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Zorin OS ausprobiert: Ein guter Windows-Ersatz für Linux-Anfänger

Ich bin als Linux-Laie von Windows 11 auf das an Windows angelehnte Zorin OS umgestiegen. Ich bin überrascht, wie gut es funktioniert.
/ Oliver Nickel
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Der Wechsel von Windows 11 auf Zorin OS ist nicht so schwer wie gedacht. (Bild: Zorin Group/Montage:Golem.de)
Der Wechsel von Windows 11 auf Zorin OS ist nicht so schwer wie gedacht. Bild: Zorin Group/Montage:Golem.de
Inhalt
  1. Zorin OS ausprobiert: Ein guter Windows-Ersatz für Linux-Anfänger
  2. Merkwürdiges Pro-Modell
  3. Ein guter Einstieg in Linux

Das Ende von Windows 10 kündigt sich seit einiger Zeit bereits an. Der Nachfolger Windows 11 ist aber nicht für alle Menschen eine Alternative. Stattdessen springen immer mehr Menschen auf andere Betriebssysteme ab. Viele Anfänger schrecken allerdings etwas vor den vielen Linux-Distributionen zurück. Ich, als Linux-Laie, gehöre dazu.

Genau hier wollen die Macher von Zorin OS(öffnet im neuen Fenster) Kunden gewinnen. Das auf Ubuntu basierende Betriebssystem setzt auf eine optisch angepasste Gnome-Desktopumgebung, die Windows-Klammerern wie mir eine familiäre Optik und Bedienbarkeit präsentieren wollen. Wie gut funktioniert das?

Ich schaue mir Zorin OS aus Sicht eines Menschen an, der mit Linux bisher eher wenig zu tun hatte. Die Besonderheit von Zorin OS wird vor allem bei der Auswahl der vorinstallierten Software und der optischen Aufmachung deutlich. Die Macher lassen sich stark von der Windows-GUI inspirieren und positionieren Elemente wie die Suchzeile, den Startmenü-Knopf und Fenstersteuerungen dort, wo ich es als möglicher Windows-Aussteiger erwarte.

GUI an Windows angelehnt

Das Interface von Zorin erinnert dabei eher an Windows 10 mit dem linksbündigen Startmenü und nicht an Windows 11. Schließlich will das Entwicklerteam vor allem Menschen abholen, die von Windows 10 kommen und auf die neuere Version verzichten möchten. Linux-Kenner werden schnell erkennen, dass es sich hier einfach nur um die Gnome-Desktopumgebung mit verschiedenen Erweiterungen handelt.

Im Vergleich zu einigen anderen Linux-Distributionen, die auf Gnome (oder KDE) basieren, werden in Zorin OS aus Windows bekannte Symbole wie das X zum Schließen eines Fensters, das Quadrat zum Maximieren oder den Unterstrich zum Minimieren verwendet. Auch platziert das Betriebssystem wichtige Ordner direkt im Startmenü-Äquivalent. Das sind etwa Ordner für Videos, Bilder, Musik und Co.

Hier finde ich auch direkt Verknüpfungen zu den wichtigsten vorinstallierten Applikationen wie Libreoffice als Ersatz zu Microsoft Office und den in Gnome vorinstallierten Evolution-Mail-Client. Das OS platziert zudem neu installierte Programme in bereits vorgefertigten Unterkategorien. So werden etwa Steam-Games nach der Installation in die Games-Liste eingetragen.

Ehrlich gesagt bin ich es nicht mehr gewohnt, dass das Starmenü überhaupt einen sinnvollen Nutzen hat. Nun sehe ich meine installierten Apps tatsächlich als automatisch sortierte Sammlung und finde an einem Ort schnell das wieder, was ich brauche. Das ist eines der Dinge, die ich auch gern bei Windows 11 sehen würde.

Da Zorin OS auf dem verbreiteten Gnome basiert, kann ich auch diverse optische Änderungen(öffnet im neuen Fenster) selbst vornehmen und das Betriebssystem nach Belieben anpassen. Das ist nicht unbedingt ein Pluspunkt für Zorin, sondern für Linux als Ganzes. Will ich etwa lieber ein an MacOS erinnerndes Interface oder ein Windows-95-Aussehen der 90er haben, kann ich das über Extensions und frei zugängliche Themen-Datenbanken erreichen.

Nach Belieben anpassbar

Die Macher von Zorin machen sich dieses modulare Framework zunutze und bieten ab Werk bereits vier unterschiedliche Designs an. Weitere Themen werden über die kostenpflichtige Pro-Version angeboten. Das hat für mich einen etwas faden Beigeschmack. Dabei sehe ich es als wichtig an, dass sich Entwicklerteams irgendwie finanzieren müssen.

Hier wird aber die angenommene Unwissenheit der Windows-Umsteiger ausgenutzt, um an sich auch frei zu bekommende Skins zu verkaufen. Der Weg über den Geldbeutel ist eben einfacher und schneller, als manuell Erweiterungen und Themen installieren zu müssen. Ab Werk bietet Zorin OS aber bereits vier Skins. Das reicht für den Anfang völlig aus und wenn ich mehr will, arbeite ich mich eben einfach in die Anpassung von Gnome ein.

Vor der Ersteinrichtung kommt da aber noch das vor der Installation von Zorin OS mulmige Gefühl auf. Denn Linux war für mich früher immer mit recht viel Bastelarbeit verbunden, die nicht immer Spaß machte.

In Windows 11 funktionieren die meisten Dinge, bis auf Ausnahmen, hingegen direkt. Wie sieht es mit den Treibern aus? Was ist mit Standardprogrammen? Und was ist, wenn ich das ein oder andere Spiel spielen möchte? Das sind alles Dinge, die viele Windows-User sicher nicht missen wollen.

Anfangs sieht das auch recht gut aus. Kompromisse sind aber unvermeidlich.


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