jeder Schritt soll einen näher an die Lösung bringen."

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Heute ist das User Interface auf das Minimale reduziert, um die wesentlichen Features der App hervorzuheben. "Die ersten Scribbles sahen noch ganz anders aus, zum Glück hat sich das zum Positiven geändert, nachdem wir Markus Sähn eingestellt haben", erzählt Thomas Nitsche. "Bevor Markus das UI überarbeitet hat, sah die App aus, nun ja, wie von einem Mathematiker entwickelt", sagt sein Sohn Raphael.

  • Die Gründerfamilie Nitsche (oben: Maxim und Raphael Nitsche, unten: Oxana und Thomas Nitsche) (Bild: Cogeon)
  • Math 42 (Bild: Cogeon)
  • Math 42 (Bild: Cogeon)
  • Math 42 (Bild: Cogeon)
  • Math 42 (Bild: Cogeon)
Die Gründerfamilie Nitsche (oben: Maxim und Raphael Nitsche, unten: Oxana und Thomas Nitsche) (Bild: Cogeon)

Bis zum offiziellen Launch der App vergingen drei Jahre. 2013 startete sie im iOS Store und wurde noch im selben Jahr von Apple im Rahmen der "Das Beste aus 2013"-App-Sammlung ausgezeichnet. "Die Finanzierung haben wir aus unseren Ersparnissen gewährleisten können, irgendwie hat's halbwegs geklappt. Dazu mussten wir aber auch sparsam wirtschaften und haben lange von unserem Wohnzimmer aus gearbeitet."

"Irgendwann kam aber der Punkt, an dem wir uns sagten: Wir sollten uns um eine Finanzierung kümmern. Damit begannen wir Ende 2014, im Sommer 2015 wurde es konkreter. Wir haben rund viereinhalb Monate mit einem großen Venture-Capital-Kapitalgeber verhandelt - das war brutal - und hatten auch fast schon unterschrieben", sagt Thomas Nitsche.

Er ist, was Investoren betrifft, aber sehr vorsichtig geworden, denn Cogeon ist nicht sein erstes Startup: Im Jahr 2006 gründete er Proximic, dessen Kerntechnologie das von Nitsche entwickelte musterbasierte Suchverfahren Pattern Proximity ist. Nach dem Einstieg der Investoren Holtzbrinck Ventures und Wellington Partners hatte Nitsche immer weniger Mitspracherecht, was ihn letztendlich dazu brachte, das Unternehmen zu verlassen.

"Wir haben eine klare Vorstellung und lassen uns nur ungern reinreden"

Gegen Ende der Verhandlungen mit dem großen VC wurde Nitsche aber klar, dass auch dieser Investor bei Cogeon versuchte, sehr viel Mitspracherecht zu bekommen, so dass letztendlich die Verhandlungen scheiterten. "Wir sind nicht unbedingt beratungsresistent - das wäre etwas hart gesagt. Wir haben aber eine konkrete Vorstellung von unserem Produkt und was wir machen wollen und da lassen wir uns nur ungern reinreden", sagt Thomas Nitsche.

Auf der Suche nach Investoren versuchte es das Startup auch bei der Vox-Fernseh-Sendung Die Höhle der Löwen. "Wir haben uns davon nicht wirklich versprochen, einen Investor zu finden. Aber wann bekommt ein Startup wie wir fast 15 Minuten Eigenwerbung in der Primetime? Alleine um bekannter zu werden, haben wir dort teilgenommen. Und es hat sich gelohnt: Wir hatten plötzlich 250.000 Downloads in einer Woche", erzählt Maxim Nitsche.

"Parallel hatten wir mit der Klett-Familie zu tun, die letztendlich auch in uns investiert hat. Interessanterweise nicht über den Klett-Verlag, sondern aus der privaten Tasche", erzählt er. "Die Schulbuchverlage leben noch auf einer Insel und ruhen sich auf ihren alten Geschäftsmodellen aus und trauen sich wenig." Über 500.000 Euro hat die Klett-Familie laut Medienberichten letztendlich für einen Anteil von 6,25 Prozent im Dezember 2015 investiert, damit hat Math 42 einen Wert von über 8 Millionen Euro.

Und dann kam ein Shitstorm

Zu diesem Zeitpunkt hatte die App bereits 1,8 Millionen App-Store-Downloads, war weltweit expandiert und auf deutsch, englisch, französisch, spanisch, russisch und chinesisch verfügbar. Auch ein Abosystem wurde eingeführt, bei dem Nutzer für weitere Funktionen einen monatlichen Betrag zahlen mussten.

In Deutschland führte das zu einem riesigen Shitstorm. "Nirgendwo ist die Zahlungsmoral so schlecht wie in Deutschland, das ist total gaga. Wir haben ganz offen kommuniziert: Alle Features der kostenlosen Variante unserer App bleiben auch kostenfrei, nur für weitere Features wird das Abo benötigt. Und trotzdem haben wir im Appstore einen Riesenshitstorm abbekommen. Im Jahr kostet das Abo 12 Euro, da zahlt man für eine Nachhilfestunde mehr", sagt Thomas Nitsche.

In anderen Ländern dagegen wurde das Abo positiv aufgenommen. "In den USA und vor allem in Asien ist die Bereitschaft größer, für E-Learning-Angebote zu zahlen. Da ist es normal, auch mal 10 oder 20 US-Dollar für ein einstündiges Tutor-Video zu bezahlen." Generell sei die Conversion Rate in diesen Ländern zwei- bis dreimal so hoch wie in Deutschland, einzig in Russland wird das Bezahlangebot ähnlich oft wie in Deutschland angenommen.

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HAL90000 10. Apr 2016

Für Android kann ich dir das Mathe-Spiel Math Musical Chairs empfehlen. Es kostet nichts...

HAL90000 10. Apr 2016

Für Android kann ich Math Musical Chairs empfehlen. Ein kleines Spiel wo man gegen die...

Heinzel 08. Apr 2016

An der Schule hatte ich das Problem weniger, da gabs auch immer wieder...

der_wahre_hannes 05. Apr 2016

Was genau hat "Open Source" jetzt mit "kostenlos" gemein? Warum?

DxC 04. Apr 2016

Wenn wir schon komplett Offtopic sind. Person oben rechts im Bild. Michael Scofield...


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